Im russischen Grenzgebiet Brjansk ist ein Bus mit einer Kinderfußballmannschaft aus Belarus von einer Drohne getroffen worden, das melden die russischen Behörden. Moskau macht die Ukraine verantwortlich, Kyjiw weist jegliche Operation in dem Gebiet zurück.
Nach Angaben russischer Stellen traf am Mittwoch eine Drohne in der russischen Region Brjansk einen Bus, in dem eine Kinderfußballmannschaft aus Belarus unterwegs war. Die Region grenzt sowohl an die Ukraine als auch an Belarus.
Die örtlichen Behörden berichteten, eine Frau, die die Mannschaft begleitete, sei ums Leben gekommen. Das russische Gesundheitsministerium meldete sieben Verletzte, darunter fünf Kinder.
Moskau machte umgehend die Ukraine verantwortlich und sprach von einem ukrainischen Drohnenangriff.
Fotos eines belarussischen Fernsehsenders zeigen einen grauen Bus, dessen eine Seite von Splitterlöchern übersät ist. Mehrere Fensterscheiben sind herausgesprengt.
Das belarussische Außenministerium bezeichnete den Angriff als „einen weiteren Terrorakt gegen Zivilisten“ und forderte von Kyjiw „umfassende Erklärungen“.
Der amtierende Gouverneur der Region Brjansk, Jegor Kowaltschuk, erklärte in Online-Netzwerken, die Kinder seien aus Homel im Südosten von Belarus losgefahren. Die Stadt liegt nahe der Grenze zu Russland und zur Ukraine. Ziel der Reise sei Gelendschik an der russischen Schwarzmeerküste gewesen.
Die ukrainische Armee wies die russischen Darstellungen als falsch zurück.
Der Generalstab der Streitkräfte der Ukraine erklärte in einer Mitteilung, die Verteidigungskräfte der Ukraine hätten in dem genannten Zeitraum keine unbemannten Luftfahrzeuge gegen Ziele in der Region Brjansk eingesetzt.
Kyjiw betrachte solche Meldungen als „eine weitere vom Kreml inszenierte Informationsprovokation“.
Der Generalstab erklärte weiter, die Russische Föderation greife immer häufiger zu Informationsmanipulation und frei erfundenen Anschuldigungen gegen die Ukraine, weil sie ihre erklärten Ziele auf dem Schlachtfeld nicht erreiche und hohe Verluste erleide.
Belarus, das an die Ukraine und an mehrere Staaten an der Ostflanke der NATO grenzt, steht eng an der Seite Russlands. Die Beziehungen zwischen Minsk und Kyjiw sind angespannt, seit Moskau das belarussische Staatsgebiet 2022 als Aufmarschgebiet für den Großangriff auf die Ukraine nutzte.