Die außergewöhnliche Hitzewelle in Frankreich hält am Donnerstag an: 72 Départements befinden sich wegen Hitze in Alarmstufe Rot, 17 weitere in Orange. Am Abend rechnen Meteorologen mit Gewittern und leicht sinkenden Temperaturen.
Die Hitzewelle hält Frankreich weiter fest im Griff. Am Mittwoch hatte das Land einen Rekord bei der durchschnittlichen Höchsttemperatur verzeichnet. Auch der Donnerstag dürfte für große Teile des Landes extrem belastend werden.
Insgesamt sieht die Warnkarte 72 Départements mit Alarmstufe Rot konfrontiert, darunter 14 jüngst ergänzte Départements im Nordosten. Das meldete zuletzt der Wetterdienst Météo-France. Weitere 17 Départements bleiben in der Warnstufe Orange.
Gewitterfront aus Südwesten erreicht Atlantikküste
Am Abend zieht von Südwestfrankreich zur Atlantikküste eine Gewitterfront auf. In der folgenden Nacht breitet sie sich weiter aus.
Im Lauf des Donnerstagnachmittags wurden wegen einer weniger heißen Luftmasse vom Atlantik zehn Départements auf die Gewitter-Warnstufe Orange gesetzt.
Ab 16 Uhr galten in den Départements Côtes-d’Armor, Ille-et-Vilaine und Manche Gewitterwarnungen der Stufe Orange.
Um 18 Uhr folgten sieben weitere Départements: Pyrénées-Atlantiques, Landes, Gironde, Lot-et-Garonne, Dordogne, Hautes-Pyrénées und Gers.
Die Gewitter können Sturmböen mit sich bringen, örtlich mit Windgeschwindigkeiten von 80 bis 90 km/h.
Am Abend: Temperaturen gehen langsam zurück
Am Abend soll sich die Hitze etwas abschwächen, vor allem an der Atlantikküste und im Südosten des Landes.
Ab 22 Uhr hebt Météo-France die rote Hitzewarnung in elf westlichen Départements auf: Finistère, Côtes-d’Armor, Manche, Morbihan, Loire-Atlantique, Vendée, Charente-Maritime, Gironde, Landes, Pyrénées-Atlantiques und Hautes-Pyrénées.
Im Südosten werden zudem die Départements Bouches-du-Rhône, Vaucluse und Var bei der Hitzewarnung von Orange auf Gelb herabgestuft.
Schulen geschlossen, Gesundheitssystem stark belastet
Die hohen Temperaturen belasten weiter den Betrieb der Schulen. Bildungsminister Édouard Geffray spricht für diesen Donnerstag von „13.500 Schulen, die geschlossen sind oder geänderte Unterrichtszeiten" melden.
Auch das Gesundheitssystem ist stark gefordert. Zu Wochenbeginn wurde ein Höhepunkt bei Notfallbehandlungen verzeichnet, den Santé publique France als „selten oder noch nie beobachtet“ einstuft. Die aktuelle Hitzewelle betrifft alle Altersgruppen, auch junge Erwachsene zwischen 15 und 44 Jahren. Die Zahl der Besuche in Notaufnahmen, vor allem wegen Hitzeschlags, hat sich verdreifacht.
Trotz einer leichten Entspannung der Temperaturen dürfte die Hitzewelle am Wochenende in weiten Teilen des Landes anhalten. Météo-France erwartet dort weiterhin sehr hohe Werte von rund 40 bis 42 Grad Celsius.