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Große Studie: Vegetarische Ernährung senkt Risiko für mehrere Krebsarten

Studie: Vegetarische Ernährung senkt das Risiko für mehrere Krebsarten.
Vegetarische Ernährung senkt offenbar das Risiko für mehrere Krebsarten. Copyright  Cleared/Canva
Copyright Cleared/Canva
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Menschen mit vegetarischer Ernährung erkranken seltener an verbreiteten Krebsarten, berichtet die bisher größte Studie zu fleischloser Kost und Krebs.

Vegetarische Ernährungsweisen gehen nach einer neuen Studie mit einem geringeren Krebsrisiko einher.

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Menschen, die auf Fleisch verzichten, haben demnach ein geringeres Risiko für Brust-, Prostata-, Nieren- und Bauchspeicheldrüsenkrebs, wie die im British Journal of Cancer (Quelle auf Englisch) veröffentlichte Studie ergab.

Forschende der Cancer Epidemiology Unit von Oxford Population Health, finanziert vom World Cancer Research Fund, werteten Daten von 1,8 Millionen Menschen auf drei Kontinenten aus. Es handelt sich um die bisher größte Untersuchung zu fleischfreien Ernährungsformen und Krebsrisiko.

„Vegetarisch lebende Menschen essen in der Regel mehr Obst, Gemüse und Ballaststoffe als Fleischesser und gar kein verarbeitetes Fleisch. Das könnte zu ihrem geringeren Risiko für bestimmte Krebsarten beitragen“, sagte Aurora Perez Cornago, Hauptautorin der Studie.

Im Vergleich zu Fleisch essenden Personen hatten Vegetarierinnen und Vegetarier ein um 31 Prozent niedrigeres Risiko für ein Multiples Myelom, ein um 28 Prozent geringeres Risiko für Nierenkrebs und ein um 21 Prozent reduziertes Risiko für Bauchspeicheldrüsenkrebs.

Zudem lag ihr Risiko für Prostatakrebs um zwölf Prozent und für Brustkrebs um neun Prozent niedriger.

Allerdings verdoppelte sich das Risiko für ein Plattenepithelkarzinom der Speiseröhre, die häufigste Form von Speiseröhrenkrebs.

Das Team erfasste die Ernährungsgewohnheiten der Teilnehmenden und ordnete sie fünf Gruppen zu: vegan, vegetarisch, pescetarisch, Fleisch essend sowie Personen, die nur Geflügel, aber kein verarbeitetes oder rotes Fleisch verzehren. Die Betroffenen wurden anschließend im Schnitt sechzehn Jahre lang beobachtet.

Andere fleischfreie Ernährungsformen

Gut geplante vegetarische und vegane Kost gilt der Studie zufolge als gesund und nährstoffdeckend.

Die Forschenden betonen, dass vegetarische und vegane Ernährungsweisen im Vergleich zu Mischkost meist weniger Eiweiß, gesättigte Fette und bestimmte Mikronährstoffe wie Vitamin B12 enthalten, dafür aber mehr Ballaststoffe und Vitamin C.

Die Vorteile einer fleischfreien Ernährung beschränkten sich jedoch nicht auf Vegetarismus.

Pescetarierinnen und Pescetarier wiesen ein geringeres Risiko für Brust- und Nierenkrebs sowie für Darmkrebs auf.

Auch Menschen, die zwar Geflügel, aber kein rotes oder verarbeitetes Fleisch essen, hatten ein geringeres Risiko für Prostatakrebs.

Im Gegensatz dazu lag das Risiko für Darmkrebs bei Veganerinnen und Veganern um 40 Prozent höher.

Die Autorinnen und Autoren weisen jedoch darauf hin, dass dieser Befund nur auf wenigen Fällen aus dem Vereinigten Königreich und den Vereinigten Staaten beruht und deshalb mit Vorsicht zu interpretieren ist.

„Ernährungsmuster, die Obst, Gemüse und ballaststoffreiche Lebensmittel in den Vordergrund stellen und verarbeitetes Fleisch meiden, werden empfohlen, um das Krebsrisiko zu senken. Unsere Studie trägt dazu bei, die Vor- und Nachteile vegetarischer Ernährungsweisen besser zu verstehen“, sagte Tim Key, Mitautor der Studie in Oxford.

Vegetarische Ernährung wird eher über die Lebensmittel definiert, die man nicht isst, als über jene, die man isst, heißt es weiter. Oft enthalten solche Ernährungsweisen viele als gesund geltende Produkte. Sie können aber auch reich an weniger gesunden, stark raffinierten Kohlenhydraten sein, ein Aspekt, den die Studie nicht erfasst.

„Die Forschenden weisen zu Recht darauf hin, dass nicht alle vegetarischen oder veganen Ernährungsweisen gleich sind. In dieser Arbeit wurden Daten aus nur wenigen Ländern zusammengeführt, daher ist unklar, wie gut sich die Ergebnisse auf alle Formen vegetarischer oder veganer Ernährung übertragen lassen“, sagte Michael Jones, Wissenschaftler in der Clinical Cancer Epidemiology Group am Institute of Cancer Research in London, der nicht an der Studie beteiligt war.

Krebslast

In Europa erkrankt Schätzungen zufolge etwa jede zwanzigste Person an Krebs. Die aktuellsten Zahlen zu Neuerkrankungen zeigen im Vergleich zu 2022 einen Rückgang um 1,7 Prozent, auf rund 2,7 Millionen neue Fälle im Jahr 2024 in den Staaten der Europäischen Union.

Europa gehört weltweit zu den Regionen mit der höchsten Krebslast; auf Brust-, Prostata-, Darm- und Lungenkrebs entfallen zusammen etwa die Hälfte aller Fälle.

Etwas häufiger sind Männer betroffen: Auf sie entfallen 54 Prozent der neuen Krebsdiagnosen und 56 Prozent der Todesfälle.

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