Seit Anfang August bleibt der Hubschrauberlandeplatz des CHU Hautepierre nachts gesperrt: Drohnen liefern verbotene Pakete an die Justizvollzugsanstalt Elsau.
Weder der Rettungsdienst SAMU noch die Sécurité civile steuern nachts noch das Krankenhaus Hautepierre im Westen von Straßburg an. Rettungshubschrauber landen dort nachts nicht mehr. Die Entscheidung fiel am 28. Juli, weil nachts zivile Drohnen über dem Hubschrauberlandeplatz unterwegs sind.
Die Fluggeräte transportieren Pakete zur nahe gelegenen Justizvollzugsanstalt Elsau. In den vergangenen Jahren hat sich diese Form der „Belieferung“ in Gefängnissen in ganz Frankreich ausgebreitet. Auch die Anstalt in Straßburg bleibt davon nicht verschont. Seit April haben die Sicherheitsteams am Landeplatz 19 Überflüge registriert.
Im Juli kam es zu zwei Zwischenfällen. Drohnen über der Zone verhinderten die Landung von Hubschraubern mit Patienten an Bord. Nach Angaben des Krankenhauses erlitt keiner der Betroffenen schwere Folgen. Dennoch setzt das Haus nächtliche Patientenanflüge per Hubschrauber aus. Die Transporte mussten neu organisiert werden.
Jedes Jahr nimmt das Krankenhaus Hautepierre rund vierzig Patienten während der sogenannten luftfahrtrechtlichen Nachtzeit auf. Das entspricht 13 % des Luftrettungsaufkommens. Diese Phase beginnt dreißig Minuten nach Sonnenuntergang und endet dreißig Minuten vor Sonnenaufgang.
Notfallversorgung dauert bis zu 30 Minuten länger
Die Übergangslösung verlagert den Transport auf die Straße. Hubschrauber mit Patienten fliegen nun das benachbarte Nouvel Hôpital Civil an. Von dort bringen Rettungswagen die Kranken weiter nach Hautepierre. Dieses Verfahren stößt bei den Krankenhaus-Teams auf Kritik.
Das Manöver erfordert zusätzliches Pflegepersonal. Vor allem aber kostet es wertvolle Zeit: zwischen 30 und 40 Minuten. Die meisten Patienten, die per Hubschrauber kommen, sind Polytrauma-Patienten nach Unfällen, häufig nach Verkehrsunfällen, oder Menschen mit Schlaganfall. In ihrer Versorgung zählt jede Minute.
„Dass bei diesen Patienten ein zusätzlicher Zeitverlust von dreißig oder vierzig Minuten ein lebensbedrohliches Risiko, funktionelle Einschränkungen, eine verlängerte Erholung oder aufwendigere Behandlungen nach sich zieht, können wir nicht ausschließen“, erklärt gegenüber der Nachrichtenagentur AFP Julien Pottecher, Leiter der Anästhesie und Intensivmedizin am Krankenhaus Hautepierre.
Die Präfektur und die regionale Gesundheitsbehörde suchen dringend nach einer Lösung. Im Gespräch ist unter anderem, dass die Hubschrauber auf einem nahe gelegenen Fußballplatz landen.
Zwei Personen verurteilt
Am Dienstag, dem 18. August, standen zwei Personen wegen Beihilfe zum versuchten Einschmuggeln von Gegenständen in die Haftanstalt vor Gericht. Staatsanwalt Félix Delaporte betonte in der Verhandlung die Folgen „für den Alltag“ und insbesondere für das benachbarte Universitätsklinikum. „Die Risiken sind erheblich“, erklärte er. „Es besteht eine reale Gefahr für Menschen!“
Die beiden Angeklagten, zwei junge Männer von achtzehn und neunzehn Jahren, nahm die Polizei bei einem Einsatz fest. Die Beamten stellten dabei lieferfertige Pakete sicher: fast 200 g Cannabisharz, etwas Marihuana, Kokain, Zigaretten, SIM-Karten und sogar Fleisch.