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Trumps Quantenschub: IBM gewinnt Börsenwert in Größe von Adidas

Erstes Quantencomputer-Testbed am britischen National Quantum Computing Centre, 2025
Erstes Quantencomputer-Testfeld am britischen National Quantum Computing Centre 2025 Copyright  NQCC
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Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Quantencomputer-Aktien legen zu, nachdem die Trump-Regierung mehr als zwei Milliarden Dollar Förderung ankündigt; IBM erhält den größten Anteil, die Aktie steigt über zwölf Prozent und gewinnt über 27 Milliarden Dollar an Börsenwert.

Die Aktie von IBM ist am Donnerstag deutlich gestiegen, nachdem die Regierung Trump ein staatliches Investitionsprogramm von mehr als 2 Milliarden Dollar (1,7 Milliarden Euro) für Unternehmen aus der Quantencomputerbranche vorgestellt hatte. Die Ankündigung löste eine breite Kursrally in dem Sektor aus.

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Das Förderpaket mit dem Namen CHIPS Act Initiative konzentriert sich auf Quantencomputing und heimische Produktion. IBM erhält daraus 1 Milliarde Dollar (861 Millionen Euro), um eine Fertigung für Quantenchips aufzubauen. Das ist Teil einer umfassenderen Strategie, die US-Rolle als Spitzenreiter in der Quantenindustrie zu stärken.

Die andere Hälfte der Mittel geht an acht weitere Quantum-Unternehmen, darunter GlobalFoundries mit 375 Millionen Dollar (322 Millionen Euro). Die meisten übrigen Firmen sollen rund 100 Millionen Dollar (86 Millionen Euro) erhalten, darunter D-Wave Quantum, Rigetti Computing, Infleqtion, Quantinuum, PsiQuantum, Atom Computing und Diraq, das voraussichtlich bis zu 38 Millionen Dollar (32,7 Millionen Euro) bekommt.

Im Gegenzug beteiligt sich die US-Bundesregierung mit unterschiedlich großen Aktienpaketen an allen genannten Unternehmen – ähnlich wie bei früheren staatlichen Engagements der Regierung Trump, etwa bei Intel im vergangenen Sommer.

Die Aktien der börsennotierten Unternehmen auf der Liste legten nach der Nachricht kräftig zu. IBM stieg um mehr als zwölf Prozent und gewann über 27 Milliarden Dollar (23,2 Milliarden Euro) an Börsenwert hinzu – in etwa so viel, wie Adidas insgesamt wert ist.

Weitere große Gewinner unter den börsennotierten Firmen waren Rigetti Computing, D-Wave und Infleqtion. Ihre Kurse schossen jeweils um mehr als dreißig Prozent in die Höhe, weil Anleger nach der Förderankündigung verstärkt in Quantenwerte einstiegen.

Großer Schritt im globalen Wettlauf um Quantencomputing?

Auf Basis einer Vereinbarung mit dem US-Handelsministerium gründet IBM ein eigenständiges Unternehmen namens Anderon. Es soll nach Angaben des Konzerns „Amerikas erste reine Quanten-Foundry“ werden.

Der Sitz von Anderon liegt in Albany im US-Bundesstaat New York. Das Unternehmen soll dort hochentwickelte Quantum-Wafer in großem Maßstab fertigen.

„Diese Initiative gehört zu den bislang wichtigsten Zusagen der US-Regierung für Forschung und Entwicklung im Quantenbereich. Sie soll die USA in die Lage versetzen, den Großteil der weltweit benötigten Quantum-Wafer zu produzieren“, erklärte IBM.

IBM kündigte zudem an, weitere 1 Milliarde Dollar (861 Millionen Euro) eigenes Kapital in das Projekt zu stecken.

Wette auf das wirtschaftliche und strategische Potenzial von Quantencomputern

Quantencomputing gilt als eines der nächsten großen Technologiefelder. Bestimmte Berechnungen lassen sich damit deutlich schneller ausführen als mit herkömmlichen Rechnern. Nach Schätzungen der Boston Consulting Group (BCG) könnte die Branche bis 2040 weltweit bis zu 850 Milliarden Dollar (732 Milliarden Euro) an wirtschaftlichem Mehrwert schaffen.

Bill Frauenhofer, Executive Director für Halbleiterinvestitionen und -innovation im US-Handelsministerium, erklärte in der IBM-Mitteilung: „Quantencomputing hat weitreichende Auswirkungen auf die nationale Verteidigung, auf neuartige Materialien und die biopharmazeutische Forschung, auf Finanzmodelle und Energiesysteme.“

Befürworter betonen, dass Quantentechnologien die Entwicklung neuer Medikamente beschleunigen, Lieferketten effizienter machen und das Training hochentwickelter KI-Systeme verbessern könnten.

Gleichzeitig wächst die Sorge um Verschlüsselung. Quantencomputer könnten eines Tages so leistungsfähig werden, dass sie gängige kryptografische Verfahren knacken, die heute Bankennetze, Kommunikation und staatliche Infrastrukturen schützen.

ARCHIV: Innenansicht einer Kühleinheit für Quantencomputer im Quantum Computing Lab von Intel in Hillsboro, Oregon, 2020
ARCHIV: Innenansicht einer Kühleinheit für Quantencomputer im Quantum Computing Lab von Intel in Hillsboro, Oregon, 2020 Walden Kirsch/Intel Corporation

Europa hat mehrere bedeutende Unternehmen im Quantenbereich hervorgebracht. Das Finanzierungsvolumen bleibt jedoch deutlich hinter den Summen zurück, die inzwischen in den USA und in China mobilisiert werden.

Das finnische Unternehmen IQM Quantum Computers hat über 200 Millionen Euro an privaten und öffentlichen Mitteln eingeworben. Das französische Start-up Pasqal kommt auf rund 140 Millionen Euro.

Auch die britische Firma Oxford Quantum Circuits hat nach eigenen Angaben mehr als 100 Millionen Pfund (115,6 Millionen Euro) an Kapital eingesammelt.

Die EU investiert über Programme wie die Quantum-Flagship-Initiative kräftig in die Quantenforschung. Analysten kritisieren jedoch seit Langem, dass das kommerzielle Ökosystem in Europa zersplittert bleibt – vor allem im Vergleich zu den stärker zentral gesteuerten Strategien in den USA und in China.

Das neue Investitionspaket aus Washington könnte den Druck auf europäische Regierungen erhöhen, heimische Quantum-Unternehmen stärker zu unterstützen, je schärfer der globale Wettbewerb wird.

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