Der bekannte Ibiza-DJ Hugo Bianco steht im Mittelpunkt eines großen spanisch-US-amerikanischen Drogenverfahrens. Ermittler sehen in ihm das mutmaßliche Oberhaupt eines internationalen Schmugglerrings; ihm drohen neuneinhalb Jahre Haft.
Ein DJ, der in einigen der bekanntesten Clubs auf Ibiza aufgelegt hat, sitzt wegen seiner mutmaßlichen Rolle in einem internationalen Drogenschmuggelnetzwerk in Haft.
Bei dem Verdächtigen handelt es sich um den in Argentinien geborenen DJ Hugo Bianco, der in großen Clubs wie Amnesia, Pacha Ibiza und Destino auftrat. Ihn sehen die Ermittler als mutmaßlichen „Kopf“ der Organisation. Das Oberste Gericht der Balearen hat eine Haftstrafe von neuneinhalb Jahren sowie eine Geldstrafe von 3 Millionen Euro bestätigt.
Die Festnahme ist Teil der Operation Pertinax, einer gemeinsamen Ermittlung der spanischen Guardia Civil und der US-Behörde Homeland Security Investigations.
Laut Diario de Ibiza (Quelle auf Englisch) spielte Bianco mutmaßlich eine Schlüsselrolle in einem Netzwerk, das zwischen Ibiza, Barcelona und Miami operierte. Nach Auffassung des Gerichts leistete er „logistische Unterstützung“: Er organisierte Kuriere auf ihren Routen zwischen den USA und Europa und half, die Drogen zu lagern und zu transportieren. Demnach soll er zwischen September 2019 und August 2020 „beträchtliche“ Mengen MDMA, Kokain, Ketamin und Cannabis auf den Balearen bewegt haben.
Im Jahr 2020 nahm die Polizei 21 Verdächtige in Ibiza, Barcelona und Girona fest, darunter auch bei einer Razzia in Biancos Wohnhaus in Jesús, Santa Eulària des Riu auf Ibiza. Die Beamten stellten 38 kg Cannabis, 4.500 Cannabispflanzen, 8 kg synthetische Drogen und 45.000 Euro in bar sicher.
In Miami wurden drei Personen festgenommen; die Ermittler beschlagnahmten 15 kg MDMA-Pillen und 14 kg flüssiges Ketamin.
Bianco soll sich derzeit in Florida aufhalten. Die Justiz hat ihn als „flüchtig“ eingestuft und gemeinsam mit zwei Mitangeklagten, die nicht auf gerichtliche Vorladungen reagiert haben, zur Fahndung ausgeschrieben.