Der taiwanische Chiphersteller meldet Rekordumsatz und -gewinn, getragen von der hohen Nachfrage nach KI-Chips sowie Großaufträgen von Apple und Nvidia.
Der weltgrößte Auftragschiphersteller Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. (TSMC) hat am Donnerstag zum vierten Quartal in Folge einen Rekordgewinn vorgelegt. Die starke Nachfrage nach Chips für Künstliche Intelligenz trieb Umsatz und Nettogewinn deutlich nach oben.
„Die KI-bezogene Nachfrage bleibt außerordentlich robust“, sagte Vorstandschef Dr. C. C. Wei in einer Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen.
Im ersten Quartal legte der Nettogewinn im Jahresvergleich um 58,3 Prozent auf 572,48 Milliarden NT-Dollar (15,38 Milliarden Euro bzw. 18,11 Milliarden Dollar) zu. Das entspricht einem Gewinn je Aktie von 3,49 Dollar und übertraf die Markterwartungen. Eine Befragung von sieben Analystinnen und Analysten durch Zacks Investment Research hatte im Schnitt 3,31 Dollar je Anteilsschein prognostiziert.
Der Umsatz stieg um 35,1 Prozent auf 1,13 Billionen NT-Dollar (30,5 Milliarden Euro) und lag damit ebenfalls über den Prognosen.
Die Bruttomarge lag im Quartal bei 66,2 Prozent, die operative Marge bei 58,1 Prozent, die Nettomarge bei 50,5 Prozent.
Knapp drei Viertel der Wafer-Erlöse erzielte TSMC mit fortgeschrittenen Chiptechnologien mit Strukturbreiten von sieben Nanometern und kleiner.
„Unser Geschäft im ersten Quartal wurde von der starken Nachfrage nach unseren modernsten Fertigungsprozessen gestützt“, sagte Wendell Huang, Finanzchef und Senior-Vizepräsident. „Mit Blick auf das zweite Quartal 2026 rechnen wir mit anhaltend hoher Nachfrage, die unser Geschäft weiter trägt.“
TSMC hob seine Prognose für das Gesamtjahr an. Im zweiten Quartal soll der Umsatz weiter auf 39 bis 40,2 Milliarden Dollar steigen, nach 35,9 Milliarden Dollar im ersten Vierteljahr.
Mit Blick auf die künftigen Erlöse sagte Ben Barringer, Leiter Technologie-Research bei Quilter Cheviot: „Das Unternehmen hat darauf hingewiesen, dass die hohen Speicherpreise die Nachfrage im Konsumelektronik-Bereich voraussichtlich bremsen und sich langfristig als Gegenwind erweisen könnten. Die starke Nachfrage im KI-Segment dürfte diese Bedenken jedoch weitgehend ausgleichen.“
TSMC warnte außerdem, dass geopolitische Spannungen die Kosten für Vorprodukte beeinflussen könnten.
„Angesichts der jüngsten Lage im Nahen Osten dürften die Preise für bestimmte Chemikalien und Gase steigen“, sagte Wei. „Nach unserer aktuellen Einschätzung kann das die Profitabilität beeinträchtigen, doch für eine genaue Bezifferung ist es noch zu früh.“
Gleichzeitig rechnet TSMC kurzfristig nicht mit Störungen im laufenden Betrieb. Der Konzern bezieht wichtige Materialien wie Helium und Wasserstoff von mehreren Lieferanten in unterschiedlichen Regionen und hält Sicherheitsbestände vor.
Das Unternehmen betonte, es werde seine Lieferantenbasis weiter verbreitern und die Widerstandsfähigkeit seiner Lieferketten stärken.
„Gegen steigende Energiekosten ist das Unternehmen nicht vollständig abgeschirmt“, sagte Barringer. „Doch TSMC arbeitet eng mit seinem Zulieferernetz zusammen, um die Belastungen abzufedern und die hohen Margen zu sichern.“