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Geklaute Pommes schmecken besser: Studie bestätigt Tellerklau-Effekt

Studie: Gestohlene Chips schmecken angeblich besser.
Chips schmecken geklaut wirklich besser, zeigt eine neue Studie. Copyright  Canva
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Von Amber Louise Bryce
Zuerst veröffentlicht am
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Egal, ob du anderen die Chips klaust oder selbst Opfer wirst. Eine neue Studie liefert eine Erklärung: Geklautes schmeckt vielen offenbar besser.

Für manche sind Pommes frites die universelle Sprache der Liebe. Fast alle mögen sie; dieses Essen schweißt Menschen in einem fröhlichen Bund aus goldener Fettigkeit zusammen. Es sei denn, jemand entpuppt sich als Pommes-Dieb.

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Das kennen viele: Man bestellt sich eine große Portion Pommes. Die Begleitung versichert glaubhaft, sie wolle keine – der Salat reiche völlig.

Man fragt noch einmal nach, ob das wirklich so ist.

Sie bekräftigen es.

Doch sobald die Pommes auf dem Tisch stehen, gerät der Heiligenschein ins Rutschen.

Zuerst kommt die vorsichtige Bitte nach „nur einer“. Dann werden es ein paar mehr. Kaum geht man kurz zur Toilette, ist die Schale fast leer – nur ein paar labbrige Reste liegen noch darin.

Forschende der Russischen Medizinischen Akademie wollten wissen, warum diese Pommes-Diebstähle so verlockend bleiben. Sie prüften, ob eine kleine moralische Grenzüberschreitung den Geschmack verstärken kann.

Für die Studie, die in der Fachzeitschrift Food Quality and Preference erschienen ist, erhielten alle einhundertzwanzig Teilnehmenden zunächst die gleiche Portion Pommes direkt serviert. Danach bekamen sie Pommes angeboten, als würden sie von einer anderen Person stammen.

Zum Schluss sollten die Teilnehmenden heimlich Pommes von den Tellern anderer klauen – einmal in einer Situation mit geringem, einmal mit hohem Entdeckungsrisiko.

Danach bewerteten sie den Genussfaktor der Pommes auf einer Skala von eins bis neun. Im Durchschnitt schnitten die geklauten Pommes am besten ab.

Je höher das Risiko, erwischt zu werden, desto größer war der Kick. Die gestohlenen Pommes bekamen in den Kategorien Geschmack, Knusprigkeit und Salzgehalt im Schnitt rund vierzig Prozent bessere Noten als die direkt servierten.

Die Teilnehmenden erklärten, die Mischung aus Nervenkitzel und schlechtem Gewissen beim Naschen der verbotenen Pommes habe das Essen aufregender gemacht.

Die Ergebnisse könnten auch mit sogenanntem Mangeldenken zusammenhängen. Der Begriff beschreibt, wie unser Gehirn ängstlicher und besorgter reagiert, wenn etwas knapp wird – wir handeln dann wettbewerbsorientierter und impulsiver.

Ähnlich funktioniert es bei Verbotenem. Psychologinnen und Psychologen sprechen vom Effekt der verbotenen Frucht: Sobald etwas tabu ist, erscheint es sofort wertvoller und begehrenswerter.

Frühere Studien zeigen außerdem, dass Mangeldenken unsere Fähigkeit zur Empathie mindern kann – auch für den Ärger anderer Menschen, deren Pommes wir anknabbern.

Die Autorinnen und Autoren der Studie betonen, ihre Ergebnisse erweiterten „unser Verständnis davon, wie alltägliche Regelbrüche Belohnungssysteme aktivieren“. Das liefere zusätzliche Einblicke in die Verhaltenspsychologie und in die Denkprozesse, die unser Essverhalten steuern.

Vom nächsten Pommes-Diebstahl wird das wohl niemanden abhalten. Aber die Täterinnen und Täter haben nun immerhin eine wissenschaftlich klingende Ausrede.

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