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FIFA gerät in den USA wegen WM-Ticketpreisen ins Visier

Fans versammeln sich auf dem Nathan Phillips Square in Toronto bei einer Station der FIFA-WM-Pokaltour am 25. Mai 2026.
Fans versammeln sich auf dem Nathan Phillips Square in Toronto zu einem Stopp der FIFA-WM-Pokal-Tour, 25. Mai 2026 Copyright  Arlyn McAdorey/The Canadian Press via AP
Copyright Arlyn McAdorey/The Canadian Press via AP
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Die Generalstaatsanwälte von New York und New Jersey haben FIFA im Zuge einer formellen Untersuchung zu mutmaßlich irreführendem Ticketverkauf vorgeladen. Fans melden teils horrende Preise für die WM 2026.

Der Fußball-Weltverband gerät in den USA zunehmend unter juristischen Druck – nur zwei Wochen vor dem Start der WM 2026.

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Die Bundesstaaten New York und New Jersey haben offizielle Ermittlungen zu FIFAs Ticketverkauf für das Turnier eingeleitet. Sie bemängeln intransparente Preise und zweifelhafte Platzzuweisungen. Kritiker werfen dem Verband vor, Fans auszunutzen, die seit Jahren darauf warten, dass die WM vor ihrer Haustür stattfindet.

Laut einer gemeinsamen Mitteilung vom Mittwoch haben New Yorks Generalstaatsanwältin Letitia James und ihre Kollegin aus New Jersey, Jennifer Davenport, Vorladungen verschickt. Sie verlangen interne Unterlagen dazu, wie Ticketpreise festgelegt und wie Sitzplatzkategorien definiert und vermarktet wurden.

Die Ermittlungen konzentrieren sich auf acht Partien im MetLife Stadium in New Jersey, darunter das Endspiel am 19. Juli.

„Die Menschen in New York warten seit Jahren darauf, dass die Weltmeisterschaft in ihrer Nachbarschaft stattfindet. Sie haben eine faire Chance auf bezahlbare Tickets verdient“, sagte James.

Ein Teil der Untersuchung dreht sich um Beschwerden von Käufern. Sie berichten, dass sie Plätze in deutlich schlechteren Stadionbereichen zugewiesen bekamen, als sie ursprünglich ausgewählt und bezahlt hatten.

Nach Angaben der Generalstaatsanwältinnen verstärkte die FIFA die Verwirrung noch, als sie nach Ende der ersten Verkaufsphase eine neue Premiumkategorie namens „Front Category“ einführte. Damit stellte sie die Sitzplatz-Hierarchie für Fans, die längst bezahlt hatten, im Nachhinein auf den Kopf.

Die Ermittler schauen sich außerdem FIFAs Einsatz von „variabler Preisgestaltung“ an – eine Form der nachfrageabhängigen Tarife, die bei einer Weltmeisterschaft erstmals zum Einsatz kam.

Zwischen Oktober 2025 und April 2026 sind die Preise für mehr als 90 Spiele gestiegen. Eine Recherche des Sportportals The Athletic stellte Aufschläge von rund 25 % für Partien in Mexiko und Kanada fest.

„Niemand darf dazu gedrängt werden, für Sitzplätze astronomische Preise zu zahlen. Und Fans müssen darauf vertrauen können, dass sie auch die Tickets bekommen, die sie gekauft haben“, erklärte die Generalstaatsanwältin von New York.

„Die FIFA hat den Ticketkauf für die Weltmeisterschaft in einen Hindernislauf aus Verwirrung, künstlicher Verknappung und absurd hohen Preisen verwandelt“, ergänzte ihre Kollegin aus New Jersey.

Die FIFA hat sich bislang nicht öffentlich zu den Ermittlungen geäußert.

Die Untersuchung kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich das Turnier wachsender Kritik von Fans und Aufsichtsbehörden stellt. Die FIFA rechnet mit Einnahmen von rund 13 Milliarden Dollar (11,1 Milliarden Euro).

Verbraucherbeschwerde in der EU

Die US-Vorladungen sind kein Einzelfall.

Im März reichten die Verbraucherschutzorganisation Euroconsumers und das Netzwerk Football Supporters Europe (FSE) eine formelle Beschwerde bei der Europäischen Kommission ein. Sie werfen der FIFA vor, ihre Monopolstellung beim Ticketverkauf auszunutzen und sprechen von „Wucherpreisen“ und einem „monumentalen Verrat“ an den Fans.

Die Kommission bestätigte den Eingang der Beschwerde und kündigte an, den Fall nach den üblichen Verfahren zu prüfen. Seitdem wurde nichts Weiteres bekannt.

FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht, während Kanadas Premierminister Mark Carney bei einer Veranstaltung der WM-Pokaltour in Ottawa zusieht, 24. Mai 2026
FIFA-Präsident Gianni Infantino spricht, während Kanadas Premierminister Mark Carney bei einer Veranstaltung der WM-Pokaltour in Ottawa zusieht, 24. Mai 2026 Justin Tang /The Canadian Press via AP

Im Zentrum der europäischen Beschwerde steht nach Ansicht der Aktivisten eine eklatante Lücke zwischen Versprechen und Realität.

Ursprünglich kündigte die FIFA Gruppenspieltickets ab 60 Dollar an. Nach Angaben von Euroconsumers erhielten jedoch so gut wie keine Fans Plätze zu diesem Preis.

Außerdem verlangt der Verband auf seinem eigenen Weiterverkaufsmarktplatz von Käufern und Verkäufern jeweils eine Gebühr von 15 %. Euroconsumers bezeichnet diese Praxis als äußerst lukrativ für den Weltverband und schädlich für Verbraucherrechte.

„Wir müssen diese dynamische Preisgestaltung stoppen und die Ticketpreise vollständig transparent machen“, sagte Els Bruggeman, Leiterin für Politik und Durchsetzung bei Euroconsumers.

Die FIFA, die sich als gemeinnützige Organisation bezeichnet und angibt, ihre Einnahmen auf ihre 211 Mitgliedsverbände zu verteilen, verteidigt ihr Modell mit einem Verweis auf die beispiellose weltweite Nachfrage. Demnach gingen mehr als 500 Millionen Ticketanfragen für das Turnier ein.

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