Erstmals seit rund 220 Jahren ist die Westansicht des Parthenon wieder in ihrer vollständigsten möglichen Form zu sehen. Für Griechenland ist der Abschluss der Restaurierung ein Meilenstein.
Ein bedeutendes Etappenziel für den Schutz und die Aufwertung der Akropolis-Monumente ist erreicht: Die Restaurierung des Westgiebels des Parthenon ist abgeschlossen, die Außengerüste an der Westseite des Tempels wurden endgültig entfernt. Erstmals seit rund 220 Jahren präsentiert das Kulturministerium die Westansicht des Parthenon wieder in ihrer vollständigsten möglichen Form.
Mit der Versetzung von zwei Orthostaten an die bislang leeren Stellen des Westgiebels und der abgeschlossenen Restaurierung der dahinterliegenden Mauer ist die architektonische Einheit des Giebels wiederhergestellt.
Die Restaurierung der Orthostaten des Tympanons gehörte zu den komplexesten Eingriffen der vergangenen Jahre für die Akropolis-Restaurierungsbehörde (ΥΣΜΑ). Das Vorhaben erforderte hochspezialisierte technische Lösungen und höchste Präzision in allen Phasen – von der Bearbeitung der neuen Marmorblöcke bis zur Hebung und exakten Versetzung in das Bauwerk.
Den großen Orthostaten des Westgiebels setzten die Fachleute aus erhaltenen antiken Fragmenten wieder zusammen und ergänzten ihn mit neuem Marmor. Der zweite Orthostat wurde vollständig aus neuem Marmor gefertigt. Für die endgültige Versetzung der Steine installierten die Teams ein neues, funktionales Gerüstsystem, das strengste Sicherheitsstandards erfüllt und sich zugleich unaufdringlich in das Erscheinungsbild des Monuments einfügt.
Der Abschluss des Restaurierungsprogramms an der Westseite erfolgte im Rahmen eines Projekts, das aus der Aufbau- und Resilienzfazilität finanziert wurde. Ausgeführt wurden die Arbeiten vom spezialisierten Personal der ΥΣΜΑ unter Aufsicht des Komitees für die Erhaltung der Akropolis-Monumente (ΕΣΜΑ). Damit bestätigte sich erneut das hohe fachliche Niveau der griechischen Schule der Restaurierung.
Kulturministerin Lina Mendoni erklärte: "Heute sprechen wir über den Abschluss eines außerordentlich anspruchsvollen Restaurierungseingriffs. Dank dieser Arbeit zeigt sich der Westgiebel des Parthenon zum ersten Mal seit rund 220 Jahren wieder in seiner nahezu vollständigen Form. Der Anblick ist wirklich überwältigend. Der Giebel, den Generationen von griechischen Bürgern und Besuchern aus aller Welt nur unvollständig kannten, gewinnt seine architektonische Geschlossenheit zurück. Die zwei neuen Orthostaten, die an den bislang leeren Stellen eingesetzt wurden, schließen nicht nur eine formale Lücke. Sie lassen die einzigartigen Proportionen und die geometrische Präzision der Westansicht des Parthenon erneut hervortreten."
Es handle sich um ein Projekt von außergewöhnlichem Schwierigkeitsgrad, das Wissenschaftler, Ingenieure, Handwerker und das gesamte Personal der Akropolis-Restaurierungsbehörde mit vorbildlicher Präzision und großer Hingabe umgesetzt hätten.
Der erfolgreiche Abschluss beweise einmal mehr, dass Griechenland mit seinem Kulturministerium und seinen Fachleuten die griechische Schule der Restaurierung an die internationale Spitze geführt habe. Sie nehme heute eine Vorreiterrolle ein und zähle weltweit zu den führenden Einrichtungen auf diesem Gebiet.
"Heute sehen wir den Westgiebel des Parthenon so, wie wir ihn seit zwei Jahrhunderten nicht mehr gesehen haben. Das ist ein historischer Moment – für das Monument selbst, für die Akropolis und für die Weltkultur. Ein Moment, der uns mit Stolz erfüllt, uns aber auch verpflichtet, das große Werk des Schutzes und der Hervorhebung dieses herausragenden Symbols der westlichen Zivilisation mit derselben Konsequenz fortzuführen", sagte Mendoni.