Der chinesische E-Auto-Riese verzeichnete 2025 einen kräftigen Gewinneinbruch, ausgelöst durch einen harten Preiskampf, verkaufte aber über 600.000 Elektroautos mehr als Tesla.
Der chinesische Elektroautobauer BYD verzeichnet einen drastischen Rückgang seines Jahresgewinns. Harte Konkurrenz im Heimatmarkt und ein erbitterter Preiskampf drücken auf die Bilanz, obwohl der Konzern den Großteil des Jahres 2025 damit verbracht hat, seine Stellung als weltweit größter Anbieter von reinen Elektrofahrzeugen zu festigen.
Der den Aktionären zurechenbare Nettogewinn sank 2025 um 19 % auf 32,6 Milliarden Yuan (4,4 Mrd. Euro) von 40,3 Milliarden Yuan im Jahr zuvor, teilte BYD am Freitag in einer Mitteilung an die Börse in Hongkong mit.
Der Umsatz hielt sich dagegen besser. Er stieg leicht um 3,5 % auf 804 Milliarden Yuan (105 Mrd. Euro). Hinter diesen Zahlen steht jedoch ein Unternehmen, das sich in einem deutlich schwierigeren Umfeld behaupten muss, als die reinen Absatzdaten vermuten lassen.
Vom Außenseiter zur Nummer eins
Der Aufstieg von BYD an die Spitze der weltweiten Elektroauto-Ranglisten gehört zu den spektakulärsten Geschichten der Autoindustrie.
Über Jahre dominierte Tesla den Markt für batterieelektrische Autos und lieferte auf dem Höhepunkt 2023 mehr als 1,8 Millionen Fahrzeuge aus.
2024 überholte BYD Tesla erstmals offiziell bei den weltweiten Verkäufen reiner Elektroautos. Ein Meilenstein, der zehn Jahre zuvor kaum vorstellbar gewesen wäre. Zumal Tesla-Chef Elon Musk einst offen lachte, als BYD als Wettbewerber erwähnt wurde, und erklärte, er sehe darin keine ernsthafte Gefahr.
Bis 2025 war der Abstand deutlich gewachsen.
BYD schloss das Jahr mit 2,25 Millionen verkauften Elektroautos ab, ein Plus von 27,9 % im Jahresvergleich. Tesla kam auf 1,64 Millionen Auslieferungen und damit auf einen Rückgang von rund 9 % gegenüber 2024.
Damit setzte BYD über 600.000 batterieelektrische Fahrzeuge mehr ab als Tesla.
Tesla, einst klare Nummer eins beim Verkauf von Elektroautos, verliert in Europa und China Marktanteile an aufstrebende chinesische Rivalen.
Der US-Konzern erzielte 2025 nur noch einen Gewinn von 3,8 Milliarden Dollar (3,5 Mrd. Euro) und damit den niedrigsten Wert seit Jahren. Die Erlöse aus dem Autogeschäft sanken im Jahresvergleich um 11 %.
Erstmals musste Tesla damit einen Rückgang des Jahresumsatzes hinnehmen.
Neuere Daten zeigen jedoch eine leichte Erholung. Laut dem Verband der europäischen Automobilhersteller stiegen die Tesla-Neuzulassungen in der EU im Februar um 29 %. Es war der erste monatliche Zuwachs in der Region seit Dezember 2024.
Preiskampf schlägt auf Gewinne durch
Trotz seiner Dominanz bei den Stückzahlen bleibt der Weg für BYD beschwerlich.
Chinas Elektroautomarkt, der größte der Welt, ist extrem umkämpft. Die Hersteller unterbieten sich mit Rabatten, um ihre Anteile zu verteidigen.
Ein führender Branchenverband rügte im Mai vergangenen Jahres chinesische Autobauer dafür, den Preiskrieg weiter anzuheizen. Zuvor hatte BYD umfangreiche Eintauschprämien angekündigt.
Im ersten Quartal 2025 erzielte BYD zwar einen Rekordgewinn für diesen Zeitraum. Im weiteren Jahresverlauf nahm der Druck jedoch zu, weil die Binnennachfrage schwach blieb.
Blick nach Europa
Da der Heimatmarkt unter Druck steht, treibt BYD seine Expansion im Ausland voran.
Im September setzte der Konzern in EU-Staaten mehr als 13.000 Fahrzeuge ab, ein Plus von 272 % gegenüber dem Vorjahr, wie der Verband der europäischen Automobilhersteller meldet.
Die Auslandsverkäufe von BYD überschritten 2025 erstmals die Marke von einer Million Fahrzeugen, ein Anstieg um 150 % im Vergleich zu 2024.
Der Abstand zu Teslas Entwicklung in Europa könnte kaum größer sein.
In den USA gingen Teslas Fahrzeugverkäufe im ersten Halbjahr 2025 um 15 % zurück. Der Marktanteil an Elektroautos fiel von über 75 % im Jahr 2022 auf unter 50 % im Jahr 2024.
Bereits 2024 überschritt BYD mit einem Jahresumsatz von 777 Milliarden Yuan erstmals die symbolische Marke von 100 Milliarden Dollar (87 Mrd. Euro) und lag damit vor Tesla.