Die meisten Aktienkurse sind am Mittwochmorgen gestiegen. Sie folgen damit der Rally an der Wall Street, nachdem der Ölpreis wegen möglicher US-Iran-Gespräche nachgab.
Die europäischen Börsen haben sich am Mittwoch überwiegend stabil gezeigt. Anleger reagierten auf Signale aus Washington, dass im Iran-Krieg ein diplomatischer Durchbruch bevorstehen könnte.
Der gesamteuropäische Stoxx 600 gab um 0,1 % nach. Der deutsche Dax legte um 0,11 % zu, der britische FTSE 100 stieg ebenfalls um 0,11 %. In Frankreich verlor der CAC 40 dagegen 0,65 %.
US-Präsident Donald Trump sprach von neuen Gesprächen zwischen Washington und Teheran, die „in den kommenden zwei Tagen“ in Islamabad stattfinden könnten. Er deutete damit einen möglichen diplomatischen Durchbruch an und erklärte, der Krieg sei „sehr nah an seinem Ende“ – trotz anhaltender Unsicherheit über zentrale Streitpunkte in den Verhandlungen.
In Asien überwogen Kursgewinne.
Japans Nikkei 225 stieg um 0,5 %. Südkoreas Kospi legte 3,0 % zu, der Hang-Seng-Index in Hongkong kletterte um 0,7 %.
Der Shanghai Composite gewann 0,2 %. In Australien bewegte sich der S&P/ASX 200 kaum und lag weniger als 0,1 % im Plus.
An der Wall Street setzte der S&P 500 seine Erholung fort und legte um 1,2 % zu. Der Index, der in vielen 401(k)-Pensionsplänen eine zentrale Rolle spielt, liegt damit nur noch 0,2 % unter seinem Rekordstand von Januar.
Der Dow Jones Industrial Average stieg um 317 Punkte beziehungsweise 0,7 %, der Nasdaq Composite gewann 2 %.
Die US-Referenzsorte WTI verteuerte sich am Mittwoch leicht um einen Cent auf 91,29 Dollar je Barrel.
Brent-Öl legte um 48 Cent auf 95,27 Dollar zu, ein Plus von weniger als ein Prozent, nachdem der Preis am Vortag um 4,6 % gefallen war. Damit notiert Brent weiter deutlich über den rund 70 Dollar von vor Kriegsbeginn Ende Februar, aber klar unter dem bisherigen Höchststand von 119 Dollar.
Niedrigere Ölpreise entlasten Unternehmen in vielen Branchen. Einige Analysten warnen jedoch, der Krieg sei weiterhin in vollem Gange und der aktuelle Optimismus könne sich als verfrüht erweisen.
„Der auf den ersten Blick widersprüchliche Rückgang des Ölpreises scheint von der wachsenden Hoffnung getragen zu sein, dass eine zweite Runde von Friedensgesprächen zwischen Washington und Teheran bald zustande kommen könnte, nachdem der erste Anlauf verpufft ist“, sagte Tim Waterer, Chefmarktanalyst bei KCM Trade.
„Händler preisen offensichtlich eher die Chance auf eine Deeskalation ein als die aktuelle Realität begrenzter Lieferströme“, ergänzte er.
Viele asiatische Länder sind auf den Zugang zur Straße von Hormus angewiesen, einer schmalen Wasserstraße, über die ein Großteil des Rohöls aus dem Persischen Golf zu Abnehmern weltweit gelangt. Störungen in dieser Region haben Öl vom Weltmarkt ferngehalten und die Preise nach oben getrieben.
Die weltweite Inflation dürfte in diesem Jahr auf vier Komma vier Prozent anziehen, nach vier Komma eins Prozent im Jahr 2025, so der Internationale Währungsfonds. Zuvor war der IWF noch von einem Rückgang auf drei Komma acht Prozent ausgegangen.
Der IWF hat außerdem seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum auf 3,1 % in diesem Jahr gesenkt, nach 3,3 %, die er im Januar erwartet hatte.
Insgesamt gewann der S&P 500 81,14 Punkte und schloss bei 6.967,38 Zählern. Der Dow Jones Industrial Average stieg um 317,74 Punkte auf 48.535,99 Punkte, der Nasdaq Composite legte um 455,35 Punkte auf 23.639,08 Punkte zu.
Am Anleihemarkt gaben die Renditen nach, weil die niedrigeren Ölpreise den Inflationsdruck dämpften. Die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen fiel von 4,30 % am späten Montag auf 4,25 %.
Am Devisenmarkt legte der US-Dollar auf 159,03 japanische Yen zu, nach 158,79 Yen. Der Euro wurde mit 1,1780 Dollar gehandelt, nach zuvor 1,1797 Dollar.
Bereits am Dienstag waren die US-Börsen bis dicht an neue Rekordstände herangerückt, während die Ölpreise nachgaben. Hintergrund sind wachsende Hoffnungen, dass Washington und Teheran ihre Gespräche zur Beendigung des Kriegs wieder aufnehmen.
Der S&P 500 stieg um 1,2 % und liegt damit nur noch 0,2 % unter seinem Januar-Hoch. Der Dow Jones kam um 0,7 % voran, der Nasdaq Composite legte 2 % zu und folgte damit den Kursgewinnen an den weltweiten Märkten.
Anleger setzen darauf, dass neue diplomatische Initiativen einen länger anhaltenden Anstieg von Ölpreisen und Inflation verhindern. Dann könnten wieder vor allem Unternehmensgewinne in den Fokus rücken.
Brent-Öl zur Lieferung im Juni fiel um 4,6 % auf 94,79 Dollar und entfernte sich damit von den jüngsten Höchstständen, bleibt aber über dem Niveau vor Kriegsbeginn.
Die Schwankungen an den Märkten bleiben jedoch hoch. Jede Nachricht zur Lage in der Straße von Hormus, einer Schlüsselroute für die weltweite Ölversorgung, kann die Kurse spürbar bewegen.