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Ölpreis springt, Europas Börsen fallen: Trump erklärt Iran-Waffenruhe für beendet

Ein Börsenhändler beobachtet am Freitag, 17. April 2026, seine Bildschirme an der Börse in Frankfurt am Main.
Ein Börsenhändler beobachtet am Freitag, 17. April 2026, an der Börse in Frankfurt in Deutschland seine Bildschirme. Copyright  AP Photo/Michael Probst
Copyright AP Photo/Michael Probst
Von Doloresz Katanich mit AP
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Der Ölpreis steigt um mehr als sechs Prozent auf den höchsten Stand seit zwei Wochen, nachdem US-Präsident Trump ein Iran-Abkommen aufkündigt und neue US-Angriffe Sorgen um Lieferungen durch die Straße von Hormus schüren.

Die Aktienmärkte in Europa und Asien stehen am Mittwoch unter Druck, während die Ölpreise um mehr als sechs Prozent springen. Auslöser sind Aussagen von US-Präsident Donald Trump, dass die vorläufige Waffenruhe mit Iran beendet sei. Damit wächst die Gefahr eines erneuten militärischen Konflikts zwischen beiden Ländern.

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Auf die Frage, ob das Memorandum of Understanding mit Iran noch gilt, sagte Trump laut Reuters am Rande des NATO-Gipfels in Ankara zu Journalistinnen und Journalisten: „Für mich ist das vorbei. Ich will keine Geschäfte mit ihnen.“

Zuvor hatte das US-Zentralkommando gemeldet, dass US-Streitkräfte in der Nacht mehr als 80 Ziele in Iran angegriffen haben. Betroffen seien unter anderem Führungs- und Kommunikationszentren, Küstenradarsysteme, Kapazitäten für Schiffsabwehrraketen sowie von den Revolutionsgarden betriebene Schiffe. Washington entzog zudem eine Ausnahmegenehmigung, die Iran begrenzt Ölexporte erlaubt hatte.

Die nächstfällige Lieferung der Nordseesorte Brent, dem internationalen Referenzöl, steigt bis 11.45 Uhr MESZ um mehr als sechs Prozent auf 78,79 US-Dollar je Barrel. US-Referenzöl WTI klettert um 6,3 Prozent auf 74,88 US-Dollar. Beide Sorten waren zuletzt auf etwa das Niveau gefallen, das sie vor Beginn des Kriegs gegen Iran Ende Februar erreicht hatten.

Auch Aktien großer Ölkonzerne legen kräftig zu. Shell führt die Branche mit einem Plus von fünf Prozent an, während BP, Chevron und ExxonMobil am frühen Mittwoch jeweils um mehr als drei Prozent höher notieren.

Die jüngste Eskalation, trotz Bekenntnissen zu einer friedlichen Lösung, vergrößert die Unsicherheit über die weitere Entwicklung der Ölpreise. Während des Kriegs waren sie zeitweise weit über 100 US-Dollar gestiegen und danach deutlich gefallen. Gleichzeitig wächst die Sorge. Viele Analysten befürchten, dass der Hype um Aktien aus dem Bereich der künstlichen Intelligenz die Kurse weiter von den tatsächlichen Produktivitätsgewinnen und Gewinnen abkoppelt, die aus den massiven Investitionen in Chipfabriken und Rechenzentren entstehen dürften.

„In den nächsten Stunden dürften geopolitische Schlagzeilen die Stimmung an den Märkten bestimmen. Eine weitere Verschlechterung der Lage könnte die Bewertungen am Aktienmarkt zusätzlich belasten und den Druck auf Technologiewerte erhöhen“, schreibt Ipek Ozkardeskaya von Swissquote in einem Kommentar.

Börsen geben nach

In Europa verliert der deutsche Leitindex DAX gegen elf Uhr MESZ mehr als 2,2 Prozent. Der britische Leitindex FTSE 100 in London gibt 1,5 Prozent nach, der französische CAC 40 fällt um mehr als zwei Prozent.

US-Aktienfutures liegen zur selben Zeit mehr als ein Prozent im Minus.

In Asien sinkt der Nikkei 225 in Tokio um 2,1 Prozent auf 66.819,05 Punkte. Südkoreas Kospi büßt 5,4 Prozent ein und steht bei 7.246,79 Punkten.

Der südkoreanische Index war zuvor stark gestiegen und dann wieder gefallen. Im vergangenen Monat überschritt er kurzzeitig die Marke von 9.000 Punkten, bevor massive Verkäufe von KI-Werten wie Samsung Electronics und SK Hynix einsetzten. Samsung verliert am frühen Mittwoch weitere 6,3 Prozent, nachdem die Aktie bereits am Vortag rund sieben Prozent eingebüßt hatte. SK Hynix dreht anfängliche Gewinne ins Minus und fällt um 5,7 Prozent.

Der taiwanische Taiex steigt um 0,6 Prozent. In Hongkong legt der Hang Seng um drei Prozent auf 24.193,56 Punkte zu.

Aktien des chinesischen KI-Start-ups Zhipu, auch bekannt als Z.ai und an der Börse unter dem Namen Knowledge Atlas Technology notiert, gewinnen am Mittwoch fast 14 Prozent.

Der Shanghai Composite Index gibt 0,5 Prozent auf 3.970,88 Punkte nach.

Bereits am Dienstag hatten die stark schwankenden KI-Werte in den USA wieder nachgegeben und die Wall Street mit nach unten gezogen. Der breite S&P 500 verlor 0,4 Prozent, auch wenn die Mehrheit der darin enthaltenen Aktien zulegte.

Verluste bei KI-Titeln drückten den technologielastigen Nasdaq Composite um 1,2 Prozent nach unten, der Dow-Jones-Index der Standardwerte sank um 0,2 Prozent.

Der Chiphersteller Advanced Micro Devices fiel um 6,5 Prozent, Intel verlor 9,7 Prozent und Micron Technology 4,7 Prozent.

SpaceX, Eigentümerin des KI-Unternehmens xAI, gab um 6,8 Prozent nach – und das trotz des ersten Handelstags im Nasdaq-100-Index. Einige Analysten gehen davon aus, dass Hedgefonds und andere Großinvestoren sogenannte „Index-Rebalancing“-Geschäfte tätigen. Sie waren früh beim Börsengang eingestiegen und könnten ihre Anteile nun schnell an Indexfonds weiterverkaufen.

Rivian Automotive brach um 18,1 Prozent ein, nachdem der Elektroautohersteller angekündigt hatte, 75 Millionen neue Aktien zu platzieren. Das verwässert die Beteiligungen der bestehenden Aktionärinnen und Aktionäre.

Im Devisenhandel steigt der US-Dollar am frühen Mittwoch auf 162,26 japanische Yen, nach 162,11 Yen am Vortag. Der Euro legt auf 1,1426 US-Dollar zu, nach 1,1414 Dollar zuvor.

Gold verbilligt sich um rund 1,5 Prozent auf etwa 4.050 US-Dollar, Silber verliert ungefähr 2,5 Prozent auf 58 US-Dollar.

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