Fußballprofis aus aller Welt fordern in einem offenen Brief an die FIFA verbindliche Hitzeschutz-Regeln für die WM 2026, Ärzte warnen vor gefährlichen Temperaturen.
In weniger als einem Monat beginnt die Fußball-WM in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten. Spieler aus aller Welt werden dann dort antreten.
Über 39 Tage und 104 Spiele hinweg werden 48 Teams trainieren, spielen und reisen – teilweise bei Witterungsbedingungen, die Fachleute als gefährlich für die Gesundheit der Spieler einstufen.
Profifußballer fordern den Weltverband FIFA auf, bei der Männer-WM 2026 stärkere Schutzmaßnahmen gegen extreme Temperaturen einzuführen.
In einem offenen Brief warnen Spieler aus aller Welt, dass Hitzestress die körperliche Leistungsfähigkeit verringern und die Gesundheitsrisiken erhöhen kann.
Zu den Unterzeichnern gehören aktuelle und frühere Profis, die Vereine und Nationalmannschaften aus Albanien, Argentinien, Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Dänemark, Deutschland, Gibraltar, Grenada, Irland, Italien, Kenia, Neuseeland, Norwegen, Portugal, Singapur, Spanien, Thailand, dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten vertreten.
„Uns ist wichtig, dass alle Spieler vor den Folgen von Hitze geschützt werden – vom Breitensport bis zur Elite. Da die WM im Spitzenbereich weltweit Vorbildcharakter hat, muss die bestmögliche medizinische Expertise auch konsequent angewendet werden“, schreiben die Spieler.
Der Brief folgt auf einen Bericht von World Weather Attribution (WWA), in dem vor „gefährlicher Hitze“ gewarnt wird, die Gesundheit und Leistung der Spieler beeinträchtigen könnte.
Die Spieler erklären, sie teilten die Sorgen der Mediziner und unterstützten deren Forderung, dass die FIFA ihren Rahmen zum Umgang mit Hitzestress vor der WM aktualisiert.
„Viele von uns haben erlebt, wie Hitze unseren Sport beeinflusst“, heißt es in dem Schreiben. „Man fühlt sich benommen und schwindelig, wird müde, bekommt Muskelkrämpfe oder Schlimmeres. Man kann weniger laufen, und es wird unmöglich, mit der gleichen Intensität zu spielen wie bei durchschnittlichen Temperaturen.“
„Die FIFA fühlt sich dem Schutz der Gesundheit und Sicherheit von Spielern, Schiedsrichtern, Fans, Freiwilligen und Mitarbeitenden verpflichtet. Klimabedingte Risiken werden im Rahmen der gesamten Turnierplanung bewertet und in enger Abstimmung mit den Gastgeberstädten, Stadionbetreibern und nationalen Behörden gesteuert“, erklärte ein FIFA-Sprecher gegenüber Euronews Health.
Bei der Männer-WM 2026 führt die FIFA in jeder Halbzeit dreiminütige Trinkpausen ein.
Die Organisation erklärte, anders als bei früheren Turnieren richten sich diese Unterbrechungen nicht nach der Temperatur. Die Pausen gelten unabhängig vom Wetter, damit alle Teams in allen Spielen die gleichen Bedingungen haben.
„Außerdem können die Teams bis zu fünf Auswechslungen vornehmen, in der Verlängerung eine zusätzliche Auswechslung sowie einen Wechsel nach einer Gehirnerschütterung nutzen und profitieren von mindestens drei Ruhetagen zwischen den Partien. Bei allen Spielen im Freien stehen klimatisierte Bänke für das Trainerteam und die Auswechselspieler zur Verfügung“, so der Sprecher weiter.
Nach Angaben der FIFA erfolgt auch die Spielansetzung unter Klimagesichtspunkten. Sie soll sportliche, organisatorische und Übertragungsanforderungen ausbalancieren, Reisewege möglichst kurz halten, Ruhetage maximieren und zugleich die lokalen Klimaprofile sowie die Infrastruktur der Stadien berücksichtigen.
„Spiele im Freien während der heißesten Tageszeiten wurden gezielt begrenzt, Anstoßzeiten in bestimmten Märkten angepasst, und Partien in wärmeren Zeitfenstern werden, wenn möglich, vorrangig in überdachten Stadien angesetzt“, ergänzte der Sprecher.
Voraussichtlich finden rund fünf Spiele bei etwa 28 Grad Celsius statt. Ab diesem Wert stuft die globale Spielergewerkschaft FIFPRO die Bedingungen als unsicher ein und rät zu einer Verlegung. Die offiziellen Regeln der FIFA sehen eine Verschiebung jedoch erst bei Temperaturen von über 32 Grad vor.