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Inflation in der Eurozone steigt auf zwei Komma neun Prozent: Wo ziehen die Preise am stärksten an

An einer Tankstelle in Frankfurt am Main, Deutschland, sind am Mittwoch, dem ersten Juli 2026, die Spritpreise zu sehen.
An einer Frankfurter Tankstelle stehen am Mittwoch, dem ersten Juli 2026, die Kraftstoffpreise auf der Anzeigetafel. Copyright  Copyright 2026 The Associated Press. All rights reserved
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Von Piero Cingari
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Eurozonen-Inflation steigt im Juli auf 2,9 Prozent, doch die Teuerung unterscheidet sich deutlich zwischen den Ländern und bewegt die Märkte.

Die Abschwächung der Inflation in Europa hat nur kurz angehalten.

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Im Juni hatte sich der Preisdruck im Euroraum etwas verringert. Im Juli zog die Teuerung jedoch wieder an, weil der erneut aufgeflammte Konflikt im Nahen Osten die Energiekosten in die Höhe treibt.

Eine Schnellschätzung von Eurostat zeigt, dass die jährliche Verbraucherpreisinflation im Juli auf 2,9 Prozent gestiegen ist. Im Juni lag sie noch bei 2,8 Prozent und entsprach damit den Erwartungen der Ökonominnen und Ökonomen.

Auch die Kerninflation, bei der schwankungsanfällige Preise für Lebensmittel und Energie herausgerechnet werden, legte leicht zu und stieg von 2,4 auf 2,5 Prozent. Am stärksten verteuerte sich Energie mit einem Plus von zehn Prozent im Jahresvergleich, gefolgt von Dienstleistungen mit einem Anstieg von 3,3 Prozent.

Die neuen Inflationsdaten kommen nur einen Tag nachdem das BIP des Euroraums im zweiten Quartal überraschend zugelegt hat. Das nährt die Einschätzung, dass die europäische Wirtschaft robuster ist, als viele befürchtet hatten.

Hinter den Durchschnittswerten verlaufen die Inflationstrends im Euroraum jedoch sehr unterschiedlich. In einigen Ländern nehmen die Preisschübe zu, in anderen lassen sie deutlich nach.

Litauen bleibt Inflations-Hotspot

Litauen verzeichnete im Juli mit 5,6 Prozent die höchste Inflationsrate im Euroraum, gefolgt von Bulgarien mit 4,1 Prozent, Zypern mit 4,0 Prozent, Spanien mit 3,8 Prozent und Kroatien mit 3,6 Prozent.

Am anderen Ende der Skala steht Estland mit der niedrigsten Jahresinflation von 2,0 Prozent. Dahinter folgen Malta mit 2,1 Prozent, Frankreich mit 2,4 Prozent, Lettland mit 2,5 Prozent sowie Österreich und Finnland mit jeweils 2,6 Prozent.

In Deutschland, der größten Volkswirtschaft der Währungsunion, beschleunigte sich die Inflation auf 2,8 Prozent. Italien erreichte mit 2,9 Prozent genau den Euroraum-Durchschnitt.

„Wir gehen davon aus, dass die Gesamtinflation im Euroraum zäh bei etwas über 2,5 Prozent bleibt“, kommentierte Claus Vistesen, Ökonom bei Pantheon Economics, die Zahlen.

Das Analysehaus rechnet damit, dass die Europäische Zentralbank vor einer Pause noch einmal die Zinsen um 25 Basispunkte anhebt.

Wo die Inflation anzog und wo sie nachließ

Im Vergleich zu Juni entwickelten sich die Preisdruck-Tendenzen im Euroraum sehr unterschiedlich.

Den stärksten monatlichen Anstieg verzeichneten die Niederlande: Dort stiegen die Verbraucherpreise gegenüber Juni um 1,5 Prozent. Dahinter folgen Deutschland mit plus 0,9 Prozent, Frankreich, Kroatien und Malta mit jeweils plus 0,6 Prozent, Estland mit plus 0,5 Prozent sowie Bulgarien mit plus 0,4 Prozent.

Deutlich rückläufig waren die Preise dagegen in Griechenland mit minus 1,4 Prozent. Es folgen Italien mit minus 1,0 Prozent, Lettland mit minus 0,7 Prozent, Belgien und Luxemburg mit jeweils minus 0,6 Prozent, Österreich mit minus 0,4 Prozent sowie Portugal und Slowenien mit jeweils minus 0,3 Prozent.

„Der anhaltende Konflikt und der Sprung bei den Energiekosten bleiben zentrale Wachstumsrisiken, da der Euroraum netto Energie importiert“, sagte Matthew Ryan, Leiter Marktstrategie beim Finanzdienstleister Ebury.

„Die Ölpreise liegen zwar nicht mehr auf ihren Höchstständen, bleiben aber hoch. Der Anstieg der Erdgaspreise auf Mehrjahreshochs verstärkt die Sorgen zusätzlich“, fügte er hinzu.

Märkte bleiben im „Risk-on“-Modus

Die Risikobereitschaft an den Märkten blieb hoch, nachdem die Wall Street am Vortag kräftig zugelegt hatte. Microsoft sprang nach glänzenden Quartalszahlen um 15 Prozent nach oben – der stärkste Tagesgewinn seit 2008.

Der Euro legte unmittelbar nach Veröffentlichung der Inflationsdaten leicht zu und stieg gegenüber dem US-Dollar auf 1,1520. Die europäischen Aktienmärkte setzten die Rally vom Donnerstag fort.

Der deutsche Leitindex DAX 40 kletterte um rund 0,8 Prozent auf ein neues Rekordhoch von über 25.800 Punkten. Der Euro Stoxx 50 gewann mehr als ein Prozent und erreichte ebenfalls ein Allzeithoch. Frankreichs CAC 40 legte um etwa 0,9 Prozent zu, der italienische FTSE MIB schnitt mit einem Plus von nahezu einem Prozent noch besser ab.

Technologiewerte lagen erneut an der Spitze der Kursgewinne.

Infineon Technologies sprang um mehr als sechs Prozent nach oben und setzte damit die KI-getriebene Erholung bei Halbleiterwerten weltweit fort. STMicroelectronics legte um über vier Prozent zu, Siemens Energy stieg um rund 3,5 Prozent.

Unternehmensberichte stärkten die positive Stimmung zusätzlich.

Saint-Gobain legte deutlich zu, nachdem der Konzern ein stärkeres Umsatzwachstum im zweiten Quartal gemeldet hatte. NatWest gewann nach einem Anstieg des Vorsteuergewinns um 29 Prozent. Auch Engie und Crédit Agricole notierten nach besser als erwarteten Zahlen im Plus.

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