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Hantavirus-Ausbruch auf Kreuzfahrtschiff: EU-Seuchenschützer sehen sehr geringes Risiko

Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius liegt am Montag, dem vierten Mai zweitausendsechsundzwanzig, im Hafen von Praia auf den Kapverden vor Anker.
Das Kreuzfahrtschiff MV Hondius liegt im Hafen von Praia auf Kap Verde vor Anker. Aufgenommen am Montag, dem vierten Mai 2026. Copyright  (AP Photo/Arilson Almeida)
Copyright (AP Photo/Arilson Almeida)
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Nach Angaben des ECDC bleibt das Gesundheitsrisiko für Europäer durch den auf einem Atlantik-Kreuzfahrtschiff entdeckten Hantavirus-Ausbruch sehr gering; Ermittler prüfen weiter Ursprung und Ausmaß.

Das Risiko eines größeren Ausbruchs von Hantavirus-Infektionen in Europa ist sehr gering, erklärte das Europäische Zentrum für die Prävention und Kontrolle von Krankheiten (ECDC) am Montag. Anlass sind wachsende Sorgen wegen eines Virusausbruchs auf einem Kreuzfahrtschiff im Atlantik.

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Das spanische Gesundheitsministerium bestätigte am Dienstag, dass noch am Nachmittag ein Team von Epidemiologinnen und Epidemiologen an Bord geht. Die Fachleute sollen die Passagiere auf mögliche Symptome untersuchen und das Risiko bewerten; der Einsatz ist mit der WHO abgestimmt.

„Das soll Entscheidungen über eine mögliche Rückführung und über die weitere Route des Schiffs erleichtern“, teilte das Ministerium auf X mit.

Die Weltgesundheitsorganisation hat an Bord sieben Fälle festgestellt: drei Todesfälle, eine kritisch erkrankte Person und drei Menschen mit milden Symptomen.

„Für die Allgemeinbevölkerung in Europa gilt das Risiko durch diesen Ausbruch derzeit als sehr gering. An Bord laufen geeignete Maßnahmen zur Infektionsprävention und -kontrolle, und Hantaviren verbreiten sich nicht leicht von Mensch zu Mensch“, erklärte das ECDC in einer Mitteilung.

Die Behörde betonte, dass an Bord weitere Maßnahmen umgesetzt werden, um das Risiko zusätzlicher Ansteckungen unter Passagieren und Besatzung zu senken.

„Mehrere Aspekte des Ausbruchs werden noch untersucht. Dazu gehören die genaue Virusart, der Infektionsursprung, das Ausmaß der Verbreitung unter Passagieren und Crew sowie die Frage, ob es zu Übertragungen zwischen Menschen gekommen ist“, hieß es weiter.

Das ECDC erinnerte daran, dass sich die meisten Hantaviren nicht direkt von Mensch zu Mensch übertragen.

Eine Ausnahme bildet der Andes-Virus-Stamm, der vor allem in Teilen Südamerikas vorkommt. Er kann nachweislich zwischen Menschen übertragen werden, meist bei engem und längerem Kontakt.

„Noch ist unklar, ob sich das Virus in diesem Ausbruch über die Umgebung oder von Mensch zu Mensch verbreitet hat. Welches Hantavirus genau beteiligt ist, wurde ebenfalls noch nicht identifiziert“, so das ECDC.

Was ist das Hantavirus?

Unter dem Begriff Hantavirus fasst die Medizin eine Gruppe von Viren zusammen, die von Nagetieren getragen werden. Menschen stecken sich in erster Linie an, wenn sie eingeatmete Staubpartikel aus getrocknetem Kot infizierter Tiere aufnehmen.

Der häufigste Übertragungsweg ist der Kontakt mit infizierten Nagetieren oder deren Urin, Speichel oder Kot, vor allem, wenn diese Materialien aufgewirbelt werden und als Aerosol in die Luft gelangen.

Eine Infektion kann zu einem Hantavirus-Lungensyndrom (HPS) führen. Typisch sind Kopfschmerzen, Schwindel, Schüttelfrost, Fieber, Muskel- und Bauchschmerzen. Anschließend kann es zu akuter Atemnot und zu niedrigem Blutdruck kommen.

Nach Angaben der WHO setzen die Symptome des HPS meist zwei bis vier Wochen nach dem ersten Kontakt mit dem Virus ein.

Sie können jedoch schon nach einer Woche auftreten – oder erst bis zu acht Wochen nach der Ansteckung.

Wo liegt das Schiff derzeit?

Das Expeditionskreuzfahrtschiff m/v Hondius des niederländischen Unternehmens Oceanwide Expeditions liegt derzeit vor der Küste von Cabo Verde vor Anker. Es war mit 149 Menschen an Bord ausgelaufen.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden erlauben den Passagieren bislang nicht, an Land zu gehen.

„Die Atmosphäre an Bord der m/v Hondius ist weiterhin ruhig, die Passagiere verhalten sich überwiegend gefasst“, teilte Oceanwide Expeditions in einer Erklärung mit.

Dem Unternehmen zufolge zeigten zwei Besatzungsmitglieder akute Atemwegssymptome, eine Person mild, die andere schwer ausgeprägt. Beide benötigten umgehend medizinische Versorgung.

In der Mitteilung hieß es weiter, die niederländischen Behörden bereiteten „aktiv eine medizinische Evakuierung der zwei Betroffenen sowie der Person vor, die mit dem Gast in Verbindung steht, der am 2. Mai verstorben ist“.

„Derzeit wurden keine weiteren Personen mit Symptomen festgestellt“, hieß es weiter.

Zu den geprüften Alternativen gehört laut Oceanwide Expeditions, weiter nach Las Palmas oder Teneriffa auf den Kanarischen Inseln zu fahren.

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