Alcántara wurde am elf. Juli 2021 festgenommen, als er sich einem Massenprotest gegen Stromausfälle in Kuba anschließen wollte. Er erhielt fünf Jahre Haft und sollte vergangene Woche freikommen. Sein Aufenthaltsort ist derzeit unbekannt.
Eine kubanische Menschenrechtsorganisation fordert Auskunft über den Verbleib des regimekritischen Künstlers Luis Manuel Otero Alcántara. Er war 2021 festgenommen worden, nachdem er gegen die Regierung protestiert hatte.
Agenten der Staatssicherheit holten ihn am Dienstag, dem siebten Juli, aus dem Gefängnis von Guanajay. Berichten zufolge brachten sie ihn an einen unbekannten Ort; seitdem fehlt von ihm jede Spur.
Cubalex, eine außerhalb Kubas tätige Organisation, die Regimekritiker juristisch berät und Menschenrechtsverletzungen dokumentiert, hat einen Habeas-Corpus-Antrag gestellt, um sicherzustellen, dass dem Künstler seine Freiheit nicht rechtswidrig entzogen wird.
„Die zuständigen Justizbehörden haben nun eine gesetzliche Frist von 72 Stunden, um zu antworten. Diese Klage erfolgt inmitten einer kritischen Situation großer Verletzlichkeit und fehlenden Schutzes“, erklärte Cubalex in einer im Internet veröffentlichten Stellungnahme.
Der 38-jährige Alcántara war am elften Juli 2021 festgenommen worden, als er sich einer Massenprotestkundgebung gegen Stromausfälle im Land anschließen wollte. Ein Gericht verurteilte ihn 2022 wegen Störung der öffentlichen Ordnung, Missachtung und Respektlosigkeit gegenüber nationalen Symbolen zu fünf Jahren Haft.
Seit den Protesten im Juli 2021 geht die kubanische Regierung verstärkt gegen Influencer vor, die sie in sozialen Netzwerken kritisieren.
In der vergangenen Woche hielt der US-Botschafter bei den Vereinten Nationen, Mike Walz, ein Foto des Künstlers hoch, als er kubanische Vertreter in einer Debatte über das US-Embargo gegen Kuba zur Rede stellte.
Organisationen wie Amnesty International stufen Alcántara als politischen Gefangenen ein. Die Regierung der Insel weist diesen Status jedoch zurück.