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Sommerdepression: selten, aber so belastend wie Winterdepression

Eine Frau sonnt sich in London.
Eine Frau sonnt sich in London. Copyright  AP Photo/Kirsty Wigglesworth
Copyright AP Photo/Kirsty Wigglesworth
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Viele denken bei saisonalen Depressionen an dunkle Wintertage. Doch manche leiden im Sommer – ausgelöst durch Hitzeperioden und tropische Nächte.

Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit kämpfen mit psychischen Problemen. Diese Belastung nimmt zu, vor allem durch Angststörungen und Depressionen.

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Eine weniger bekannte Form der Depression ist die saisonal abhängige Depression (Seasonal Affective Disorder, SAD). Sie folgt einem wiederkehrenden jahreszeitlichen Muster und ist wie jede andere Depression eine ernst zu nehmende Erkrankung.

Saisonale Depressionen treten häufiger im Winter auf. Sie stehen in Verbindung mit dunkleren, kälteren Tagen und weniger Sozialkontakten. Nur wenige Menschen entwickeln dagegen eine Sommerdepression, sie kann jedoch genauso belastend sein wie die besser bekannte Winterdepression.

Eine kürzlich veröffentlichte Studie (Quelle auf Englisch) zeigt, dass die Sommer-SAD ein atypischer Subtyp ist, der 0,57 Prozent der Weltbevölkerung betrifft. Die Winter-SAD erreicht im Vergleich dazu 5 Prozent.

Auslöser können Hitzeperioden und tropische Nächte sein. Die Symptome reichen von leichten „Sommerblues“ bis zu schwerer Depression mit Schlaflosigkeit, Appetitverlust, innerer Unruhe und Angst.

Eine feste Tagesstruktur, möglichst wenig Hitze und ausreichend Schlaf können die Beschwerden lindern. Bei schweren Verläufen sollten Betroffene ärztliche Hilfe suchen, rät Adam Borland, klinischer Psychologe an der Cleveland Clinic.

Psychische Erkrankungen nehmen weltweit zu

Weltweit hat sich die Zahl der Menschen mit einer psychischen Erkrankung in den vergangenen 30 Jahren fast verdoppelt. Haupttreiber sind Angststörungen und Depressionen.

Eine aktuelle Auswertung (Quelle auf Englisch) der neuen Global-Burden-of-Disease-Studie, veröffentlicht im Fachjournal „The Lancet“, kommt zu dem Ergebnis: 2023 lebten rund 1,2 Milliarden Menschen mit einer psychischen Erkrankung. Das entspricht etwa 15 Prozent der Weltbevölkerung.

Gegenüber 1990 ist das ein Anstieg um 95 Prozent. Im selben Zeitraum sind psychische Störungen in der Rangliste der wichtigsten Ursachen für Gesundheitsverlust weltweit von Platz zwölf auf Platz fünf vorgerückt.

Bei der schweren depressiven Störung und bei Angststörungen fällt der Anstieg noch deutlicher aus: plus 131 Prozent beziehungsweise plus 158 Prozent. Sie sind damit die beiden häufigsten psychischen Erkrankungen.

„Auf die psychischen Bedürfnisse der Weltbevölkerung zu reagieren, besonders bei den verletzlichsten Gruppen, ist eine Verpflichtung und keine Option“, schreiben die Autorinnen und Autoren der Global-Burden-of-Disease-Studie 2023.

In der Europäischen Region lebt Schätzungen zufolge etwa jede sechste Person mit einer psychischen Erkrankung, insgesamt rund 140 Millionen Menschen. Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation erhält jedoch nur jede dritte Person mit Depression die Behandlung, die sie braucht.

Seit der COVID-19-Pandemie haben Depressionen und Angststörungen bei jungen Menschen Schätzungen zufolge um 25 Prozent zugenommen. Bei Menschen im Alter von 15 bis 29 Jahren ist Suizid inzwischen die häufigste Todesursache in der Region.

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