Newsletter Newsletters Events Veranstaltungen Podcasts Videos Africanews
Loader
Finden Sie uns
Werbung

VW-Werk Osnabrück: Platzt der Iron-Dome-Raketendeal?

Symbolbild: Der "Iron Dome" feuert am 13. Juni 2025 über Tel Aviv, Israel, Raketen ab, um diese abzufangen.
Symbolbild: Der "Iron Dome" feuert am 13. Juni 2025 über Tel Aviv, Israel, Raketen ab, um diese abzufangen. Copyright  AP Photo/Leo Correa
Copyright AP Photo/Leo Correa
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen
Teilen Close Button

Rafael könnte die Produktion von Iron-Dome-Abfangraketen statt in Osnabrück künftig in Indien aufbauen. Einem Medienbericht zufolge sollen offenbar Vorbehalte eines VW-Großaktionärs die Gespräche erschweren.

Der israelische Rüstungskonzern Rafael Advanced Defense Systems prüft offenbar, die Produktion von Tamir-Abfangraketen für das Luftverteidigungssystem Iron Dome in Indien aufzubauen.

WERBUNG
WERBUNG

Das berichtet die Bild unter Berufung auf Unternehmenskreise. Damit könnte das Volkswagen-Werk in Osnabrück als Produktionsstandort für die Iron-Dome-Komponenten möglicherweise aus dem Rennen sein.

Bereits im Frühjahr hatte Volkswagen bestätigt, Gespräche mit Unternehmen aus der Verteidigungsindustrie über die Zukunft des Werks in Osnabrück zu führen. Nach Angaben von Reuters unterzeichnete Rafael im April eine Absichtserklärung für den Standort. Geplant war demnach die Fertigung von Komponenten für das israelische Raketenabwehrsystem. Die Fahrzeugproduktion bei VW in Osnabrück soll 2027 auslaufen. Damit hängen rund 2.300 Arbeitsplätze von einer Anschlusslösung ab.

Katar soll Gespräche erschweren

Laut der Bild stößt das Projekt innerhalb des VW-Konzerns auf Widerstand. Dem Bericht zufolge soll die Qatar Investment Authority (QIA), einer der größten Volkswagen-Anteilseigner, Vorbehalte gegen eine Zusammenarbeit mit dem israelischen Staatsunternehmen haben.

Auch Reuters berichtete bereits im Juni unter Berufung auf mehrere mit den Gesprächen vertraute Personen, dass der katarische Staatsfonds die Verhandlungen erschwere. Die QIA hält rund 17 Prozent der Stimmrechte an Volkswagen und verfügt über zwei Sitze im Aufsichtsrat.

Indien gewinnt an Bedeutung

Nach Informationen der Bild könnte Rafael deshalb den Aufbau einer Fertigung in Indien vorantreiben. Offiziell bestätigt wurde diese Entscheidung bislang nicht.

Indien ist für internationale Rüstungsunternehmen ein wichtiger Wachstumsmarkt. Das Land verfolgt mit seiner "Make in India"-Strategie das Ziel, einen größeren Teil der Verteidigungsproduktion im eigenen Land anzusiedeln.

Auch aus israelischer Sicht gilt Indien seit Jahren als einer der wichtigsten Rüstungspartner. Zudem betreibt Rafael bereits gemeinsam mit dem US-Unternehmen Raytheon eine Produktionslinie für Tamir-Abfangraketen im US-Bundesstaat Arkansas.

Volkswagen sucht weiterhin nach einer langfristigen Perspektive für das Werk in Osnabrück. Zuletzt berichtete das Wirtschaftsmagazin Capital, dass das Land Niedersachsen sogar einen Einstieg in den Standort prüft, um den Übergang zu einer möglichen Rüstungsproduktion zu unterstützen. Eine Entscheidung über die Zukunft des Werks steht jedoch weiterhin aus.

Zu den Barrierefreiheitskürzeln springen
Teilen Kommentare Euronews bei Google hinzufügen

Zum selben Thema

Spanien: Oberstes Gericht stoppt automatische Ablehnung vorbestrafter Migranten

46.000 Tonnen illegaler Müll: Vier Festnahmen in Spanien

Direkt in den Urlaub? Warum Berlin nicht mit Europas Flughäfen mithalten kann