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Wegen Russlands Teilnahme: Italiens Kulturminister boykottiert Biennale

Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli nimmt an der Eröffnungszeremonie der Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main, Deutschland, teil.
Der italienische Kulturminister Alessandro Giuli nimmt an der Eröffnungszeremonie der Frankfurter Buchmesse in Frankfurt am Main, Deutschland, teil. Copyright  (c) Copyright 2024, dpa (www.dpa.de). Alle Rechte vorbehalten
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Von Arnold Koka
Zuerst veröffentlicht am
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Moskau hatte seit 2022 nicht mehr an der Biennale teilgenommen. Dieses Jahr erhielt es die Zustimmung des Präsidenten der Biennale-Stiftung, Pietrangelo Buttafuoco. Die Entscheidung führte zu Spannungen mit der Regierung und Brüssel

Italiens Kulturminister Alessandro Giuli wird der Eröffnung der 61. Biennale von Venedig aus Protest gegen die Präsenz des russischen Pavillons fernbleiben.

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Das teilte das Kulturministerium am Freitag mit. "Minister Alessandro Giuli wird weder zu den Voreröffnungstagen der 61. Kunstbiennale nach Venedig reisen noch an der für den 9. Mai geplanten Eröffnungsfeier teilnehmen", heißt es in der Mitteilung.

Russland hatte seit 2022, dem Jahr des Angriffs auf die Ukraine, nicht mehr an der Biennale teilgenommen, will seinen Pavillon in diesem Jahr jedoch wieder eröffnen – mit Zustimmung der Biennale-Stiftung unter Leitung von Pietrangelo Buttafuoco. Die Entscheidung sorgt für Spannungen mit der italienischen Regierung, Brüssel und mehreren europäischen Staaten.

Nach Angaben der Nachrichtenagentur Adnkronos soll der russische Pavillon vom 9. Mai bis 22. November 2026 für die Öffentlichkeit geschlossen bleiben und nur vom 6. bis 8. Mai für Medien zugänglich sein.

Konflikt zwischen Regierung und Biennale

Giuli hatte bereits im März den Rücktritt von Tamara Gregoretti, Vertreterin des Kulturministeriums im Verwaltungsrat der Biennale, gefordert. Er kritisiert, dass sie weder vor der möglichen Teilnahme Russlands gewarnt noch sich dagegen ausgesprochen habe.

Gregoretti wies die Forderung zurück. Sie handle im Rahmen der Autonomie der Institution, wonach Verwaltungsratsmitglieder nicht die Interessen der sie entsendenden Stellen vertreten.

Der Streit sorgt auch innerhalb der Regierung für Differenzen. Infrastrukturminister Matteo Salvini sprach sich für eine Teilnahme Russlands aus: Kultur und Kunst sollten verbinden und nicht ausschließen.

Buttafuoco verteidigte die Entscheidung und bezeichnete die Biennale als "eine Art UNO der Kunst", von der keine Nation ausgeschlossen werden könne. Er betonte, man habe im Einklang mit bestehenden Vereinbarungen gehandelt.

Russland und Israel von Preisen ausgeschlossen

Die Jury der Biennale kündigte unterdessen an, Russland und Israel von der Preisverleihung auszuschließen. Betroffen sind Länder, deren politische Führung derzeit vom International Criminal Court (IStGH) wegen Verbrechen angeklagt wird.

Der IStGH hat Haftbefehle gegen den russischen Präsidenten Vladimir Putin und den israelischen Regierungschef Benjamin Netanyahu erlassen.

Die Jury begründete ihre Entscheidung mit der Verantwortung der Biennale, Kunst mit den zentralen Fragen der Gegenwart zu verbinden und sich für die Verteidigung der Menschenrechte einzusetzen.

Druck aus Brüssel

Die Europäische Kommission hatte zuvor angedroht, Fördermittel in Höhe von zwei Millionen Euro auszusetzen oder zu streichen, falls die Aufnahme Russlands nicht ausreichend begründet werde.

Brüssel hatte die Entscheidung der Biennale scharf kritisiert. Institutionen und Mitgliedstaaten müssten im Einklang mit EU-Sanktionen handeln und dürften Personen, die den russischen Angriffskrieg unterstützen, keine Plattform bieten.

Auch die Kultur- und Außenminister von 22 EU-Staaten forderten die Biennale in einem gemeinsamen Schreiben auf, die Teilnahme Russlands zu überdenken.

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