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EZB lädt Europäer zur Abstimmung über neue Banknoten ein, Frist naht

EZB-Präsidentin Christine Lagarde nimmt in Frankfurt am Main an der Vorstellung der neuen Euro-Banknotenentwürfe teil, Donnerstag, 23. Juli 2026.
EZB-Präsidentin Christine Lagarde nimmt in Frankfurt am Donnerstag, 23. Juli 2026, an der Vorstellung der neuen Euro-Banknotenentwürfe teil. Copyright  AP Photo/Michael Probst
Copyright AP Photo/Michael Probst
Von Eleonora Vasques
Zuerst veröffentlicht am Zuletzt aktualisiert
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Die Europäische Zentralbank ruft Menschen in ganz Europa dazu auf, über neue Euro-Geldscheine abzustimmen, bevor die öffentliche Umfrage am 21. September endet.

Vögel, Flüsse und Persönlichkeiten der europäischen Kultur, darunter Komponistinnen und Komponisten, gehören zu den Motiven, über die die EZB die Menschen für künftige Euro-Banknoten abstimmen lässt. Mehr als neun Millionen Menschen haben bereits ihre Stimme abgegeben, doch die EZB ruft weitere Bürgerinnen und Bürger auf, ihre Meinung zu sagen, bevor die Umfrage am kommenden Montag endet.

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Die EZB hatte Europäerinnen und Europäer schon früher zur Neugestaltung der Scheine befragt. Nun startet sie erstmals eine Umfrage (Quelle auf Englisch), in der sie die Bevölkerung die zehn in die engere Wahl gekommenen Entwürfe bewerten lässt. Die Vorschläge unterscheiden sich deutlich von den heutigen Banknoten.

In einer Welt, in der immer weniger mit Bargeld bezahlt wird, setzt die EZB ein Signal: Scheine und Münzen bleiben, und Europas Bürger können mitbestimmen, wie sie künftig aussehen.

„Bargeld ist nicht einfach ein Relikt der Vergangenheit. Es gehört zum Alltag von Millionen Europäerinnen und Europäern“, sagte EZB-Direktoriumsmitglied Piero Cipollone am Montag bei einer Veranstaltung zu Euro-Banknoten in Brüssel.

Die Umfrage umfasst zehn Vorauswahl-Entwürfe zu zwei möglichen Themen: „Europäische Kultur“ sowie „Flüsse und Vögel“. Die Ergebnisse fließen in die Entscheidung des EZB-Rats ein, legen sie aber nicht fest. Mit einem Beschluss wird gegen Ende 2026 gerechnet. Danach dauert die Entwicklung der neuen Banknoten mehrere Jahre; sie sollen ab 2029 nach und nach in Umlauf kommen.

„Mehr als 31 Milliarden Euro-Banknoten im Wert von über 1,6 Billionen Euro sind im Umlauf; ihr Volumen wächst jährlich um rund 3 %. Außerdem zirkulieren mehr als 150 Milliarden Euro-Münzen“, sagte Cipollone. Bargeld spiele auch dann eine Rolle, wenn andere Zahlungsmittel ausfallen, etwa bei Strom- oder Internetausfällen, betonte er.

Die Bedeutung von Bargeld könnte durch ein neues EU-Gesetz weiter steigen, das als „Single Currency Package“ bekannt ist. Das Paket, über das in Brüssel verhandelt wird, enthält Maßnahmen, die den Status von Bargeld als gesetzliches Zahlungsmittel und seine verpflichtende Annahme stärken sollen.

„Bargeld bietet etwas, das sich nur schwer ersetzen lässt: einen greifbaren Anker für Stabilität und Vertrauen. Es fördert zudem die finanzielle Teilhabe. Es ist einfach und intuitiv. Es schützt die Privatsphäre. Und vielleicht am wichtigsten: Es sichert die Freiheit der Wahl“, sagte Cipollone in seiner Rede.

Laut einer EZB-Umfrage von 2024 hält eine wachsende Mehrheit der Europäerinnen und Europäer es für wichtig, dass Bargeld als Bezahlmöglichkeit erhalten bleibt.

„Bargeld ist die einzige Geldform, die jeder Bürger und jede Bürgerin direkt halten kann. Wer Bargeld hat, braucht keine Vermittler und keine Geräte, um es zu verwenden“, so Cipollone.

Digitaler und physischer Euro

Im Rahmen ihrer Zahlungsstrategie investiert die EZB nicht nur in neue Banknotendesigns, sondern auch in die Einführung des digitalen Euro – einer elektronischen Form von Zentralbankgeld, die Bargeld ergänzen soll. Nach Darstellung der EZB hängt die Unterstützung für Bargeld eng mit diesem neuen elektronischen Zahlungsmittel zusammen, das Transaktionen sowohl offline als auch online mit hohem Datenschutzniveau ermöglichen soll.

Der digitale Euro könnte erstmals 2029 ausgegeben werden, sofern die Verhandlungen in Brüssel bis Ende 2026 abgeschlossen sind.

„Wir investieren sowohl in Euro-Bargeld als auch in den digitalen Euro. Gemeinsam stellen sie sicher, dass Europäerinnen und Europäer für ihre täglichen Zahlungen Zentralbankgeld in physischer und digitaler Form nutzen können“, sagte Cipollone.

Beide Formen von Zentralbankgeld sollen zusammen gewährleisten, dass eine „europäische Lösung für alle Zahlungsarten jederzeit im gesamten Euroraum verfügbar ist“, wie Cipollone es formulierte.

Einer der Gründe für die neue Zahlungsstrategie der EZB ist das Streben nach strategischer Autonomie in Zeiten großer geopolitischer Unsicherheit und die starke Abhängigkeit der EU von US-amerikanischer Zahlungsinfrastruktur.

Visa und Mastercard, beide US-Konzerne, stehen laut EZB-Daten von 2025 für 61 % der Kartenzahlungen im Euroraum und für fast alle grenzüberschreitenden Kartentransaktionen.

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