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Waldbrände in Spanien: Mehrheit der Todesopfer wohl Ausländer

Waldbrand wütet in Alfajir bei Almería: zehnter Juli 2026.
Waldbrand wütet in Alfajir bei Almería: zehnter Juli 2026. Copyright  AP Photo
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Von Gavin Blackburn
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Rund 500 Feuerwehrleute, unterstützt von Spaniens Militäreinheit für Notfälle, bekämpfen die Flammen und suchen nach Opfern. Einsatzkräfte brachten rund 800 Menschen in Sicherheit, knapp 200 davon in provisorische Notunterkünfte.

Mindestens zwölf Menschen sind bei einem sich rasant ausbreitenden Waldbrand ums Leben gekommen, der eine Touristenregion in Andalusien im Süden Spaniens verwüstet hat. Autofahrer wurden in brennenden Fahrzeugen eingeschlossen, Andere wurden auf der Flucht zu Fuß von den Flammen eingeholt.

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Nach Angaben der Behörden handelt es sich bei einem Großteil der Opfer des Feuers, das am Donnerstag ausbrach und Wälder sowie Buschland in der Gegend von Los Gallardos zerstörte, um ausländische Staatsangehörige. 23 Menschen werden vermisst.

Antonio Sanz, der Notfallminister der Region Andalusien, erklärte: "Alles deutet darauf hin, dass es sich bei den Verstorbenen überwiegend oder sogar ausschließlich um ausländische Staatsangehörige handelt."

Nach seinen Angaben verließen einige Betroffene die ausgewiesenen Evakuierungsrouten und suchten einen anderen Fluchtweg über ein Flussbett. Diese Entscheidung habe sich als "Falle" erwiesen, als das Feuer sie einholte.

Sanz beschrieb den Brand als einen "sehr komplexen, sehr schnell verlaufenden" Ausbruch in einer Region mit vielen Schluchten, in denen sich schwere Löschfahrzeuge nur schlecht einsetzen lassen.

Ein Waldbrand wütet in Alfajir nahe Almería, 10. Juli 2026
Ein Waldbrand wütet in Alfajir nahe Almería, 10. Juli 2026 AP Photo

Spanien leidet unter extremer Hitze. Unter diesen Bedingungen breiten sich Waldbrände besonders schnell aus.

Der Präsident der Regionalregierung von Andalusien, Juan Manuel Moreno Bonilla, berichtete, vier der Todesopfer seien in einem rechtsgelenkten Auto unterwegs gewesen.

"Es scheint sich um britische Staatsbürger gehandelt zu haben, die im Wagen in den Flammen ums Leben kamen", sagte er im spanischen Radio.

Rund 500 Feuerwehrleute, unterstützt von der Militäreinheit für Notfalleinsätze, kämpfen gegen die Flammen und suchen nach weiteren Opfern. Etwa 800 Menschen mussten ihre Häuser verlassen, fast 200 von ihnen kamen vorübergehend in Notunterkünften unter.

Die Einsatzkräfte warnen, dass sich die Lage weiter zuspitzen könnte, wenn der Wind dreht.

Wissenschaftler sind sich einig, dass der von Menschen verursachte Klimawandel, unter anderem getrieben durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe, extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen wahrscheinlicher und heftiger macht.

Mutmaßliche Ursache: herabstürzende Stromleitung

Reporter der Nachrichtenagentur AFP beobachteten, wie Feuerwehrleute versuchten, die Flammen in der ausgedörrten Landschaft zu löschen, während weiße Rauchschwaden in den Himmel stiegen.

Zu den Identitäten der Todesopfer gab es zunächst keine Bestätigung. Die Behörden gehen aber davon aus, dass viele von ihnen ausländische Besucher oder Bewohner des Ortes Bédar sind, eines kleinen Dorfes im Bezirk Los Gallardos.

Bédar liegt etwa 15 Kilometer von der spanischen Mittelmeerküste entfernt und ist bei Ausländern beliebt, die eine ruhigere Alternative zu den nahe gelegenen Badeorten suchen.

Bédars Bürgermeister Ángel Francisco Collado berichtete, er habe einige Bewohner aufgefordert, sofort ihre Häuser zu verlassen, "auch jene, die nicht gehen wollten".

Dieses aus Videoaufnahmen von INFOCA gewonnene Bild zeigt Feuerwehrleute im Einsatz gegen einen Waldbrand nahe Los Gallardos, 9. Juli 2026
Dieses aus Videoaufnahmen von INFOCA gewonnene Bild zeigt Feuerwehrleute im Einsatz gegen einen Waldbrand nahe Los Gallardos, 9. Juli 2026 AP Photo

Zu den vier Menschen, die in einem Auto starben, kommen nach seinen Angaben sieben weitere, die beim Versuch, zu Fuß zu fliehen, ums Leben kamen. Zwei Personen kamen mit Brandverletzungen ins Krankenhaus. Andere Behörden meldeten insgesamt acht Verletzte, vier von ihnen schwer.

Zeugen berichteten, das Feuer könnte durch eine Stromleitung ausgelöst worden sein, die zu Boden fiel und Buschwerk entzündete. Eine offizielle Bestätigung dafür gibt es bisher nicht.

Die Regionalregierung von Andalusien teilte mit, der Notruf sei mit mehr als 150 Meldungen über den Brand überflutet worden. Flammen seien sogar von der Hauptstraße aus zu sehen gewesen, die an dem Dorf vorbeiführt.

Sanz zufolge verbrannten bislang rund 3.150 Hektar Wald- und Ackerfläche.

"Tief betroffen"

Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez schrieb auf X, er sei "tief betroffen und erschüttert über die furchtbaren Folgen des Waldbrandes".

Bereits im Mai hatte er angekündigt, dass Spanien in diesem Sommer den bislang umfangreichsten Einsatz zur Bekämpfung von Waldbränden starten werde.

Spaniens König Felipe VI., Königin Letizia und ihre zwei Töchter legten am Freitag eine Schweigeminute für die Opfer ein.

Der König brach seine Teilnahme an einer Zeremonie zum Abschluss der militärischen Ausbildung seiner ältesten Tochter, Prinzessin Leonor, früher ab, um den von der Katastrophe in der Provinz Almería Betroffenen sein Beileid auszudrücken.

Spanien erlebt derzeit eine Hitzewelle. Glühende Temperaturen haben in Teilen Andalusiens in den vergangenen Tagen Wetterwarnungen der zweithöchsten Stufe ausgelöst.

Das Land verzeichnet in den vergangenen Jahren immer häufiger und länger anhaltende Hitzewellen, bei denen die Temperaturen oft über 40 Grad steigen. Diese Bedingungen begünstigen große Waldbrände.

Tödliche Feuer zerstörten im vergangenen Jahr nahezu 4.000 Quadratkilometer Land in Spanien – der höchste je für das Land verzeichnete Wert, wie aus Daten des Europäischen Waldbrand-Informationssystems hervorgeht.

Weitere Quellen • AFP

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