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E-Zigaretten helfen besser beim Rauchstopp, Experten warnen vor Gesundheitsrisiken

Archivbild vom dreiundzwanzigsten April 2014: Ein Mann raucht in Chicago eine E-Zigarette.
ARCHIV: Aufnahme vom 23. April 2014, ein Mann raucht in Chicago eine E-Zigarette. Copyright  AP Photo
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Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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E-Zigaretten helfen Raucherinnen und Rauchern beim Ausstieg offenbar besser als Pflaster oder Kaugummis. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie.

Nikotinhaltige E-Zigaretten könnten beim Rauchstopp wirksamer sein als herkömmliche Methoden, legt eine neue Studie nahe. Zugleich rückt die zunehmende Kritik an den Produkten weitere Gesundheitsrisiken in den Fokus.

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Die Untersuchung eines Forschungsteams der Universität Oxford, veröffentlicht im Fachjournal Addiction (Quelle auf Englisch), kommt zu dem Schluss, dass Nikotin-E-Zigaretten zur Entwöhnung besser wirken als Hilfen wie Kaugummis oder Pflaster.

Die Forschenden erstellten zudem eine "Evidence and Gap Map", die Lücken im bisherigen Wissen sichtbar machen soll.

„Wir hoffen, dass dieser Überblick und die Evidence and Gap Map einige Behauptungen entkräften, wonach die Datenlage zu den Auswirkungen nikotinhaltiger E-Zigaretten auf die Rauchabstinenz ‚gemischt‘ sei“, sagte Angela Difeng Wu, leitende Forscherin und Dozentin am Nuffield Department of Primary Care Health Sciences in Oxford.

„Tatsächlich ist die Evidenz in allen von uns ausgewerteten Metaanalysen klar und konsistent: E-Zigaretten helfen Menschen wirksam dabei, mit dem Rauchen aufzuhören.“

Die Übersichtsarbeit zeigt allerdings auch: Für schwerwiegende Nebenwirkungen ist die Datenlage weiterhin unklar. Bei den meisten anderen unerwünschten Effekten deutet die Evidenz auf geringe oder keine Unterschiede zwischen Nikotin-E-Zigaretten und anderen Behandlungen hin.

E-Zigaretten stehen seit Langem als Alternative zur Tabakzigarette unter Beobachtung. Fachleute sind sich einig: Am gesündesten ist es, gar nicht zu rauchen. Zugleich mehren sich Hinweise, dass E-Zigaretten beim Ausstieg aus dem Tabakkonsum helfen können.

Das Team wertete vierzehn systematische Übersichtsarbeiten aus, die zwischen 2014 und 2023 erschienen sind.

Darunter war auch ein Cochrane-Review aus dem Jahr 2024, dem zufolge von jeweils 100 Nutzerinnen und Nutzern von Nikotin-E-Zigaretten zusätzlich zwei bis fünf Personen mit dem Rauchen aufhören, verglichen mit einer Nikotinersatztherapie (NRT) wie Pflastern oder Kaugummi.

Nach Einschätzung der Oxford-Forschenden bremsen trotz jüngster Empfehlungen weiterhin Unsicherheiten und vermeintliche Kontroversen über die Rolle von E-Zigaretten bei der Reduzierung des Rauchens die internationale Politik sowie klinische und persönliche Entscheidungen.

E-Zigaretten: harmlos oder riskant?

Die Einstellung zu diesen Produkten bleibt gespalten. Die Erkenntnisse zu den langfristigen Gesundheitseffekten des E-Zigarettenkonsums entwickeln sich erst nach und nach. Ein Grund: Die Geräte sind noch nicht lange auf dem Markt, zudem verändern sie sich technisch ständig.

Auch wenn immer mehr Studien auf eine Wirksamkeit beim Rauchstopp hindeuten, warnen Fachleute: E-Zigaretten sind nicht risikofrei und sollten von Nichtraucherinnen und Nichtrauchern gemieden werden.

Eine im Februar 2026 veröffentlichte Studie hält fest: Es gibt bislang keine Hinweise aus Studien am Menschen, dass E-Zigaretten Krebs auslösen. Es gibt jedoch Belege, dass Konsumentinnen und Konsumenten krebserregenden Chemikalien ausgesetzt sind.

Im Vergleich zu herkömmlichen Tabakprodukten verringert die Nutzung von E-Zigaretten statt verbrannten Tabaks die Belastung mit krebserzeugenden Stoffen allerdings deutlich, so die Studie.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) kritisiert Vapes und E-Zigaretten scharf, vor allem wegen ihrer Folgen für Kinder.

Sie schätzte im Jahr 2025 erstmals die weltweite Nutzung von E-Zigaretten und kam zu dem Ergebnis, dass inzwischen mehr als 100 Millionen Menschen dampfen.

Darunter sind nach WHO-Angaben mindestens 15 Millionen Kinder im Alter zwischen dreizehn und fünfzehn Jahren, die bereits E-Zigaretten nutzen. In Ländern mit verfügbaren Daten greifen Kinder im Schnitt neunmal häufiger zu E-Zigaretten als Erwachsene.

„E-Zigaretten befeuern eine neue Welle der Nikotinabhängigkeit“, sagte WHO-Experte Etienne Krug. „Sie werden als Mittel zur Schadensbegrenzung vermarktet, doch in Wirklichkeit bringen sie Kinder früher mit Nikotin in Kontakt und drohen, jahrzehntelange Fortschritte zunichtezumachen.“

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