Veränderte Vorlieben und knapperes Geld stellen die weltweite Getränkeindustrie um. In klassischen Märkten dürfte der Konsum in den nächsten fünf Jahren zurückgehen.
Der weltweite Alkoholkonsum dürfte bis 2031 weiter sinken. In klassischen Trinkmärkten wie Europa, Nordamerika und China schränken die Menschen ihren Konsum ein.
Der Konsum von Spirituosen, Bier und Wein ist von 2024 auf 2025 bereits um zwei Prozent gesunken. Nach Einschätzung des auf den globalen Alkoholmarkt spezialisierten Analysehauses IWSR wird er bis mindestens 2031 weiter zurückgehen. Das Unternehmen legt dazu seine erste Prognose mit einem Zeithorizont von zehn Jahren vor, die 160 Märkte abdeckt.
Bis 2035 dürften die weltweiten Mengen insgesamt ein Prozent unter dem Niveau von 2025 liegen, obwohl die Zahl der volljährigen Konsumentinnen und Konsumenten weltweit um neun Prozent wächst.
Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch reinen Alkohols dürfte im Laufe des Jahrzehnts um rund einen halben Liter sinken – das entspricht ungefähr zwei Flaschen Spirituosen pro Jahr.
Der Rückgang wird in einigen der größten Alkoholmärkte der Welt besonders stark ausfallen.
Bis 2035 dürfte das konsumierte Volumen in China und den USA um fast ein Fünftel zurückgehen. Für Deutschland rechnen die Analysten mit einem Minus von 14 Prozent, für das Vereinigte Königreich mit 13 Prozent. In Japan wird ein Rückgang um 15 Prozent erwartet.
In mehreren Schwellenländern wächst der Markt hingegen kräftig. Indien dürfte sich nach China zu einem der wichtigsten Wachstumstreiber der weltweiten Nachfrage entwickeln. Die jährlich konsumierten Getränkeeinheiten sollen zwischen 2025 und 2035 in Mexiko um 13 Prozent, in Vietnam um 15 Prozent, in Kolumbien um 26 Prozent und in Indien um 38 Prozent zulegen.
„2035 wird sich der Markt in einem völlig anderen Zustand präsentieren als heute“, sagte Marten Lodewijks, President und Managing Director von IWSR, in einer Pressemitteilung.
Die Prognosen unterscheiden sich deutlich je nach Getränkekategorie. Der weltweite Weinkonsum dürfte zwischen 2025 und 2035 um 14 Prozent zurückgehen, der von Spirituosen um zwei Prozent. Beim Bier wird ein Minus von rund einem Prozent erwartet.
Trinkfertige RTD-Getränke wie vorgemixte Cocktails sollen dagegen weltweit um 17 Prozent zulegen.
„Der weltweite RTD-Konsum hat 2025 erstmals eine Milliarde neun-Liter-Kisten erreicht, und es gibt keine Anzeichen dafür, dass sich dieser Trend bald abschwächt“, sagte Luke Tegner, Leiter der Beratung bei IWSR.