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Ist Europa bereit, seine medizinische Souveränität zu verteidigen?

ARCHIV: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gibt eine Erklärung bei einem offiziellen Besuch des Pharmakonzerns Pfizer im belgischen Puurs ab.
ARCHIV: EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen gibt bei einem offiziellen Besuch des Pharmakonzerns Pfizer im belgischen Puurs eine Erklärung ab Copyright  ASSOCIATED PRESS
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Europas Gesundheitssouveränität gerät unter Druck. Beim Euronews Health Summit am siebzehnten März diskutieren Fachleute, ob die EU gewappnet ist.

„Gesundheitssicherheit ist nationale Sicherheit“, sagte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen Anfang dieses Jahres vor Botschafterinnen und Botschaftern in Brüssel.

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In jüngster Zeit haben geopolitische Spannungen die Gesundheitssysteme Europas und die Lieferketten für Arzneimittel stark unter Druck gesetzt.

Die COVID-19-Pandemie, der Krieg in der Ukraine und politische Kurswechsel wichtiger Partner wie der Vereinigten Staaten haben die Gesundheitslandschaft der Europäischen Union erschüttert.

Seit einigen Jahren kämpft die Union mit unterbrochenen Lieferketten, Engpässen bei Arzneimitteln und Fachkräften, der Drohung mit neuen Zöllen und einer Abwanderung von Talenten – in einer alternden Gesellschaft mit ohnehin überlasteten Gesundheitssystemen.

Auch die globale Gesundheitsarchitektur steht unter Druck. Die Entscheidung der Vereinigten Staaten, aus der Weltgesundheitsorganisation auszutreten (WHO), und alle humanitäre sowie entwicklungspolitische Hilfe einzustellen, hat ein erhebliches Vakuum hinterlassen und Raum für neue Akteure und Dynamiken geschaffen.

Die zentrale Frage lautet nun: Ist die Europäische Union bereit, ihre Rolle als globale Gesundheitsmacht zu behaupten und zugleich Wettbewerbsfähigkeit und Stabilität im eigenen Binnenmarkt zu sichern?

Europas Pharma- und Biotechsektor: zentrale Herausforderungen

Die europäische Pharma- und Biotechbranche gilt weltweit als zentrale Stütze für Handel und Forschung. Ohne Arzneimittel würde der Handelsbilanzüberschuss der EU von derzeit 147 Milliarden Euro in ein Defizit von 47 Milliarden Euro kippen, schätzt der europäische Pharmaverband EFPIA.

Die Branche investiert pro Jahr rund 55 Milliarden Euro in Forschung und Entwicklung (F&E) und erzielt Exporterlöse von etwa 320 Milliarden Euro. Damit trägt sie so viel wie kein anderer Industriezweig zum Handelsüberschuss der EU bei, so EFPIA.

Dennoch zeigen aktuelle Analysen, dass Europa an Boden verliert.

In den vergangenen zwei Jahrzehnten hat die Region rund 25 Prozent ihres weltweiten Anteils an F&E-Investitionen verloren. Zwischen 2010 und 2022 stiegen die F&E-Ausgaben der europäischen Pharmabranche im Schnitt um vier Komma vier Prozent pro Jahr, in den USA hingegen um fünf Komma fünf Prozent und in China sogar um zwanzig Komma sieben Prozent.

Der Draghi-Bericht zählt Pharma und Biotechnologie zu den zehn strategischen Branchen, in die Europa verstärkt investieren und in denen es seine Wettbewerbsfähigkeit zurückgewinnen muss.

Was tut die EU?

Die Europäische Union reagiert mit einer ganzen Reihe gesetzgeberischer und regulatorischer Initiativen, darunter:

Das EU-Biotech-Gesetz, das einen Rahmen schaffen soll, der biotechnologische Innovationen schneller in den Markt bringt und so die Wettbewerbsfähigkeit der Union stärkt.

Parallel dazu überarbeitet die EU ihre pharmazeutische Gesetzgebung grundlegend und erneuert damit die seit zwei Jahrzehnten geltenden Regeln für Arzneimittel. Der neue Rahmen verlängert bestimmte Schutzfristen, um Unternehmen stärker dazu zu bewegen, in Europa zu entwickeln, zu produzieren und zu vermarkten.

Mit dem Critical Medicines Act will die EU zudem die Versorgung mit lebenswichtigen Arzneimitteln sichern und Abhängigkeiten verringern.

Ob diese Instrumente ausreichen, steht im Mittelpunkt des Euronews Health Summit am 17. März, wo Fachleute aus Industrie, öffentlichen Institutionen, Forschungszentren und der Zivilgesellschaft über Europas Weg zu größerer medizinischer Souveränität diskutieren.

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