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Chinas Einzelhandelsumsätze legen erneut kaum zu, Peking ringt um mehr Konsum

ARCHIV: Eine Frau mit ihren Einkäufen geht an anderen Kundinnen und Kunden vorbei, die sich vor einem Dior-Promostand in Peking versammeln, 17. Aug. 2026
Archivbild: Eine Frau mit Einkäufen geht an wartenden Kundinnen und Kunden vor einem Dior-Promostand in Peking vorbei, 17. August 2026 Copyright  AP Photo/Andy Wong
Copyright AP Photo/Andy Wong
Von Quirino Mealha
Zuerst veröffentlicht am
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Chinas Einzelhandelsumsatz stieg im August nur um null Komma vier Prozent – geringster Anstieg seit der Erholung und zweite Abschwächung in Folge, trotz kräftigerer Industrieproduktion.

Chinesische Verbraucher geben kaum mehr Geld aus als vor einem Jahr. Gleichzeitig wächst die Lücke zwischen dem, was das Land produziert, und dem, was im Inland gekauft wird.

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Nach Angaben des Nationalen Statistikamts stiegen die Einzelhandelsumsätze im August im Jahresvergleich nur um 0,4 Prozent. Volkswirte hatten 0,8 Prozent erwartet; im Juli waren es 0,6 Prozent, im Juni ein Prozent.

Immerhin ist der Wert überhaupt positiv.

Im Mai waren die Einzelhandelsumsätze noch um 0,6 Prozent geschrumpft. Der August markiert also eine leichte Erholung vom Tiefpunkt. Der Konsum bleibt jedoch nahezu stagnierend – ausgerechnet in einer Phase, in der die chinesische Regierung seine Belebung zur Priorität erklärt hat.

Seit dem Ende der Covid-19-Pandemie kommt die Binnennachfrage nur schleppend voran. Das bremst das Wachstum, obwohl die Exporte boomen.

Industrie legt zu, Investitionen sinken

Die übrigen Zahlen zeigen ein gegensätzliches Bild.

Die Industrieproduktion wuchs im August um 5,2 Prozent. Im Juli waren es 4,5 Prozent gewesen, erwartet wurden 4,8 Prozent. Die Investitionen in Sachanlagen gingen hingegen in den ersten acht Monaten 2026 im Jahresvergleich um 7,2 Prozent zurück – im Rahmen der Prognosen.

Das Statistikamt erklärte, die Wirtschaft habe sich im vergangenen Monat „insgesamt stabil entwickelt“. Zugleich räumte die Behörde ein, „negative externe Faktoren“ nähmen zu.

Noch deutlicher wurde das Amt bei der Beschreibung der Ursachen. Die „Ungleichgewichte im Inland zwischen starkem Angebot und schwacher Nachfrage“ blieben ausgeprägt, heißt es. Zudem hätten manche Unternehmen mit „betrieblichen Schwierigkeiten“ zu kämpfen; die Basis für eine „dauerhafte Verbesserung der Wirtschaft“ müsse erst gefestigt werden.

Analystinnen und Analysten sehen die Lage ähnlich gespalten.

„Chinas Wirtschaft sendet weiterhin widersprüchliche Signale: Konsum und Investitionen bleiben schwach, während die Industrieproduktion ihren Schwung hält“, schreibt Zhiwei Zhang, Präsident und Chefökonom des Vermögensverwalters Pinpoint Asset Management.

Peking peilt für dieses Jahr ein Wachstum zwischen 4,5 und 5 Prozent an – das niedrigste Ziel seit Jahrzehnten.

Frisches Geld für den Finanzsektor

Die neuen Daten erscheinen nur wenige Tage, nachdem Peking Maßnahmen zur Stabilisierung seines Finanzsystems angekündigt hat.

Die am vorigen Sonntag bekannt gegebene Maßnahme sieht vor, dass das Finanzministerium eine Kapitalspritze von 360 Milliarden Yuan (46,1 Mrd. Euro) für acht staatliche Banken und Versicherer koordiniert. Rund 290 Milliarden Yuan (37,2 Mrd. Euro) fließen direkt an die Banken, damit sie weiter Kredite vergeben können – trotz des Drucks der Regierung, die Wirtschaft stärker zu stützen und anzukurbeln.

Ob diese Gelder tatsächlich beim Konsum der Haushalte ankommen, ist offen.

Zhang rechnet kurzfristig mit anhaltender Schwäche, gerade weil fiskalische Unterstützung nur langsam in der Realwirtschaft ankommt.

„Die Wirtschaft ist im dritten Quartal nach unten gefährdet, da die fiskalischen Maßnahmen Zeit brauchen, bis sie umgesetzt sind und in der Realwirtschaft wirken“, schreibt er.

Damit stützt sich Peking vor allem auf den einzigen Bereich, der derzeit zuverlässig läuft: die Industrie, deren Produktion wächst, und den Export, der robust bleibt.

Der nächste Schritt ist diplomatisch.

Staats- und Regierungschef Xi Jinping wird voraussichtlich am 24. September nach Washington reisen. Berichten zufolge bereitet er eine große Delegation chinesischer Wirtschaftsvertreter vor – ein ungewöhnlicher Schritt, da er selten mit Unternehmenschefs unterwegs ist und dies zuletzt 2015 in dieser Größenordnung getan hat.

Viele dieser Manager haben während der seit 2020 laufenden Regulierungswellen gegen Technologie-, Bildungs- und Immobilienkonzerne an Einfluss verloren.

Ihre Teilnahme an einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump würde die Bereitschaft zu Investitionen und Handel unterstreichen. Die Erwartungen an den Gipfel bleiben jedoch gedämpft: Beide Seiten streiten weiter darüber, welche Produkte im Rahmen der bestehenden Handelsabkommen als „nicht sensibel“ gelten sollen.

Weitere Quellen • AFP

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