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Alphabet-Gewinn legt um 81 Prozent zu: Quartalszahlen der Tech-Riesen

ARCHIV: Eine Frau geht an einer riesigen Leinwand mit Google-Logo beim AI Action Summit in Paris vorbei, am neunten Februar 2025.
Archivfoto: Eine Frau geht an einer Leinwand mit Google-Logo beim AI Action Summit in Paris vorbei, neunter Februar zweitausendfünfundzwanzig. Copyright  AP Photo/Thibault Camus, File
Copyright AP Photo/Thibault Camus, File
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am
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Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft übertreffen die Gewinnerwartungen; Alphabet sticht heraus, die Aktie legt nachbörslich dank starkem Cloud-Geschäft um sieben Prozent zu.

Vier der größten Tech-Konzerne der Welt – Alphabet, Amazon, Meta und Microsoft – haben am Mittwoch starke Quartalszahlen vorgelegt. Treiber waren vor allem das rasante Wachstum bei Künstlicher Intelligenz und Cloud Computing.

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Das Wachstum bei KI und digitalen Diensten entwickelt sich zu einem zentralen Motor der Weltwirtschaft. Gleichzeitig wachsen die Sorgen, dass das allgemeine Wachstum nachlassen könnte, unter anderem wegen steigender Energiekosten im Zusammenhang mit dem Krieg mit Iran.

Die digitale Wirtschaft – von Werbung über Cloud-Dienste bis zum Onlinehandel – steht nach Angaben der Weltbank inzwischen für rund 15 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung, also etwa 16 Billionen Dollar (14,7 Billionen Euro).

Die Ergebnisse zum ersten Quartal übertrafen bei allen vier Konzernen die Prognosen. Anleger bekommen damit ein klareres Bild, wie viel in KI investiert wird und wie stark das Cloud-Geschäft branchenweit wächst.

Alphabet steigerte seinen Gewinn um 81 Prozent. Investitionen in KI bei Google trieben die Erlöse und ließen den Börsenwert in Richtung 4,5 Billionen Dollar (4,14 Billionen Euro) klettern. Amazon verzeichnete starke Nachfrage nach seinen Cloud-Diensten. Meta übertraf ebenfalls die Prognosen, kündigte aber höhere Ausgaben an und verunsicherte damit Anleger. Auch Microsoft meldete besser als erwartete Ergebnisse.

Zusammen zeigen die Zahlen sowohl die Chancen als auch die steigenden Kosten im Wettlauf der Tech-Branche um die Spitzenposition bei KI.

Alphabet-Gewinn springt: KI-Offensive von Google treibt Aktie auf Rekordhoch

Googles Kurswechsel hin zu Künstlicher Intelligenz zahlt sich für den Mutterkonzern Alphabet weiter aus. Das Unternehmen meldete erneut kräftiges Wachstum und hat seinen ohnehin hohen Börsenwert innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Alphabet erzielte von Januar bis März einen Gewinn von 62,6 Milliarden Dollar (57,6 Milliarden Euro), das entspricht 5,11 Dollar je Aktie. Das sind 81 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Der Umsatz kletterte um 22 Prozent auf 109,9 Milliarden Dollar (101,1 Milliarden Euro). Beide Werte lagen deutlich über den Erwartungen der Analysten.

Wie so oft trieb das Digitalgeschäft mit Werbung rund um die dominante Google-Suchmaschine das Wachstum. Die Werbeerlöse stiegen im Jahresvergleich um 16 Prozent. Es war das vierte Quartal in Folge mit einem Plus von mehr als zehn Prozent.

Am schnellsten wächst weiterhin das Cloud-Geschäft von Google, gestützt auf die Nachfrage nach KI-Anwendungen. Der Umsatz in dieser Sparte legte um 63 Prozent auf 20 Milliarden Dollar (18,4 Milliarden Euro) zu. Dazu trugen Verträge mit Unternehmenskunden und Behörden bei, darunter auch die US-Armee.

Das starke Wachstum deutet darauf hin, dass sich Alphabets hohe Investitionen in KI bislang auszahlen. Viele Anleger sorgen sich dennoch, die Konzerne könnten für eine noch junge Technologie zu viel Geld in die Hand nehmen.

Die Alphabet-Aktie legte im nachbörslichen Handel um mehr als sieben Prozent zu. Damit steuert sie in der Sitzung am Donnerstag auf ein neues Rekordhoch zu. Der Börsenwert liegt derzeit bei rund 4,2 Billionen Dollar (3,86 Billionen Euro), nach 1,9 Billionen Dollar (1,75 Billionen Euro) vor einem Jahr. Setzt sich der Trend fort, könnte die Bewertung in Richtung 4,5 Billionen Dollar (4,14 Billionen Euro) gehen – ein Plus von mehr als 250 Milliarden Dollar (230 Milliarden Euro) an Shareholder-Value binnen eines Tages.

Andere große KI-Investoren konnten mit diesen Kursgewinnen nicht Schritt halten. Die Aktien von Microsoft und Meta gaben im nachbörslichen Handel nach; Meta verlor rund sieben Prozent, nachdem der Konzern eine Investitionsstrategie vorlegte, die viele Anleger skeptisch sehen. Auch Microsoft rutschte zwischenzeitlich leicht ins Minus, obwohl der Konzern die Prognosen übertraf.

Meta übertrifft Umsatzerwartungen, erhöht Investitionspläne

Meta Platforms hat im ersten Quartal besser abgeschnitten als erwartet. Gewinn und Umsatz wuchsen deutlich, zugleich kündigte der Konzern aber höhere Ausgaben an.

Der Gewinn belief sich auf 26,8 Milliarden Dollar (24,6 Milliarden Euro), beziehungsweise 10,44 Dollar je Aktie. Ein Jahr zuvor waren es 16,64 Milliarden Dollar (15,3 Milliarden Euro). Das entspricht einem Anstieg von 61 Prozent. Der Umsatz legte um 33 Prozent auf 56,31 Milliarden Dollar (51,8 Milliarden Euro) zu.

„Wir hatten ein Meilenstein-Quartal mit starkem Schwung über alle unsere Apps hinweg und der Veröffentlichung unseres ersten Modells aus den Meta Superintelligence Labs“, sagte Konzernchef Mark Zuckerberg. „Wir liegen auf Kurs, persönliche Superintelligenz zu Milliarden von Menschen zu bringen.“

Nach Unternehmensangaben nutzten im März 3,56 Milliarden Menschen täglich mindestens eine der Meta-Plattformen. Das sind etwas weniger als im Dezember. Gründe sind unter anderem Internetstörungen im Iran und Beschränkungen in Russland.

Für das zweite Quartal stellt Meta Erlöse zwischen 58 und 61 Milliarden Dollar (53,4 bis 56,1 Milliarden Euro) in Aussicht. Analysten hatten im Schnitt mit 59,48 Milliarden Dollar (54,7 Milliarden Euro) gerechnet.

Der Konzern erhöhte seine Prognose für die Investitionsausgaben in diesem Jahr auf 125 bis 145 Milliarden Dollar (115 bis 133 Milliarden Euro), nach zuvor angekündigten 115 bis 135 Milliarden Dollar.

Gleichzeitig baut Meta rund zehn Prozent der Belegschaft ab, etwa 8.000 Stellen. Parallel steigen die Ausgaben für KI-Infrastruktur und Fachkräfte.

Microsoft: Gewinn wächst weiter

Auch Microsoft übertraf im Quartal die Erwartungen. Der Nettogewinn stieg um 23 Prozent auf 31,8 Milliarden Dollar (29,2 Milliarden Euro). Haupttreiber bleibt die starke Nachfrage nach Cloud- und KI-Diensten.

Der Umsatz nahm um 18 Prozent auf 82,9 Milliarden Dollar (76,3 Milliarden Euro) zu. Zuwächse bei Microsoft Cloud und der Plattform Azure glichen Schwächen im Hardware- und Spielegeschäft aus.

Demnach dürften die Investitionsausgaben im laufenden Jahr 190 Milliarden Dollar (163 Milliarden Euro) erreichen. Das wäre ein Plus von mehr als 60 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Microsoft rechnet auch im kommenden Quartal mit weiterem Wachstum. Grundlage sei vor allem die anhaltend hohe Nachfrage nach Cloud- und KI-Angeboten, insbesondere über Azure und das breitere Geschäft mit Microsoft Cloud.

Amazon: Cloud-Nachfrage treibt Gewinn und Umsatz

Amazon meldete im ersten Quartal kräftige Zuwächse bei Gewinn und Erlösen. Vor allem die steigende Nachfrage nach den Cloud-Diensten des Konzerns trug dazu bei.

Der Umsatz der Cloud-Sparte legte von Januar bis März um 28 Prozent zu – das höchste Wachstum seit 15 Quartalen. Zuvor waren es 24 Prozent gewesen, davor 20 Prozent.

Der in Seattle ansässige Konzern gab zudem einen optimistischen Ausblick auf das laufende Quartal und übertraf damit die Prognosen der Analysten. Die Aktie fiel nachbörslich zunächst um knapp zwei Prozent, drehte dann aber und lag zuletzt rund drei Prozent im Plus.

Anleger beobachten genau, ob sich Amazons Investitionsprogramm von 200 Milliarden Dollar (184 Milliarden Euro) in KI, Robotik, Halbleiter und Satelliten auszahlt. Die geplanten Ausgaben liegen 60 Prozent über den 128 Milliarden Dollar (118 Milliarden Euro) des Vorjahres und hatten zunächst für Unruhe am Markt gesorgt.

Konzernchef Andy Jassy verteidigt die hohen Investitionen. Sie seien auf langfristige Renditen ausgelegt, betont er.

Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass die Nachfrage nach Amazons Diensten weiterhin hoch bleibt.

Neue Kooperationen mit OpenAI, Anthropic und Meta stärken zusätzlich die Position des Konzerns.

Amazon erzielte einen Gewinn von 30,3 Milliarden Dollar (27,9 Milliarden Euro), beziehungsweise 2,78 Dollar je Aktie. Ein Jahr zuvor waren es 17,1 Milliarden Dollar (15,7 Milliarden Euro) gewesen.

Der Nettoumsatz stieg um 17 Prozent auf 181,5 Milliarden Dollar (167 Milliarden Euro) und übertraf damit die Erwartungen.

Amazon Web Services setzte 37,58 Milliarden Dollar (34,6 Milliarden Euro) um und lag ebenfalls über den Prognosen.

Für das laufende Quartal rechnet Amazon mit Erlösen zwischen 194 und 199 Milliarden Dollar (178 bis 183 Milliarden Euro). Das liegt leicht über den bisherigen Schätzungen.

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