TSMC übertrifft Wall-Street-Erwartungen mit Rekordgewinn im zweiten Quartal, plus 77 Prozent, und plant Investitionen von 100 Milliarden Dollar in US-Chipwerke.
TSMC hat am Donnerstag einen Rekordgewinn für ein Quartal vorgelegt und zugleich seine Umsatzprognose angehoben. Die boomende Nachfrage nach Chips für künstliche Intelligenz treibt das Wachstum beim weltgrößten Auftragsfertiger weiter an.
Der in Taiwan ansässige Konzern erzielte im Quartal von April bis Juni einen Gewinn je Aktie von 4,31 Dollar und übertraf damit die Erwartungen der Analysten.
Der Umsatz lag bei 40,2 Milliarden Dollar (36,8 Milliarden Euro) und damit über den von Analysten erwarteten 39,63 Milliarden Dollar (34,6 Milliarden Euro).
In der Landeswährung stieg der Nettogewinn auf den Rekordwert von 706,6 Milliarden NT-Dollar (19,1 Milliarden Euro), ein Plus von 77 % binnen eines Jahres. Der Umsatz kletterte um 36 % auf 1,27 Billionen NT-Dollar (36,8 Milliarden Euro). Die Nachfrage nach den Highend-Chips, die TSMC für Kunden wie Nvidia und Apple fertigt, bleibt ungebrochen.
TSMC produziert Halbleiter für fast alle großen Chipentwickler. Entsprechend gelten die Zahlen des Unternehmens mit Sitz in Hsinchu als wichtiger Gradmesser für die gesamte Branche und für die Nachfrage nach KI-Technik insgesamt – in einer Phase, in der Investoren über eine mögliche Blase nachdenken.
Konzernchef Che-Chia Wei sprach von einer „äußerst robusten“ weltweiten Nachfrage nach KI-Anwendungen. Er rechnet damit, dass sie bis etwa 2029 oder 2030 sehr hoch bleibt. Auf dieser Grundlage prognostiziert TSMC für 2026 nun ein Umsatzwachstum von etwas mehr als 40 % im Jahresvergleich, nach bisher mehr als 30 %.
Die Zahlen vom Donnerstag bestätigten, was die monatlichen Verkaufsdaten bereits angedeutet hatten.
Wie bereits am Montag gemeldet, legte der Umsatz im Juni im Jahresvergleich um 67,9 % zu. In den ersten sechs Monaten stiegen die Erlöse um 35,6 % gegenüber dem entsprechenden Zeitraum und lagen damit leicht über den Konsensschätzungen der Analysten für das Quartal.
Die TSMC-Aktie gewann nach der Veröffentlichung der Ergebnisse zunächst rund ein Prozent, gab die Zuwächse im weiteren Verlauf aber wieder ab. Eine Verkaufswelle bei KI-Titeln belastete am Donnerstag die Leitindizes in ganz Asien.
TSMC baut US-Fertigung massiv aus
Parallel zu den Zahlen kündigte TSMC an, zusätzlich 100 Milliarden Dollar (87,4 Milliarden Euro) in den Ausbau seiner Produktionskapazitäten in den USA zu investieren – zusätzlich zu den bereits zugesagten 165 Milliarden Dollar (144 Milliarden Euro) für den Bau von sechs Chipfabriken im Bundesstaat Arizona.
Damit würden sich die zugesagten Investitionen des Konzerns in den USA auf rund 265 Milliarden Dollar (231 Milliarden Euro) summieren.
Mit dem neuen Geld sollen vier weitere Werke in Arizona entstehen, die ausschließlich die modernsten Chips mit Strukturbreiten von zwei Nanometern und darunter produzieren. Man wolle damit die starke, auf viele Jahre angelegte Nachfrage der wichtigsten US-Kunden unterstützen, sagte Che-Chia Wei in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen.
TSMC will in diesem Jahr zudem mehr investieren als bislang vorgesehen. Die Ausgaben für Sachanlagen sollen nun zwischen 60 Milliarden Dollar (52,4 Milliarden Euro) und 64 Milliarden Dollar (55,9 Milliarden Euro) liegen, nach zuvor geplanten 52 Milliarden Dollar (45,4 Milliarden Euro) bis 56 Milliarden Dollar (48,9 Milliarden Euro).
Die Ankündigung folgt auf ein Handelsabkommen, das die Regierung Trump Anfang dieses Jahres mit Taiwan geschlossen hat. Darin verpflichteten sich taiwanische Unternehmen, mindestens 250 Milliarden Dollar (218 Milliarden Euro) in den US-Technologiesektor zu investieren – im Gegenzug für niedrigere Zölle.