Trumps neues KI-Bild zeigt ihn hoch zu Ross neben George Washington. Im Netz hagelt es Kritik: Ein schwarzes Pferd gilt in der aktuellen Lage als symbolischer Fehlgriff.
Donald Trump hat längst Erfahrung damit, massenhaft KI-generierte Bilder zu posten, als Teil dessen, was seine Kommunikationsberater als „memetische Kriegsführung“ bezeichnen – eine Strategie, bei der Trump und seine Regierung die sozialen Netzwerke mit KI-Schrott überfluten, um die eigene Anhängerschaft und darüber hinaus zu erreichen.
Diese Social-Media-Strategie ist nicht neu. Ein kürzlich geteiltes Bild zeigt jedoch erneut, wie riskant der Einsatz von KI sein kann, wenn es darum geht, Botschaften zu vermitteln. Trumps KI-Bilder schlagen immer wieder fehl, weil ihm das Gespür für kulturelle Bezüge fehlt und sie regelmäßig nach hinten losgehen, sobald kulturelle Referenzen ins Spiel kommen.
Sein jüngster kultureller Fehlgriff ist vor allem symbolisch. In einem Bild, das er gestern veröffentlichte, reitet Trump Seite an Seite mit George Washington, einem Gründungsvater und dem ersten Präsidenten der Vereinigten Staaten.
Auf der selbstverherrlichenden Darstellung sitzt Washington auf einem weißen Pferd, Trump hingegen auf einem schwarzen Hengst.
Trump greift die Figur George Washingtons nicht zum ersten Mal auf. Zuvor hatte er bereits eine Serie von KI-Bildern veröffentlicht, auf denen er Washington den neuen Ballsaal des Weißen Hauses zeigt. Nun dauerte es nicht lange, bis Nutzerinnen und Nutzer den symbolisch aufgeladenen Fehler mit den Pferden bemerkten.
Die kulturellen Bedeutungen des schwarzen Pferdes sind vielfältig, meist aber negativ. In Henry Fuselis berühmtem Gemälde „The Nightmare“ von 1781 erscheint das geisterhafte dunkle Pferd als Dämon der Schlafparalyse, als Verkörperung unterdrückter Angst.
In der modernen Symbolik steht das schwarze Pferd oft für verborgene Wünsche und dunkle Geheimnisse. Es gehört zu Bildwelten, die das beschreiben, was der Psychologe Carl Jung das „Schatten-Selbst“ nannte – mit unterdrückter Wut und Scham.
Hinzu kommt die biblische Deutung: Das schwarze Pferd ist ein bekanntes apokalyptisches Symbol. Die vier apokalyptischen Reiter in der Offenbarung des Johannes sitzen jeweils auf unterschiedlich gefärbten Pferden. Das weiße steht für Seuchen, das rote für Krieg, das fahle für den Tod, und das schwarze verkörpert Hunger, Nahrungsmangel und wirtschaftliche Not.
Trumps Bild erscheint in einer Phase, in der die Preise für Benzin, Lebensmittel und andere Grundbedürfnisse wegen des Iran-Kriegs stark gestiegen sind. Der Krieg dauert inzwischen bereits den sechsten Monat. Vor diesem Hintergrund wirkt die Darstellung eines auf einem schwarzen Pferd reitenden Trump unfreiwillig treffend – einige sprechen von einem „katastrophalen Eigentor“.
Nutzerinnen und Nutzer in sozialen Netzwerken sehen in dem Bild einen Spiegel von Trumps Umgang mit der anhaltenden US-Krise der Lebenshaltungskosten. Andere verweisen auf Popkultur und Filme. Ein User auf X fragte: „Weiß Trump, dass die Bösewichte auf dem schwarzen Pferd reiten?“
Ganz ähnlich wie beim Fiasko um das rote Lichtschwert (SNAFU), der Ironie, sich selbst als Superman zu inszenieren, oder dem leichtfertigen Griff zu Spider-Man-Referenzen zeigen auch diesmal die falsch genutzten kulturellen Anspielungen ein bemerkenswertes Maß an kultureller Unkenntnis.
Es ist nicht der einzige Schwarz-Weiß-Fehlgriff, der an diesem Wochenende für Unruhe sorgt…
Auf Truth Social veröffentlichte Trump zudem ein Schwarz-Weiß-Bild mit der Jahreszahl 2028. Viele werten es als weiteres Signal, dass er eine dritte Amtszeit anstrebt und ernsthaft darüber nachdenkt, 2028 erneut Präsident zu sein – obwohl dies wegen der verfassungsrechtlichen Zwei-Amtszeiten-Grenze unzulässig wäre.
Das Bild mit der Bildunterschrift „We are going to win“ erinnert viele daran, wie Trump im vergangenen Jahr rote 2028-Kappen in den Verkauf gebracht hat.
„Ich glaube nicht, dass er vorhat zu gehen“, schrieb ein Nutzer auf X, während ein anderer kommentierte: „Amerika muss sich auf Chaos bei den Wahlen 2028 einstellen. Nicht gut.“