Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

Selenskyj: Ukraine verdient schnellen EU-Beitritt mehr als jedes andere Land

Wolodymyr Selenskyj begrüßt Ungarns Regierungschef Peter Magyar neben EU-Ratspräsident António Costa beim EU-Gipfel in Brüssel, 18. Juni 2026
Volodymyr Zelenskyy begrüßt Ungarns Ministerpräsidenten Peter Magyar neben EU-Ratspräsident Antonio Costa beim EU-Gipfel in Brüssel, 18. Juni 2026 Copyright  AP Photo
Copyright AP Photo
Von Sasha Vakulina
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Selenskyj forderte die EU-Staats- und Regierungschefs auf, in den nächsten Wochen alle Verhandlungskapitel zu öffnen und den Beitrittsantrag Kyjiws im Eilverfahren zu unterstützen. Die Ukraine verdiene die Vollmitgliedschaft mehr als jedes andere europäische Land.

Volodymyr Selenskyj hat die EU-Staats- und Regierungschefs beim Gipfel in Brüssel aufgefordert, den Beitrittsprozess der Ukraine zur Europäischen Union deutlich zu beschleunigen. Sein Land habe dafür den höchsten Preis gezahlt.

WERBUNG
WERBUNG

„Die Ukraine verdient diesen Schritt, weil sie mehr als jedes andere europäische Land für ihr Recht bezahlt hat, frei, unabhängig und europäisch zu sein“, sagte er.

„Es ist außerdem das Recht anderer Nationen, unabhängig von Russland zu sein“, fügte er hinzu.

Vor den europäischen Staats- und Regierungschefs betonte Selenskyj die militärische Erfahrung der Ukraine. Die Verteidigungsfähigkeiten seines Landes seien entscheidend für Europas Zukunft und könnten den Weg Kyjiws in die EU spürbar beschleunigen.

In einer Sprachnachricht, die er nach dem Treffen in Brüssel in einer WhatsApp-Gruppe mit Journalisten teilte, erklärte Selenskyj, alle Staats- und Regierungschefs hätten anerkannt, dass die ukrainischen Streitkräfte die stärksten in Europa seien. Die EU werde von ihrem Know-how profitieren.

„Die Ukraine stellt heute de facto die zweitstärkste Armee in der NATO und misst sich mit der zweitstärksten Armee der Welt. Und genau deshalb braucht die NATO uns – und nur uns – auch de jure.“

„Die Zukunft Europas – frei, geeint und in Frieden – wird in unserer Verteidigung entschieden“, sagte Selenskyj weiter. „Das zeigt, wie einzigartig unsere Situation ist.“

Er warb außerdem für ein europäisches Programm für ballistische Raketen. Diese Initiative sei in der Ukraine entstanden, und Kyjiw werde das Projekt trotz aller Hürden nicht aufgeben.

„Europa wird eigene ballistische Fähigkeiten aufbauen. Das hat höchste Priorität. Die Ukraine gibt nicht nach, und deshalb werden wir das umsetzen. Es war unsere Initiative, und inzwischen ist es ein gemeinsames Projekt mit unseren Partnern.“

„Wir haben Orbán überstanden“

Nach der Parlamentswahl in Ungarn im April gebe es „offensichtlich eine neue Chance, die Beziehungen innerhalb der EU und zwischen der EU und der Ukraine zu stärken“, sagte Selenskyj. Er spielte damit auf den neuen Ministerpräsidenten Péter Magyar an, der erstmals an dem Treffen teilnahm.

In einer weiteren Sprachnachricht nach den Beratungen in Brüssel erklärte Selenskyj, die Ukraine habe „ihre Würde nicht geopfert“ und „Orbán überstanden“ – eine Anspielung auf Ex-Ministerpräsident Viktor Orbán, der mit Vetos Hilfen für die Ukraine und die EU-Erweiterung blockiert hatte.

Selenskyj dankte den Nachbarländern der Ukraine – vor allem Ungarn, Polen, Rumänien und der Slowakei – für ihre Unterstützung auf dem Weg Kyjiws nach Europa. Er versicherte ihnen, die Ukraine stehe „für gegenseitigen Respekt“.

Mit Blick auf die sensible Frage der ungarischen Minderheit in der Ukraine betonte Selenskyj, für Kyjiw seien „gute Nachbarschaftsbeziehungen nie nur leere Worte gewesen“.

Ein bilaterales Gespräch mit Magyar kam nicht zustande. Beide wechselten jedoch ein paar Worte, wie eine mit den Gesprächen vertraute Person bestätigte. Der ukrainische Präsident traf in Brüssel zudem den slowakischen Regierungschef Robert Fico und Bulgariens Präsident Rumen Radew, der alle Sanktionen gegen Russland ablehnt, die seinem Land schaden würden.

„Putin ist ein Wahnsinniger“ und will „die Ukraine in Flammen sehen“

Wladimir Putin wolle den Krieg nicht beenden, und das sei inzwischen allen klar, sagte Selenskyj in einer Sprachnachricht, die nach dem EU-Gipfel mit Journalisten geteilt wurde. „Alles, was er über seinen angeblichen Wunsch nach Frieden sagt, ist eine Lüge. Alle Partner, alle Europäerinnen und Europäer spüren das“, sagte er und fügte hinzu, die Partner Kyjiws seien „überzeugt, dass wir ihn gemeinsam stoppen werden“.

Selenskyj bekräftigte, er sei zu Verhandlungen mit dem Kreml bereit, obwohl Putin keinen Dialog wolle. „Er will, dass in unserem Land alles in Flammen aufgeht, und er ist ein Wahnsinniger – unsere Partner spüren das.“

Der ukrainische Präsident warnte, niemand solle erwarten, dass der russische Staatschef den Kreml verlässt oder seine Ziele ändert. „Putin wird im Kreml bleiben, bis er stirbt“, sagte Selenskyj. Putin strebe an, „die Sowjetunion wiederherzustellen. Ohne die Ukraine ist das unmöglich“.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Selenskyj nach Raffineriebrand: Brennt die Ukraine, brennt auch Moskau

Ukraines Nachricht an Moskau: "Für die Russen beginnt die Hölle."

Ukraine greift Moskauer Ölraffinerie diese Woche zum zweiten Mal an