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Grammy-prämierte Jazzsängerin Cassandra Wilson stirbt mit 70

Cassandra Wilson beim JVC Jazz Festival in Newport, 10. August 2003
Cassandra Wilson beim JVC Jazz Festival in Newport, 10. August 2003 Copyright  FILE - AP Photo
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Von David Mouriquand
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Cassandra Wilson, mit ihrer dunklen, sinnlichen Altstimme und genreübergreifenden Songs, zählt zu den prägendsten US-Jazzsängerinnen der letzten vierzig Jahre. Sie erweiterte die Grenzen von modernem Blues, Jazz und Folk.

Die US-amerikanische Jazzsängerin und Songschreiberin Cassandra Wilson ist in ihrer Heimatstadt Jackson im Bundesstaat Mississippi im Alter von 70 Jahren gestorben.

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Die zweifache Grammy-Preisträgerin wurde 2001 vom Magazin TIME zur „besten Sängerin Amerikas“ gekürt und war vor allem für ihre unverwechselbare, stilübergreifende Altstimme bekannt. Wilson sprengte die Grenzen von traditionellem Blues, Jazz und Folk und arbeitete auch in anderen Genres wie Pop, Country und R&B.

„Mit großer Trauer teilen wir den Tod von Cassandra Wilson mit, der Grammy-preisgekrönten, legendären Jazzkünstlerin“, schrieb ihr Manager Robert Torre in einer Mitteilung (über den Jazz-Radiosender WBGO (Quelle auf Englisch)). „Cassandra Wilson ist zu Hause friedlich gestorben, umgeben von ihrer Familie, engen Freunden und ihrem Manager. Ihre Angehörigen und Freunde bitten in dieser schweren Zeit respektvoll um Privatsphäre, um ihren Verlust zu betrauern.“

Angaben zur Todesursache liegen nicht vor.

Cassandra Wilson - 2003
Cassandra Wilson - 2003 FILE - AP Photo

Auch Jacksons Bürgermeister John Horhn gab eine Erklärung ab: „Jackson hat eine außergewöhnliche Tochter der Stadt verloren, und die Welt hat eine einzigartige musikalische Stimme verloren. Cassandra Wilson trug Klang, Geist und Geschichte Mississippis überallhin, wo ihre Musik zu hören war. Sie hat eine bemerkenswerte Karriere aufgebaut, verwurzelt in Jazz, Blues, Gospel, Folk und den vielen Traditionen, die die musikalische Identität unseres Bundesstaates prägen.“

Weiter erklärte er: „Ihre Arbeit besaß eine seltene Tiefe und ein tiefes Verständnis dafür, wie Musik Menschen berührt, Geschichten erzählt und Generationen verbindet.“

Wie Jon Batiste gestern in einem Nachruf formulierte, klang Wilson wie der amerikanische Süden.

„Sie hatte eine unverwechselbare Stimmfarbe und Phrasierung, und ihre Art, folklorische, R&B- und diasporische Musik mit experimentellen und populären Stilrichtungen zu verweben, hat mich stark geprägt“, fügte Batiste hinzu.

Cassandra Wilson bei der 48. Aufnahme- und Preisgala der Songwriters Hall of Fame, New York - 15. Juni 2017
Cassandra Wilson bei der 48. Aufnahme- und Preisgala der Songwriters Hall of Fame, New York - 15. Juni 2017 FILE - AP Photo

1988 erhielt Wilson für ihr drittes Album „Blue Skies“ großes Kritikerlob. Anfang der 90er-Jahre unterschrieb sie bei Blue Note Records und schaffte mit Alben wie „Blue Light ’Til Dawn“ (1993) und „New Moon Daughter“ (1996) den Durchbruch; „New Moon Daughter“ wurde mit dem Grammy für die beste Jazzgesangsdarbietung ausgezeichnet. Ihren zweiten Grammy erhielt sie 2009 für das Album „Loverly“ in der Kategorie bestes Jazz-Gesangsalbum.

Neben ihrer Solokarriere wirkte sie an Alben von Steve Coleman, Greg Obsy und an zwei Platten der Roots mit, „Do You Want More?!!!??!“ und „Illadelph Halflife“, und nahm mit Künstlern wie Luther Vandross, Regina Carter, Angelique Kidjo, John Legend, Ravi Coltrane und dem Count Basie Orchestra auf. Außerdem war sie eine prägende Stimme in Wynton Marsalis’ Oratorium „Blood on the Fields“, dem ersten Jazzwerk, das 1997 mit dem Pulitzer-Preis für Musik ausgezeichnet wurde.

2015 gab Wilson im legendären Apollo Theater ein Sonderkonzert zum 100. Geburtstag der Blues-Sängerin Billie Holiday. Im selben Jahr veröffentlichte sie ihr letztes Studioalbum „Coming Forth By Day“, eine Hommage an Holiday.

2020 gründete sie gemeinsam mit Elvis Costello, DJ Premier, T-Bone Burnett und Nathaniel Rateliff die Supergroup Dopamine.

2022 erhielt Wilson das „Jazz Master Fellowship“ des National Endowment for the Arts, eine der höchsten Auszeichnungen für Jazzmusikerinnen und Jazzmusiker in den USA.

Ruhe in Frieden, Cassandra Wilson 1955 - 2026

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