Francisco González und weitere 14 Angeklagte müssen sich vor Gericht verantworten. Sie sollen dem Ex-Kommissar zwischen 2004 und 2016 illegale Aufträge erteilt haben.
Die Audiencia Nacional hat das Hauptverfahren gegen BBVA, ihren Ex-Präsidenten Francisco González und weitere 14 Personen eröffnet. Es geht um mutmaßlich illegale Aufträge an den Ex-Kommissar José Manuel Villarejo in den Jahren 2004 bis 2016.
Richter Antonio Piña schickt das Institut wegen eines Korruptionsdelikts und 52 Fällen von Ausspähung und Offenlegung von Geheimnissen vor Gericht. Außerdem hat er eine Kaution von 1,17 Millionen Euro zur Absicherung möglicher zivilrechtlicher Ansprüche festgesetzt und den Beschuldigten eine Frist von zehn Tagen zur Einreichung ihrer Verteidigungsschriften gesetzt.
Francisco González muss sich wegen mutmaßlicher Bestechung, Geheimnisverrats, Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung, untreuer Geschäftsführung und Urkundenfälschung verantworten. Mit ihm zusammen sitzen auch mehrere ehemalige Topmanager der BBVA sowie frühere Polizeifunktionäre auf der Anklagebank, die mit Villarejo in Verbindung stehen.
Die Antikorruptionsstaatsanwaltschaft fordert 173 Jahre Haft für den Ex-Präsidenten der BBVA, 216 Jahre für Villarejo und 243 Jahre für den früheren Sicherheitschef der Bank, Julio Corrochano, wegen ihrer mutmaßlichen Beteiligung an dem Netzwerk.
Nach Darstellung der Staatsanwaltschaft genehmigte die Bankspitze die Beauftragung des mit Villarejo verbundenen Unternehmens Cenyt. Der Auftrag sei an den internen Verfahren vorbei vergeben worden.
BBVA hält dem entgegen, dass die untersuchten Vorgänge keine strafrechtliche Verantwortlichkeit der Bank begründeten.