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EBRD stärkt junge Gründer: usbekische Kleinbetriebe suchen Kredite

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Von Dilbar Primova & Ruxshona Raxmatullayeva
Zuerst veröffentlicht am
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Die neuen Mittel kommen, obwohl Kleinbetriebe mehr als die Hälfte von Usbekistans Wirtschaftsleistung erbringen, ihnen aber oft Unterlagen, Sicherheiten und Beratung für Kredite fehlen.

Die Europäische Bank für Wiederaufbau und Entwicklung (EBWE) (Quelle auf Englisch) stellt der usbekischen O'zsanoatqurilishbank, kurz SQB, bis zu 50 Millionen Dollar (42,7 Millionen Euro) zur Verfügung. Damit soll die Kreditvergabe an junge Unternehmerinnen und Unternehmer ausgeweitet werden. Viele kleinere Firmen stoßen weiterhin auf Hürden beim Zugang zu Bankkrediten.

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Der Kreditrahmen läuft im Rahmen des EBWE-Programms „Youth in Business“ für Zentralasien. Er richtet sich an Mikro-, Klein- und mittelgroße Unternehmen, die von Unternehmerinnen und Unternehmern unter 35 Jahren geführt oder besessen werden.

Der Schwerpunkt auf jüngeren Geschäftsleuten spiegelt die Demografie Usbekistans wider. Zu Jahresbeginn 2025 lebten dort offiziellen Angaben zufolge 9,63 Millionen Menschen im Alter von 14 bis 30 Jahren. Das entsprach 25,7 Prozent der Bevölkerung.

Der SQB-Kredit ist Teil von zwei EBWE-Finanzierungen über insgesamt bis zu 100 Millionen Dollar (85,4 Millionen Euro) für den usbekischen Finanzsektor. Eine weitere Transaktion über bis zu 50 Millionen Dollar (42,7 Millionen Euro) mit der Mortgage Refinancing Company of Uzbekistan soll den Markt für Wohnimmobilienkredite stärken und für einheitlichere Kreditstandards sorgen.

Die Finanzierung fließt in eine Volkswirtschaft, in der kleine Unternehmen von Januar bis September 2025 laut dem Nationalen Statistikkomitee Usbekistans 51,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erwirtschafteten. Zum 1. Oktober 2025 waren dort 1,2 Millionen kleine Unternehmen aktiv.

Hohe Liquidität: Kleine Betriebe gehen leer aus

Für Francis Malige, Geschäftsführer und Leiter der Financial Institutions Business Group bei der EBWE, liegt das Kernproblem nicht nur in der Verfügbarkeit von Geld, sondern in dessen Einsatz.

„Liquidität ist zweifellos reichlich vorhanden“, sagte er gegenüber Euronews. „Wir sehen jedoch, dass ein großer Teil in Staatskredite und staatliche Verschuldung fließt, aber nicht unbedingt in die Finanzierung der Realwirtschaft.“

Die Kreditlinie für SQB soll diese Lücke schließen. Sie richtet sich gezielt an junge Unternehmen, die die Kreditstandards der Banken häufig nur schwer erfüllen.

Kreditwürdigkeit bleibt erste Hürde

Für viele kleinere Firmen ist die erste Hürde nicht die Geschäftsidee. Entscheidend ist, ob sie die Unterlagen, Finanzplanung und Unternehmenshistorie vorlegen können, die Kreditgeber zur Risikobewertung brauchen.

Malige sieht bei vielen KMU ein strukturelles Missverhältnis zum Bankensystem.

„Sie sprechen mit Banken nicht so, wie Banken es von ihnen erwarten“, sagte er.

Er führt dieses Missverhältnis auf die Art zurück, wie kleinere Firmen ihr Geschäft dokumentieren. Sie verfügen oft über weniger Finanzprognosen, weniger formalisierte Planung und eine geringere Informationstransparenz als große Unternehmen. Bei der Kreditvergabe an KMU müssten Banken deshalb stärker auf die Glaubwürdigkeit der Gründerin oder des Gründers, des Managementteams und auf den Geschäftsplan achten, sagte Malige.

Für Unternehmerinnen beginnt die Finanzierungslücke oft schon, bevor sie überhaupt einen Kreditantrag stellen. Ihr Zugang zu Kapital hängt auch davon ab, ob sie Informationen, Netzwerke und Unterstützungsangebote finden, die bestehende Programme praktisch nutzbar machen.

Ceren Güven Güres, Leiterin des UN-Women-Verbindungsbüros für Zentralasien, betont, dass Usbekistan bei Reformen zur Gleichstellung der Geschlechter deutliche Fortschritte gemacht hat, darunter Förderprogramme für Unternehmerinnen. Rechtliche und politische Änderungen führten jedoch nicht automatisch zu gleichen Zugangschancen, sagte sie.

„Sind sie sich ihrer Rechte bewusst? Kennen sie diese Angebote?“, fragte sie.

Sicherheiten bestimmen weiter Kreditvergabe

Wenn ein Unternehmen schließlich bei der Bank ankommt, folgt meist die nächste Prüfung: die Sicherheiten. Viele junge Unternehmerinnen und Unternehmer oder Gründerinnen und Gründer besitzen noch nicht genug Vermögen oder Ausstattung, um einen Kreditantrag abzusichern.

„Viele Banken verlangen Sicherheiten, Sachwerte, und sehr häufig verfügen KMU nicht in ausreichender Form darüber, um einen Bankkredit zu erhalten“, sagte Malige.

Das Problem reicht zudem bis in die Organisation der KMU-Kreditvergabe in den Banken hinein.

„Viele Banken behandeln Kredite an KMU als eine Art abgespeckte Variante der Unternehmenskredite. So sollte es nicht sein“, sagte er.

Nach Angaben der EBWE arbeitet die Bank mit Kreditnehmenden und Kreditgebenden zusammen. Sie bietet technische Hilfe, Schulungen und Instrumente zur Risikoteilung wie Erstverlustgarantien an, die Banken bei der Vergabe von Krediten an Kundinnen und Kunden ohne klassische Sicherheiten unterstützen sollen.

Unternehmerinnen brauchen mehr als Kredite

Für Unternehmerinnen bestimmen auch Faktoren außerhalb des Bankensystems den Zugang zu Finanzierung. Güres zufolge schränken gesellschaftliche Erwartungen, Geschlechterstereotype und die Betreuungspflichten für Familie häufig die Möglichkeiten von Frauen ein, Unternehmen aufzubauen, Netzwerken beizutreten und Angebote zu nutzen.

„Wir müssen zu den Ursachen zurückgehen – zu schädlichen sozialen Normen und Geschlechterstereotypen, zur Betreuungslast, die auf Frauen liegt“, sagte sie.

Förderprogramme müssten Frauen auch nach der Gründung oder Formalisierung eines Unternehmens begleiten, sagte sie. Dazu gehörten Mentoring, passgenaue Unterstützung sowie Zuschüsse und Kredite, die Firmen über die erste Phase hinaus wachsen lassen.

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