In 2024 beendete Schweden nach zwei Jahrhunderten seine militärische Bündnisfreiheit und trat der NATO bei. Auslöser war Russlands Angriff auf die Ukraine 2022. Jetzt soll der schwedische Nachrichtendienst eine Geheimdienstaktion gegen das eigene Land, die EU und die NATO gestoppt haben.
Der schwedische Nachrichtendienst Säpo hat nach eigenen Angaben am Montag eine russische Geheimdienstoperation vereitelt. Sie sollte Schweden diskreditieren und nutzte dafür einen "Agenten", der in einer ausländischen diplomatischen Vertretung in Schweden tätig war.
In einer Mitteilung erklärte die Spionageabwehr, sie habe "Informationen über eine russische Geheimdienstoperation gesammelt und Maßnahmen dagegen ergriffen. Ziel war es, die schwedische Entscheidungsfindung zu beeinflussen und Schweden, die NATO und die EU zu diskreditieren".
Nach Angaben Säpos ist die "Geheimdienstoperation seit einiger Zeit vom russischen Auslandsgeheimdienst SVR geplant und gesteuert worden". Welche diplomatische Vertretung betroffen war, teilte der Säpo nicht mit.
"Eines der Ziele der Operation war es, Informationen über schwedische Entscheidungsprozesse zu sammeln", erklärte die Behörde. So sollten die russischen Geheimdienste Einflusskampagnen zu polarisierenden Themen starten, "um die schwedische Entscheidungsfindung zu untergraben und Schweden, die NATO und die EU zu diskreditieren".
Christoffer Wedelin, stellvertretender Leiter der Operationsabteilung bei Säpo, sagte, nachdem die Behörde von der Operation erfahren habe, "habe der schwedische Sicherheitsdienst Maßnahmen ergriffen, um zentrale schwedische Interessen zu schützen und weiteren Einfluss abzuwehren".
Im Jahr 2024 beendete Schweden nach rund zwei Jahrhunderten seine militärische Bündnisfreiheit und trat der NATO bei. Auslöser war der russische Großangriff auf die Ukraine im Jahr 2022.
Säpo bezeichnet Russland, neben China und Iran, immer wieder als wichtigste nachrichtendienstliche Bedrohung für das Land.