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UNESCO warnt: Krieg zerstört unbezahlbares iranisches Kulturerbe

US- und israelische Angriffe auf Iran hinterlassen Schäden am Golestan-Palast in Teheran, Iran, im März zweitausendsechsundzwanzig.
Schäden nach US- und israelischen Angriffen auf den Iran am Golestan-Palast in Teheran, Iran, am dritten März 2026. Copyright  AP Photo
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Von Anushka Roy
Zuerst veröffentlicht am
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Der anhaltende Krieg im Nahen Osten bringt immer mehr Kultur- und historische Stätten in Gefahr. Staaten der Region und die UNESCO fordern erneut Hilfe zum Schutz des Erbes.

Die Kulturorganisation der Vereinten Nationen UNESCO schlägt erneut Alarm. Es geht um das Schicksal der Kulturerbestätten im Iran im Zuge des anhaltenden US-israelischen Kriegs.

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Bei einem jüngsten Treffen sprachen Vertreter der UNESCO mit der libanesischen Generaldirektion für Altertümer über „sofortige Maßnahmen, um den Schutz gefährdeter Kulturgüter im ganzen Land zu verstärken“, wie die Organisation mitteilte.

In der vergangenen Woche bestätigte die UNESCO, dass der Krieg in der Region „mehrere Stätten von kultureller Bedeutung“ in Mitleidenschaft gezogen und beschädigt hat. Die Organisation erneuerte ihren Appell zu größtmöglicher Zurückhaltung, um das „soziale Fundament der Gesellschaften“ zu bewahren, und erinnerte alle Konfliktparteien an ihre Pflicht, das Völkerrecht zu achten.

Im Iran stehen 29 Stätten auf der UNESCO-Welterbeliste.

Zu den beschädigten Orten zählen der Golestan-Palast in Teheran, der Chehel-Sotoun-Palast in Isfahan, die Moschee Masjed-e Jameh in derselben Stadt sowie prähistorische Stätten im Khorramabad-Tal.

Der Vorsitzende des Denkmalausschusses des Stadtrats von Teheran, Ahmad Alavi, erklärte vergangene Woche, seit Beginn des Kriegs hätten Luftangriffe landesweit mindestens 120 kultur- oder geschichtsträchtige Stätten beschädigt.

Er nannte unter anderem den Marmar-Palast in Teheran, das Teymourtasch-Haus und den Saadabad-Palastkomplex, eine der meistbesuchten Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt.

Im Folgenden einige der wichtigsten Stätten, die der eskalierende Krieg bereits in Mitleidenschaft gezogen hat.

Golestan-Palast, Teheran, Iran

Schäden durch US-amerikanische und israelische Angriffe an der Fassade des Golestan-Palasts in Teheran, Iran, 3. März 2026.
Schäden durch US-amerikanische und israelische Angriffe an der Fassade des Golestan-Palasts in Teheran, Iran, 3. März 2026. AP Photo

Trümmer eines US-israelischen Luftangriffs auf Teheran haben den Golestan-Palast beschädigt. Nach Angaben der Nachrichtenagentur AP wurden bereits Anfang vergangenen Monats die verspiegelten Decken, Fenster und Bögen des Palasts aus der Kadscharenzeit in Mitleidenschaft gezogen.

Archivbild: Zersplittertes Glas auf den Böden des Palasts nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen in Teheran, Iran, 3. März 2026.
Archivbild: Zersplittertes Glas auf den Böden des Palasts nach US-amerikanischen und israelischen Angriffen in Teheran, Iran, 3. März 2026. AP Photo

Die Schäden riefen die UNESCO auf den Plan. Die Organisation teilte mit, sie habe die geografischen Koordinaten der Welterbestätten und anderer national bedeutender Orte übermittelt, um sie im Konflikt zu schützen.

Chehel-Sotoun-Palast, Isfahan, Iran

Beschädigungen am Chehel-Sotoun-Palast. Quelle: @GhonchehAzad via X.

Angriffe auf die Stadt Isfahan, die dem Gebäude des Gouverneurs galten, haben auch das Innere des nahe gelegenen Chehel-Sotoun-Palasts beschädigt. Der Pavillon aus dem 17. Jahrhundert ist Teil des UNESCO-Welterbes „Persischer Garten“.

Die Zerstörungen ereigneten sich nur eine Woche, nachdem bereits der Golestan-Palast Schaden genommen hatte.

Ali-Qapu-Palast, Isfahan, Iran

Außenansicht des Ali-Qapu-Palasts, Isfahan, Iran, 2025.
Außenansicht des Ali-Qapu-Palasts, Isfahan, Iran, 2025. Ali HSFT via Unsplash

Auch der Ali-Qapu-Palast in Isfahan wurde durch die Angriffe auf das Gouverneursgebäude in Mitleidenschaft gezogen, da er in unmittelbarer Nähe liegt. Berichte sprechen von Schäden im Inneren, darunter an der kunstvollen Fliesenverzierung.

Masjed-e Jameh, Isfahan, Iran

Die nördliche Fassade der Masjed-e Jameh, Isfahan, Iran.
Die nördliche Fassade der Masjed-e Jameh, Isfahan, Iran. MJIB via UNESCO

Druckwellen der Angriffe auf Isfahan sollen auch die Masjed-e Jameh, die älteste Freitagsmoschee des Iran, beschädigt haben.

Tyrus, Libanon

Tyrus, Libanon.
Tyrus, Libanon. Limes.Media/Tim Schnarr via UNESCO

Die Welterbestadt Tyrus im Süden des Libanon, einst eine bedeutende phönizische Hafenstadt, ist durch israelische Angriffe in Gefahr geraten. Teile der Stätte seien beschädigt, heißt es in einer jüngsten Mitteilung der UNESCO (Quelle auf Englisch).

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