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Dramatische Explosion in Chemie-Komplex in Tiszaújváros in Ungarn

Brand im MOL-Werk Tiszaújváros
Brand in MOL-Werk in Tiszaújváros Copyright  Facebook/Magyar Péter
Copyright Facebook/Magyar Péter
Von Euronews
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Das Unglück mit mindestens einem Toten in einer Mineralöl-Anlage in Ungarn ereignete sich gegen 9 Uhr morgens. Energieminister István Kapitány wollte sich am Unglücksort ein Bild von der Lage machen.

"In der Mineralöl-Industrie-Anlage in Tiszaújváros hat es eine Explosion gegeben. Ein Mensch ist ums Leben gekommen, mehrere weitere wurden schwer verletzt“, das schreibt Ministerpräsident Péter Magyar am Freitagmorgen auf Facebook.

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Der Regierungschef sprach der Familie des Opfers sein Beileid aus und teilte mit, dass Energieminister István Kapitány gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden des Mineralöl-Konzerns MOL Zsolt Hernádi auf dem Weg zum Unglücksort sei.

Wenig später veröffentlichte Magyar einen weiteren Beitrag. Demnach hatten zunächst sieben Menschen schwere Verbrennungen erlitten.

Gegen 10 Uhr 30 präzisierte Gesundheitsminister Zsolt Hegedűs die Lage. Er schrieb auf Facebook: "Eine Person wurde mit schweren, lebensbedrohlichen Verbrennungen der Atemwege mit dem Rettungshubschrauber an die Universität Debrecen gebracht, weitere sieben Menschen erlitten leichtere Verbrennungen.“

Über die genauen Umstände des Unglücks ist bisher wenig bekannt.

Euronews kontaktierte die Pressestelle von des Mineralölkonzerns MOL. Dort kündigte man eine baldige Stellungnahme an, offenbar wusste man dort aber ebenfalls nicht mehr, als Péter Magyar öffentlich gemacht hatte.

Explosion in Chemie-Anlage

Kurz darauf veröffentlichte der Konzern eine knappe Erklärung:

„Auf dem Werksgelände von Mol Petrolkémia in Tiszaújváros ist es beim Wiederanfahren der Olefin‑1-Anlage zu einer Explosion gekommen. Die Feuerwehr hat den Brand lokalisiert, die Löscharbeiten dauern an. Bei dem Vorfall wurden mehrere Menschen schwer verletzt, eine Person kam ums Leben. Fachleute untersuchen die Unfallursachen.“

Nach ersten Informationen der Stadtverwaltung von Tiszaújváros ereignete sich die Explosion an einer Pyrogas-Ölleitung. Für die Bevölkerung bestehe keine Gefahr. Nach dem Unfall stieg dichter, schwarzer Rauch aus der Anlage auf.

"Das mobile Labor des Katastrophenschutzes ist vor Ort und nimmt Messungen vor. Bislang wurden keine erhöhten Konzentrationen gefährlicher Stoffe festgestellt“, schrieb der Ministerpräsident. Die Explosion sei beim Wiederanlauf nach Wartungsarbeiten passiert.

Der Bürgermeister von Tiszaújváros, György Fülöp, stellte noch vor 10 Uhr ein kurzes Video auf Facebook. Nachdem er die bereits bekannten Informationen zusammengefasst hatte, bestätigte er, dass "derzeit keine Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung nötig sind“. Später sagte der Bürgermeister der Onlinezeitung Telex, das Feuer sei gelöscht.

Der Katastrophenschutz teilte mit, dass mehrere Löschfahrzeuge aus Tiszaújváros und Miskolc ausgerückt seien. Die Einsatzkräfte bekämpften die Flammen von mehreren Seiten mit Wasserwerfern und Schaumlöschern. Augenzeugen berichteten laut Telex von mehreren Rettungshubschraubern über dem Werkgelände, Krankenwagen trafen im Minutentakt ein. Nach ihren Angaben sind in Gebäuden nahe der Anlage Fensterscheiben zu Bruch gegangen.

In Tiszaújváros betreibt die Mol Petrolkémia Zrt. den größten Chemiekomplex Ungarns. Das Unternehmen gehört zu 100 Prozent dem ungarischen staatlichen Ölkonzern MOL. Auf dem Gelände produziert das Unternehmen unter anderem Ethylen und Propylen aus petrochemischem Benzin und Dieselkraftstoff. Außerdem verarbeitet er diese Rohstoffe zu Polyethylenen unterschiedlicher Dichte und zu Polypropylenen. Das Olefinwerk, in dem sich der jetzige Unfall ereignete, ging im Jahr 2005 in Betrieb.

Wir aktualisieren diesen Artikel, sobald neue Informationen vorliegen.

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