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Erst- oder Zweitgeborene: Geburtsreihenfolge beeinflusst Gesundheit im Alter

Geburtsreihenfolge: möglicher Einfluss auf die Gesundheit im Alter
Geburtsreihenfolge kann die Gesundheit im späteren Leben beeinflussen. Copyright  Cleared/Canva
Copyright Cleared/Canva
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Die Geburtsreihenfolge eines Kindes kann sein Risiko für zahlreiche Krankheiten prägen, von Autismus und Allergien bis hin zu Suchtproblemen.

Hat die Geburtsreihenfolge Einfluss darauf, wie hoch das Risiko für bestimmte Erkrankungen ist?

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Eine neue Studie zeigt: Die Geburtsreihenfolge hängt deutlich stärker mit dem Krankheitsrisiko zusammen, als bislang angenommen.

Das Forschungsteam wertete Daten von mehr als 10 Millionen Menschen aus Zweikindfamilien aus. Es fand statistisch signifikante Zusammenhänge für 150 Krankheiten – von psychischen Störungen bis zu Verdauungsproblemen.

Die Ergebnisse, veröffentlicht im Fachjournal Nature Health (Quelle auf Englisch), zeigen: Erstgeborene haben häufiger neuroentwicklungsbedingte Störungen wie Autismus und ADHS sowie immunologisch bedingte Allergien.

Bei ihnen treten auch Tourette-Syndrom – eine Erkrankung des Nervensystems, die meist in der Kindheit beginnt – und Zwangsstörungen (OCD) öfter auf, ebenso Akne und Asthma.

Jüngere Geschwister sind dagegen anfälliger für Substanzmissbrauch, Magen-Darm-Erkrankungen und bestimmte Infektionen wie Gürtelrose.

Warum gibt es diese Unterschiede?

Die Autorinnen und Autoren gehen davon aus, dass eine Mischung aus physiologischen, immunologischen und sozialen Faktoren hinter den Zusammenhängen zwischen Geburtsreihenfolge und Krankheitsrisiko steht.

Bei immunallergischen und Atemwegserkrankungen wie Heuschnupfen, Ekzemen und Asthma tragen Erstgeborene demnach ein erhöhtes Risiko. Ihnen fehlt die frühe mikrobielle Exposition, die jüngere Geschwister erhalten.

Jüngere Geschwister kommen schon im Kleinkindalter mit mehr und vielfältigeren Mikroben in Kontakt, die ältere Geschwister nach Hause bringen. Diese frühe Exposition gilt als entscheidend, damit sich das Immunsystem regulieren und tolerant reagieren kann.

Die Studie zeigt zudem: Der schützende Effekt für jüngere Geschwister ist ausgeprägter, wenn der Altersabstand geringer ist. Das stützt die Annahme eines direkten mikrobiellen Austauschs.

Das höhere Risiko für Substanzmissbrauch bei zweitgeborenen Kindern erklären die Forschenden meist mit sozialen Einflüssen. Später geborene Kinder orientieren sich häufiger am Verhalten älterer Geschwister und sind eher bereit, Risiken einzugehen.

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