Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Iran-Krieg verteuert Kerosin: EasyJet rutscht tiefer in die roten Zahlen

Archivbild: Ein Airbus A320 von easyJet startet in den frühen Morgenstunden in Lissabon, Donnerstag, 16. Juni 2022.
Archivaufnahme: Ein Airbus A320 von EasyJet startet am frühen Donnerstagmorgen, dem 16. Juni 2022, in Lissabon. Copyright  AP Photo/Armando Franca
Copyright AP Photo/Armando Franca
Von Doloresz Katanich mit AFP
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare
Teilen Close Button

EasyJet hat im ersten Halbjahr höhere Verluste verzeichnet. Der Iran‑Krieg trieb die Treibstoffkosten hoch und dämpfte die Nachfrage. Trotz gut laufendem Feriengeschäft rechnet die Airline mit anhaltendem Druck durch hohe Preise und zähe Sommerbuchungen.

Die britische Billigfluggesellschaft EasyJet hat am Donnerstag mitgeteilt, dass ihr Verlust in den sechs Monaten bis Ende März weiter gestiegen ist. Der Iran-Krieg treibt die Kerosinkosten in die Höhe und macht die Buchungslage schwerer kalkulierbar.

WERBUNG
WERBUNG

Der Konflikt bringt die Luftfahrt weltweit weiter aus dem Takt. In Europa sind die Kerosinpreise seit Ende Februar um mehr als 80 % gestiegen. Grund sind Störungen im Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, eine zentrale Engstelle für rund ein Fünftel der weltweiten Öllieferungen.

Fluggesellschaften in ganz Europa reagieren mit höheren Ticketpreisen, senken Kosten und warnen vor sinkenden Margen.

EasyJet weist für das erste Halbjahr seines Geschäftsjahres einen Verlust nach Steuern von 377 Millionen Pfund (506 Millionen Dollar) aus. Das sind 27 % mehr als ein Jahr zuvor. Nach Angaben der Airline dämpfen auch die Spannungen zwischen den USA und Iran die Reiselust.

Zudem habe der Iran-Krieg die Nachfrage gebremst und Buchungen für die Hochsaison im Sommer verzögert.

Der Umsatz kletterte um zwölf Prozent auf 3,95 Milliarden Pfund (4,63 Milliarden Euro). Die Zahl der Passagiere stieg im Berichtszeitraum um sechs Prozent. Die Auslastung der Flugzeuge verbesserte sich auf 90 % und lag damit zwei Prozentpunkte über dem Vorjahreswert.

Das Unternehmen verweist auf kräftiges Wachstum im Feriengeschäft. Die Zahl der Kundinnen und Kunden von EasyJet Holidays nahm im ersten Halbjahr um 22 % zu.

EasyJet sieht sich durch den Konflikt im Nahen Osten vor allem von „höheren Treibstoffkosten und geringerer Planungssicherheit“ betroffen.

Die Airline bestätigte eine frühere Schätzung, wonach der Krieg die Treibstoffrechnung um 25 Millionen Pfund (29 Millionen Euro) erhöht hat.

Zwar kam es bislang zu keinen Engpässen bei der Treibstoffversorgung. Die Fluggesellschaft warnt jedoch, dass das zweite Halbjahr ihres Geschäftsjahres „durch den Konflikt im Nahen Osten belastet wird – mit höheren Treibstoffkosten und kurzfristiger Unsicherheit bei der Kundennachfrage“.

„Insgesamt liegen die Buchungen für den Sommer derzeit unter dem Niveau des Vorjahreszeitraums“, hieß es weiter.

EasyJet ist nach eigenen Angaben für die kommenden sechs Monate zu 72 % gegen steigende Treibstoffpreise abgesichert. Das bietet einen gewissen Schutz vor weiteren Ölpreisanstiegen.

Zudem meldete die Airline eine Aufstockung der Rückstellungen für Rechtsstreitigkeiten um 32 Millionen Pfund (37 Millionen Euro). Hintergrund sind mehrere Altfälle.

Vorstandschef Kenton Jarvis erklärte, „trotz der durch den Nahostkonflikt verursachten kurzfristigen Unsicherheit sei EasyJet gut aufgestellt, um mit der aktuellen Lage umzugehen“.

In einer Telefonkonferenz mit Journalistinnen und Journalisten kündigte er zudem an, dass die Mindestticketpreise in der ruhigeren Wintersaison steigen werden.

Nach der Bekanntgabe legten die EasyJet-Aktien zunächst um fast zwei Prozent zu, rutschten bis zum frühen Nachmittag jedoch leicht ins Minus.

„Die Lage bleibt schwierig“, sagte Aarin Chiekrie, Aktienanalyst bei Hargreaves Lansdown.

„Die Nachfrage bekommt einen Dämpfer. Die Buchungen für die zweite Jahreshälfte liegen derzeit rund zwei Prozentpunkte unter dem Vorjahr, weil Sonnenhungrige ihre Reisepläne später festzurren“, so Chiekrie.

„Selbst wenn der Konflikt im Nahen Osten bald beigelegt wird, dürften die Treibstoffpreise noch einige Zeit erhöht bleiben“, fügte er hinzu.

Die Konkurrentin Ryanair hatte bereits Anfang der Woche einen Anstieg des Jahresüberschusses um mehr als ein Drittel gemeldet, zugleich jedoch gewarnt, der Iran-Krieg trübe die Aussichten für das laufende Geschäftsjahr.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare

Zum selben Thema

Nvidia übertrifft erneut Prognosen: KI-Boom treibt Umsatz, Aktie gibt nach

Kampf um den Leopard-Panzer: Deutscher Staat steigt groß bei KNDS ein

IRS-Vergleich stoppt Steuerprüfungen gegen Trump und seine Familie