Tennessee ehrt Dolly Parton: Der Flughafen Nashville International soll künftig ihren Namen tragen. Gouverneur Bill Lee nannte dies „passend“.
Tennessees Gouverneur Bill Lee will den Flughafen Nashville International nach Dolly Parton benennen. Er kündigte die Pläne nach dem Tod der achtzigjährigen Countrymusik-Ikone, Schauspielerin und Wohltäterin in der vergangenen Woche an.
Zuvor hatten Tausende Fans eine Online-Petition unterschrieben, die eine Umbenennung des Flughafens nach Parton fordert. Sie wurde im ländlichen Tennessee geboren und zog später nach Nashville.
Lee erklärte in einer Mitteilung, er habe mit Partons Team gesprochen, das „seine Dankbarkeit für die außergewöhnliche Welle der Unterstützung zu Ehren Dollys“ zum Ausdruck gebracht habe.
„Dolly Partons außergewöhnliches Leben ist für immer mit dem Wesen unseres Bundesstaates verwoben“, sagte er. „An einem Ort, an dem Tennessee die Welt empfängt, ist es nur folgerichtig, dass der Flughafen Nashville International den Namen unserer beliebtesten Tochter trägt und Reisende mit dem bleibenden Erbe von Dollys Musik, Großzügigkeit, Glauben und Freundlichkeit begrüßt.“
Die Change.org-Petition (Quelle auf Englisch) zur Umbenennung des Flughafens wurde ursprünglich im Januar 2025 gestartet, erhielt aber nach Partons Tod neuen Schwung. Bislang haben mehr als 170.000 Menschen unterschrieben.
Nashvilles Bürgermeister Freddie O’Connell sprach sich in einer auf Instagram veröffentlichten Erklärung ebenfalls für die Umbenennung des Flughafens aus.
„Dolly arbeitete mit uns an einem besonderen Hotel- und Museumsprojekt – SongTeller –, das sie ihren Liebesbrief an Nashville nannte“, schrieb O’Connell. „Jetzt sind wir an der Reihe, einen Liebesbrief an Dolly zu verfassen – indem wir den Flughafen Nashville International in Dolly Parton International Airport umbenennen.“
Nun fehlt nur noch die Zustimmung der US-Luftfahrtbehörde FAA, und die Aussichten gelten als gut. Ein Mitglied des Parlaments des Bundesstaates Tennessee hat außerdem angekündigt, einen Gesetzentwurf zur Umbenennung des Flughafens zu Ehren Partons vorzulegen.
Seit dem Tod von Dolly Parton haben zahlreiche Fans Abschied genommen und viele öffentliche Persönlichkeiten und Prominente sie gewürdigt. Für zusätzliche Schlagzeilen sorgte auch Donald Trump – sei es durch seinen als „heuchlerisch“ empfundenen Tribut oder einen KI-Beitrag, den viele als „widerlich“ bezeichneten...
Positiver Nebeneffekt: Die Streamingzahlen von Partons Songs sind seit ihrem Tod explodiert.
Parton gewann zehn Grammy-Auszeichnungen und verkaufte weltweit 100 Millionen Tonträger, darunter Hits wie „9 to 5“, „Jolene“, „Islands in the Stream“, „Coat of Many Colors“ und „I Will Always Love You“. Diese Songs verzeichnen in den vergangenen Tagen einen deutlichen Anstieg der Abrufe im Netz.
Nach Daten, die das Branchen- und Analyseunternehmen Luminate am vergangenen Freitag veröffentlichte, stiegen Audio- und Videostreams von Partons Werk am Tag ihres Todes im Vergleich zu Montag um 2.458 Prozent. In den USA kletterten sie von 1,2 Millionen auf 30,5 Millionen Abrufe.
Weltweit legten ihre Audio- und Videostreams um 1.549 Prozent zu – von 2,5 Millionen am Montag auf 41,8 Millionen am Dienstag. Am Mittwoch stiegen ihre On-Demand-Audiostreams auf 79,7 Millionen; damit war sie die weltweit meistgestreamte Künstlerin.
Partons Familie teilte mit, dass die beliebte Sängerin nach einer privaten Trauerfeier am 28. August beigesetzt wurde. Die Zeremonie fand im Woodlawn Memorial Park and Mausoleum in Nashville statt. Sie wurde neben Carl Dean begraben, ihrem Ehemann, mit dem sie 60 Jahre verheiratet war und der im März 2025 gestorben ist.
Dollys Nichte Lainey Parton veröffentlichte eine berührende Würdigung ihrer Tante und bestätigte die Nachricht.
„Ich wollte warten, bis meine Oma gestern beerdigt war, bevor ich versucht habe, all das in Worte zu fassen“, schrieb Lainey. „Seit ich klein war, hatte meine Oma immer eine besondere Art, mir das Gefühl zu geben, dass ich genug bin. Sie ließ meine Träume nie zu groß erscheinen und gab mir nie das Gefühl, etwas nicht schaffen zu können. Sie hat an mich geglaubt, lange bevor ich überhaupt wusste, wie ich an mich selbst glauben kann.“
Sie fügte hinzu: „Die meisten Menschen können mit jedem in ihrer Familie mindestens eine schlechte Erinnerung verbinden. Ich kann ehrlich gesagt keine einzige mit ihr finden.“
Dolly hatte noch zu Lebzeiten klargemacht, dass sie sich eine „kleine, private Trauerfeier“ nur für ihre engsten Angehörigen wünschte. Außerdem verfügte sie, dass bei ihrer Beerdigung das Country-Gospel-Lied „If We Never Meet Again“ gespielt wird.