In keinem europäischen Land wächst die Zahl der Menschen mit mehr als 30 Millionen US-Dollar Vermögen so stark wie in Deutschland. Weltweit liegt die Bundesrepublik damit auf Rang drei.
Die Vermögensungleichheit innerhalb Europas und zwischen den einzelnen Ländern bleibt enorm. Laut dem jüngsten, 2023 veröffentlichten Bericht der Europäischen Zentralbank liegt das Median-Nettovermögen der Haushalte im Euroraum bei 123.500 Euro. Am unteren Ende besitzen die ärmsten 20 Prozent im Schnitt nur rund 2.000 Euro, am oberen Ende kommen die reichsten 20 Prozent auf 1,01 Millionen Euro.
Gleichzeitig wächst auf dem Kontinent die Gruppe der Ultrareichen deutlich. Laut Knight Franks Wealth Report 2026 stieg die Zahl der Menschen mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar (25,7 Millionen Euro) in den vergangenen fünf Jahren um 26 Prozent. Sie werden als Ultra-High-Net-Worth-Individuals (UHNWI) bezeichnet.
Ihre Zahl kletterte von 146.525 im Jahr 2021 auf 183.953 im Jahr 2026. Damit kamen in diesem Zeitraum 37.428 Menschen zu dieser exklusiven Gruppe hinzu. Das entspricht einem durchschnittlichen Zuwachs von 7.486 Personen pro Jahr – oder rund 20,5 neuen Ultrareichen pro Tag in Europa.
Deutschland: Im Schnitt fünf neue Ultrareiche pro Tag
In keinem anderen europäischen Land wächst die Zahl der Menschen mit einem Vermögen von mehr als 30 Millionen US-Dollar so stark wie in Deutschland.
Dort stieg die Zahl der UHNWI von 28.942 im Jahr 2021 auf 38.215 im Jahr 2026 – ein Plus von 9.273 innerhalb von fünf Jahren.
Anders gesagt: In Deutschland überschreiten im Schnitt jeden Tag fünf Menschen die Schwelle von 30 Millionen US-Dollar Vermögen. Dieses Vermögen entsteht freilich nicht über Nacht. In der Regel wachsen Vermögenswerte schrittweise, bis sie die Marke erreichen.
Deutschland ist die größte Volkswirtschaft Europas. Gemessen am Bruttoinlandsprodukt liegt die Bundesrepublik laut IWF weltweit auf Rang drei – hinter den USA und China.
In der Schweiz wächst die Zahl der Ultrareichen im Tagesdurchschnitt um 2,7 Personen. In den vergangenen fünf Jahren kamen dort 4.968 neue UHNWI hinzu; insgesamt leben in der Schweiz nun 17.692 Menschen mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar.
Frankreich: Gut zwei neue Ultrareiche pro Tag
In Frankreich kamen zwischen 2021 und 2026 im Schnitt 2,1 neue Mitglieder des 30-Millionen-US-Dollar-Clubs pro Tag hinzu. Die Zahl der UHNWI stieg dort um 3.781 auf 21.518.
Andere große europäische Volkswirtschaften folgen dicht dahinter. In Großbritannien und Italien liegt der tägliche Zuwachs bei 1,6 Personen, in Spanien bei 1,5. In der Türkei kommt im Schnitt 1,1 Ultrareicher pro Tag hinzu.
Von diesen sieben Ländern zählen fünf zu den größten Volkswirtschaften Europas. Nur in der Schweiz und in der Türkei wächst die Zahl der Menschen mit mindestens 30 Millionen US-Dollar Vermögen ebenfalls um mindestens eine Person pro Tag.
In Polen liegt der tägliche Zuwachs bei 0,9 Personen, in Tschechien und Österreich bei jeweils 0,5. In Dänemark und Portugal sind es 0,4, in den Niederlanden, Irland und Schweden jeweils 0,3.
USA: Alle 90 Minuten ein neuer Ultrareicher
Die USA beherbergen mit Abstand die meisten Menschen mit einem Vermögen von mindestens 30 Millionen US-Dollar. Im Jahr 2026 waren es dort 251.352 UHNWI. China folgt mit 121.677 auf Platz zwei.
In den USA kommen im Schnitt 36,7 Menschen pro Tag neu in den 30-Millionen-US-Dollar-Club – das entspricht ungefähr einem neuen Mitglied alle 90 Minuten.
In China sind es rund 12,5 neue Mitglieder pro Tag. Deutschland liegt weltweit auf Rang drei. Indien mit 4,2 und Australien mit 2,2 neuen Ultrareichen pro Tag sind die einzigen weiteren außereuropäischen Länder in den globalen Top Ten.
Weltweit nahm die Zahl der UHNWI zwischen 2021 und 2026 um 162.191 zu. Das entspricht 89 neuen Mitgliedern pro Tag. Insgesamt gab es 2026 damit 713.626 Ultrareiche.
"Wir erleben eine der bedeutendsten Verschiebungen in der globalen Vermögensverteilung der modernen Geschichte", sagte Liam Bailey, globaler Forschungschef bei Knight Frank. "Die USA bleiben der wichtigste Wachstumsmotor, doch wir sehen auch zunehmende Dynamik in Indien und in einer Reihe schnell reifender Volkswirtschaften, die die globale Landschaft zunehmend prägen."
Seit 2026 leben in Deutschland die meisten Ultra-High-Net-Worth-Individuals in Europa: 38.215. Dahinter folgen Großbritannien mit 27.876 und Frankreich mit 21.518.
Auch beim durchschnittlichen Vermögen pro Erwachsenem zeigen sich in Europa deutliche Unterschiede, wie der UBS Global Wealth Report 2025 und zusätzliche Daten, die Euronews vorliegen, zeigen. Im Jahr 2024 reichte die Spanne in 31 europäischen Ländern von 29.923 Euro in der Türkei bis zu 634.584 Euro in der Schweiz.