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Studie: Pflanzliche Kost senkt Demenzrisiko – auch bei spätem Einstieg

Eine gesunde pflanzliche Ernährung könnte das Risiko für Alzheimer und andere Demenzen senken.
Gesunde pflanzenbasierte Ernährung könnte mit einem geringeren Risiko für Alzheimer und andere Demenzen zusammenhängen. Copyright  Canva
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Von Alexandra Leistner
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Wer sich überwiegend von pflanzlichen Lebensmitteln ernährt, erkrankt womöglich seltener an Alzheimer – entscheidend ist jedoch, wie ausgewogen die Kost ist.

Erwachsene, die sich gesund und überwiegend pflanzenbasiert ernähren und vor allem unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte, Nüsse und Samen essen, haben möglicherweise ein geringeres Risiko, Alzheimer und andere Demenzen zu entwickeln – selbst wenn sie erst später im Leben auf diese Ernährungsweise umsteigen.

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Die Studie im Fachjournal Neurology (Quelle auf Englisch) wertete Daten von fast 93.000 Erwachsenen mit einem Durchschnittsalter von 59 Jahren aus. Forschende verfolgten ihre Ernährung und ihre gesundheitliche Entwicklung über mehr als ein Jahrzehnt.

Sie konzentrierten sich dabei nicht nur auf vegetarische oder vegane Kost. Stattdessen unterschieden sie drei Muster: eine insgesamt pflanzenbetonte Ernährung, eine gesunde Variante mit vielen unverarbeiteten Lebensmitteln und eine weniger gesunde mit vielen raffinierten und stark verarbeiteten Produkten.

Unter den 92.849 Teilnehmenden, die im Schnitt elf Jahre lang beobachtet wurden, entwickelten 21.478 eine Alzheimer-Erkrankung oder eine andere Form von Demenz.

Ernährungsqualität spielt zentrale Rolle

Die Ergebnisse zeigen einen Zusammenhang, keinen direkten Beweis für Ursache und Wirkung. Sie legen außerdem nahe, dass nicht jede pflanzenbasierte Ernährung dieselben Vorteile bringt.

Teilnehmende mit dem höchsten Verzehr pflanzlicher Lebensmittel hatten ein zwölf Prozent geringeres Demenzrisiko als jene, die am wenigsten davon aßen.

Berücksichtigten die Forschenden die Qualität der Ernährung, wurde der Unterschied noch deutlicher. Menschen mit der insgesamt gesündesten pflanzenbasierten Kost hatten ein sieben Prozent niedrigeres Risiko. Wer die meisten ungesunden pflanzlichen Produkte aß, hatte hingegen ein um sechs Prozent erhöhtes Risiko.

„Pflanzenbasierte Ernährungsweisen senken nachweislich das Risiko für Erkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck, über Demenz wissen wir aber deutlich weniger“, sagte Studienautorin Song-Yi Park von der University of Hawaii. „Unsere Untersuchung zeigt, dass die Qualität dieser Ernährung entscheidend ist.“

Ernährungsumstellung wirkt auch im höheren Alter

Die Studie untersuchte zudem, wie sich die Essgewohnheiten in einer Teilgruppe von 45.065 Personen im Zeitverlauf veränderten. In dieser Gruppe entwickelten später 8.360 Menschen eine Demenz.

In den Daten zeigte sich: Personen, deren Ernährung sich innerhalb von zehn Jahren stärker in Richtung ungesunder pflanzlicher Produkte verschob, hatten ein um 25 Prozent höheres Demenzrisiko. Menschen, die ihre Ernährung verbesserten, senkten ihr Risiko dagegen um elf Prozent.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine Ernährungsumstellung auch im späteren Leben noch mit dem Demenzrisiko zusammenhängt. Laut dem Forschungsteam ging sogar der Umstieg auf eine gesündere pflanzenbasierte Kost nach dem 60. Lebensjahr mit einem geringeren Risiko einher.

Die Studie stützte sich allerdings auf Fragebögen zur eigenen Ernährung. Solche Selbstauskünfte sind oft ungenau, weil sich Teilnehmende nicht immer exakt an ihre Mahlzeiten erinnern. Das kann die Resultate beeinflussen.

Die große Zahl der Teilnehmenden und der lange Beobachtungszeitraum stärken jedoch die Aussagekraft der Ergebnisse.

Die Resultate passen zu früheren Untersuchungen, die Ernährungsmuster wie die mediterrane Kost oder die MIND-Diät mit besserer geistiger Gesundheit in Verbindung bringen – vor allem, wenn sie auf überwiegend unverarbeiteten Lebensmitteln beruhen.

Fachleute weisen zugleich darauf hin, dass es sich um eine Beobachtungsstudie handelt. Sie kann nicht beweisen, dass allein die Ernährung Demenz verhindert; auch Faktoren wie körperliche Aktivität, Bildung oder der gesamte Lebensstil spielen vermutlich eine Rolle.

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