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Großstudie: Übergewicht verursacht vaskuläre Demenz

Übergewicht erhöht das Risiko für vaskuläre Demenz deutlich. Das belegt eine große neue Studie.
Eine große neue Studie zeigt: Übergewicht erhöht das Risiko für eine vaskuläre Demenz deutlich. Copyright  Canva
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Von Roselyne Min
Zuerst veröffentlicht am
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Demenz wird weltweit zur Gesundheitskrise, ein Heilmittel fehlt. Eine Studie zeigt: Menschen mit genetisch höherem BMI haben ein höheres Risiko für gefäßbedingte Demenz.

Übergewicht erhöht das Risiko für eine gefäßbedingte Demenz deutlich, laut einer großen neuen Studie.

Fettleibigkeit steht seit Langem mit einem erhöhten Risiko für gefäßbedingte Demenz in Verbindung. Die Erkrankung ist fortschreitend und schädigt Nervenzellen.

Bislang war unklar, ob Übergewicht die Krankheit direkt antreibt. Oder ob es nur andere Gesundheitsprobleme widerspiegelt, die das Demenzrisiko erhöhen.

Forschende im Vereinigten Königreich und in Dänemark analysierten Daten von mehr als 500.000 Teilnehmenden und fanden: Ein höherer Body-Mass-Index (BMI) steigert direkt die Wahrscheinlichkeit für gefäßbedingte Demenz.

Gefäßbedingte Demenz ist nach der Alzheimer-Krankheit die zweithäufigste Demenzform, so die Alzheimer’s Society im Vereinigten Königreich. Ursache ist eine verminderte Durchblutung des Gehirns.

„Diese Studie zeigt, dass hohes Körpergewicht und hoher Blutdruck nicht nur Warnzeichen sind, sondern direkte Ursachen von Demenz“, sagte Ruth Frikke-Schmidt. Sie ist Autorin der Studie, Professorin an der Universität Kopenhagen und Chefärztin am Universitätskrankenhaus Kopenhagen in Dänemark.

Das Team nutzte eine Methode namens Mendelsche Randomisierung. Sie vergleicht Menschen mit genetischer Veranlagung zu einem höheren BMI mit Menschen ohne diese Veranlagung.

Das Ergebnis: Menschen mit genetisch bedingtem höherem BMI hatten ein deutlich erhöhtes Risiko für gefäßbedingte Demenz.

Die Forschenden untersuchten auch, warum Übergewicht das Risiko erhöht. Hoher Blutdruck erklärte einen wesentlichen Teil des Effekts.

Die Ergebnisse legen nahe, dass ein gesundes Gewicht und die Kontrolle des Blutdrucks wichtige Schritte sein könnten, um später im Leben das Demenzrisiko zu senken.

„Die Behandlung und Vorbeugung von erhöhtem BMI und Bluthochdruck bieten eine bislang ungenutzte Chance für die Demenzprävention“, sagte Frikke-Schmidt.

Eine jüngste Studie zu Medikamenten zur Gewichtsreduktion zeigte keinen Nutzen, wenn es darum geht, den kognitiven Abbau in frühen Phasen der Alzheimer-Krankheit zu stoppen. Offen bleibt jedoch, ob „Medikamente zur Gewichtsreduktion, die vor dem Auftreten kognitiver Symptome begonnen werden, vor Demenz schützen könnten“, sagte Frikke-Schmidt.

„Unsere aktuellen Daten deuten darauf hin, dass frühe Maßnahmen zur Gewichtsreduktion Demenz vorbeugen könnten, besonders der gefäßbedingten Demenz“, fügte sie hinzu.

Demenz ist eine wachsende globale Herausforderung für die öffentliche Gesundheit. Eine Heilung gibt es derzeit nicht. Jedes Jahr kommen weltweit fast zehn Millionen neue Fälle hinzu, so die Weltgesundheitsorganisation (WHO).

Menschen mit Demenz erleben einen starken Verlust geistiger Fähigkeiten. Dazu gehören Gedächtnis, Denken und Urteilsvermögen.

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