Spanien verzeichnet seit fünf Monaten eine Teuerungsrate von über 3 %. Teure Energie durch Blockade von Hormus: Strompreis klettert im Juli über 100 € je MW/h, Höchststand seit 2022.
Das zweitgrößte Problem für die Spanier nach dem Thema Wohnen ist die wirtschaftliche Lage. Sie verschärft sich weiter, wie die neuesten Daten des Statistikamts INE zeigen. Die Behörde korrigiert ihre Prognose für Juli um ein Zehntel nach oben und bestätigt, dass die Inflation in diesem Monat auf 3,6 % gestiegen ist. Das ist der schlechteste Wert seit Mai 2024.
Seit nunmehr fünf Monaten liegt die jährliche Inflationsrate über drei Prozentpunkten. Die Erholung der Preise hat einen klaren Hauptverursacher: die Krise bei den Kraftstoffen und der starke Anstieg der Stromkosten. Hinzu kommt, dass der Juli von einer besonders hohen Nachfrage geprägt ist. Wegen der intensiven Hitze und aufeinanderfolgender Hitzewellen im Hochsommer verbrauchen die Menschen mehr Strom, was die Stromrechnung weiter verteuert.
Der Strompreis lag im Juli bei rund 105 Euro pro Megawattstunde. Das ist der größte jährliche Anstieg seit demselben Monat 2022, als die Invasion der Ukraine die europäischen Lieferungen unter Druck setzte. Sechs Jahre später sorgen nun die teilweisen Blockaden im Roten Meer und vor allem in der Straße von Hormus für die aktuelle Instabilität der Energiepreise.
Das von Carlos Cuerpo geleitete Wirtschaftsministerium teilte mit, dass der Dieselpreis im vergangenen Monat die jährliche Schwelle von 15 % um sieben Zehntelpunkte überschritten hat. Dadurch greift automatisch eine Senkung der Mineralölsteuer. Pro Liter werden nun 20 Cent statt bisher fünf Cent abgezogen.
Es handelt sich um eine Maßnahme, die im Krisenplan der Regierung für die durch die israelischen und US-amerikanischen Luftangriffe im Iran ausgelöste Krise vorgesehen ist. Parteien links der PSOE kritisieren sie scharf. Sie finden, dass die Vertriebsgesellschaften diese Entlastung nicht vollständig an die Verbraucher weitergeben.
Es gibt aber auch eine positive Nachricht. Der durchschnittliche Einkaufswagen ist im Juli um drei Zehntelpunkte günstiger geworden. „Der Inflationsdruck hat sich nicht auf Lebensmittel übertragen. Hier lag die jährliche Teuerungsrate bei 1,6 %, drei Zehntelpunkte unter der Rate von Juni und auf einem Tiefstand, wie wir ihn seit 2021 nicht mehr gesehen haben“, betonte das Wirtschaftsministerium. Die Preise steigen weiter, aber etwas langsamer. Deutlich billiger wurden vor allem Obst, Gemüse und Hülsenfrüchte, außerdem Textilien wegen der Sommerschlussverkäufe.