Passivrauchen schadet der Gesundheit massiv. Es verursacht Herzkrankheiten, Atemwegserkrankungen und Krebs und zählt weltweit zu den häufigsten vermeidbaren Todesursachen.
Ein Drittel der Weltbevölkerung ist jedes Jahr dem Rauch anderer ausgesetzt, dem sogenannten Passivrauchen. Diese Belastung bleibt eine der wichtigsten Ursachen für Erkrankungen und Todesfälle bei Nichtraucherinnen und Nichtrauchern.
Schätzungsweise 2,71 Milliarden Menschen weltweit waren 2023 Passivrauchen ausgesetzt, einer Mischung aus zwei Raucharten, die Nichtraucherinnen und Nichtraucher einatmen. Diese Belastung trug zu 1,66 Millionen Todesfällen bei. Betroffen waren 767 Millionen Kinder unter 15 Jahren, die besonders verletzlich sind, sowie 1,49 Milliarden Frauen.
Die neuen Zahlen stammen aus der Studie „Global Burden of Disease (GBD) 2023“, veröffentlicht in The Lancet Public Health (Quelle auf Englisch). Sie schätzt Ausmaß und Folgen der Rauchbelastung durch andere für 204 Länder und Gebiete im Zeitraum von 1990 bis 2023.
Strengere Regulierung nötig
Trotz der hohen Belastung sind nach der Studie rund 70 % der Weltbevölkerung nicht durch umfassende Rauchverbote geschützt.
Im Jahr 2024 erfüllen nur 79 Länder die höchsten Schutzstandards des WHO-Rahmenwerks. Etwa 70 % dieser Staaten liegen auf dem amerikanischen Kontinent. Dort sind alle öffentlichen Orte rauchfrei oder Gesetze decken mindestens 90 % der Bevölkerung ab.
Der Anteil der Weltbevölkerung, der unter umfassenden Rauchfrei-Gesetzen lebt, ist von 3 % im Jahr 2007 auf 33 % im Jahr 2024 gestiegen. Inzwischen profitieren 2,6 Milliarden Menschen davon.
Die Autorinnen und Autoren betonen, dass Rauchfrei-Regelungen die Belastung durch Tabakrauch direkt senken. Ihrer Ansicht nach braucht es dennoch weitere Schritte wie Tabaksteuern, Werbeverbote, einheitliche Verpackungen und Programme zur Entwöhnung.
Regionale Unterschiede
Laut Studie blieb die Zahl der Menschen, die weltweit Passivrauchen ausgesetzt sind, insgesamt etwa gleich. In Subsahara-Afrika, Nordafrika und dem Nahen Osten stieg sie jedoch deutlich an. Die Forschenden führen das vor allem auf das Bevölkerungswachstum zurück.
In der Region Mittel- und Osteuropa sowie Zentralasien lag die Verbreitung der Rauchbelastung bei 37,7 %. Das ist mehr als der globale Durchschnitt von 33,9 %. Dort sind 146 Millionen Menschen betroffen.
Die meisten Staaten Westeuropas gehören zur „High-income Super Region“. Diese Länder erzielten besonders große Fortschritte beim Zurückdrängen des Passivrauchens.
Dänemark und Norwegen verzeichneten seit 1990 einige der weltweit stärksten Rückgänge. In Dänemark sank die Belastung um 48,8 %, in Norwegen um 44,3 %.
Weitreichende Gesundheitsfolgen
Entscheidend ist nicht nur, wie viele Menschen betroffen sind. Laut Bericht gingen durch Passivrauchen 44,8 Millionen gesunde Lebensjahre verloren. Die Belastung bleibt ein zentraler Treiber für Behinderung und vorzeitige Todesfälle.
Rauchende nehmen den sogenannten „mainstream smoke“ vor allem durch den Filter der Zigarette auf. Nichtraucherinnen und Nichtraucher atmen dagegen vor allem „sidestream smoke“ ein. Dieser Rauch ist ungefiltert und enthält pro Einheit höhere Konzentrationen giftiger und krebserregender Stoffe als der Rauch, den die rauchende Person einatmet.
Die Forschenden schätzen, dass Passivrauchen weiterhin erheblich zum weltweiten Verlust an Gesundheit beiträgt, vor allem durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Atemwegserkrankungen bei Kindern.
Kontakt mit Tabakrauch steht mit zahlreichen Erkrankungen in Verbindung. Dazu zählen Schlaganfall, Infektionen der unteren Atemwege, chronisch obstruktive Lungenerkrankung, Asthma, Typ-2-Diabetes sowie Krebs der Luftröhre, der Lunge und der Brust.