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Hitzewellen treffen Europa: so bleiben Sie kühl, wenn es darauf ankommt

ARCHIV - Eine Touristin schützt ihr Gesicht mit einem Fächer vor der Sonne und wartet vor dem Buckingham-Palast in London auf die Wachablösung.
ARCHIV: Eine Touristin schützt ihr Gesicht mit einem Fächer vor der Sonne und wartet vor dem Buckingham-Palast auf die Wachablösung in der Londoner Hitze. Copyright  AP Photo/Matt Dunham, File
Copyright AP Photo/Matt Dunham, File
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Hitzeperioden sind gefährlich, doch mit ein paar einfachen Maßnahmen kann man das Risiko hitzebedingter Erkrankungen deutlich senken.

In vielen europäischen Städten steigen die Temperaturen in den kommenden Tagen voraussichtlich auf neue Sommerrekorde, in einigen Regionen bis nahe 40°C.

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„Hitzeperioden sind nicht nur unangenehm – sie gehören in Europa zu den tödlichsten Wetterereignissen. Die meisten hitzebedingten Erkrankungen lassen sich jedoch mit einfachen Maßnahmen verhindern“, sagte Tiago Villanueva, Hausarzt und Präsident der European Union of General Practitioners / Family Physicians, gegenüber Euronews Health.

Bei längeren Hitzephasen gerät die Fähigkeit des Körpers, seine Innentemperatur zu regulieren und überschüssige Wärme abzugeben, an ihre Grenzen. Das erhöht das Risiko für Hitzekollaps und Hitzschlag.

Die Anstrengung, den Körper zu kühlen, belastet zusätzlich Herz und Nieren. Extreme Hitze kann deshalb bestehende Erkrankungen verschlimmern.

Europa rüstet sich für die nächste Hitzewelle. So bleiben Sie kühl und gesund.

In den heißesten Stunden kühl bleiben

In großen Teilen Europas klettern die Temperaturen in diesem Sommer voraussichtlich über 30°C. In vielen Regionen kommen sogenannte Tropennächte hinzu.

Von einer Tropennacht spricht man, wenn die Temperatur nicht unter 20°C sinkt. Der Körper kann sich dann von der Tageshitze kaum erholen.

Bleibt die Abkühlung in der Nacht aus, belastet das Herz-Kreislauf-System stark, stört den erholsamen Schlaf und erhöht die Sterblichkeit.

Fachleute raten, tagsüber in den heißesten Stunden nach Möglichkeit in Innenräumen zu bleiben. Fenster und Rollläden sollten dann geschlossen bleiben, um die Sonne auszusperren. Gelüftet wird am besten am frühen Morgen und am Abend, wenn es draußen kühler ist.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, elektrische Ventilatoren nur zu nutzen, wenn die Temperatur unter 40˚C liegt. Darüber wirbeln sie vor allem heiße Luft durch den Raum und heizen den Körper zusätzlich auf.

Gehen Sie möglichst nicht in der heißesten Zeit des Tages nach draußen. Lässt sich das nicht vermeiden, eignen sich weit geschnittene, helle Kleidungsstücke aus luftdurchlässigen Stoffen wie Baumwolle oder Leinen. Solche Materialien sind auch für Bettwäsche ideal und helfen, den Körper in warmen Nächten zu kühlen.

Kleidung kühlt nicht nur, sie schützt die Haut auch vor schädlicher ultravioletter (UV-)Strahlung.

Vor der Sonne schützen

Meiden Sie direkte Sonne, besonders zur Mittagszeit, und tragen Sie alle zwei Stunden Sonnencreme auf.

So bleibt die natürliche Schutzbarriere der Haut erhalten, und das Risiko für Sonnenbrand und Hautkrebs sinkt.

Achten Sie auf Anzeichen, dass Sie nachcremen müssen, etwa wenn sich die Haut trocken anfühlt, sich rötet oder brennt.

Wer in den zentralen Stunden des Tages in der Sonne ist, sollte den Kopf mit einem Hut oder einer Kappe bedecken, damit die Sonne ihn nicht direkt trifft.

Auch Augen und Augenlider sind empfindlich gegenüber UV-Strahlen. Tragen Sie eine Sonnenbrille, um gefährliche Strahlung zu vermeiden und das Risiko für Augenschäden zu verringern.

Achten Sie auf Sonnenbrillen mit ausgewiesenem UV-Schutz. Nach Angaben von Bryce St. Clair von Johns Hopkins Medicine spielt auch die Glasfarbe eine Rolle: Braun, Grün und Grau eignen sich am besten, gelbe Gläser schützen weniger.

Genug trinken

Ausreichend zu trinken ist an heißen Tagen entscheidend, um den Körper hydriert zu halten. Die WHO empfiehlt mindestens zwei bis drei Liter Wasser am Tag.

Es ist sehr wichtig, nicht erst zu trinken, wenn man Durst verspürt, sagt Villanueva. Er rät außerdem, zu viel Alkohol und Koffein zu vermeiden, weil beides harntreibend wirkt und die Austrocknung verstärken kann.

Warnsignale ernst nehmen

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen kann man sich bei extremer Hitze unwohl fühlen.

Expertinnen und Experten empfehlen, auf frühe Warnzeichen zu achten, die auf eine Hitzeschöpfung oder einen beginnenden Hitzschlag hinweisen können.

Typische Symptome sind Schwindel, Übelkeit, Müdigkeit, Schwäche und Verwirrtheit.

Treten solche Beschwerden auf, sollte man sich sofort abkühlen, duschen oder baden, den Körper mit Wasser besprühen, trinken und bei einer Verschlechterung ärztlichen Rat einholen.

Wer besonders gefährdet ist

Nicht alle Menschen sind gleichermaßen anfällig für extreme Temperaturen.

„Zu den Gruppen mit höherem Risiko gehören ältere Erwachsene, insbesondere über 65 Jahren, Menschen mit chronischen Erkrankungen, Säuglinge und kleine Kinder, sozial isolierte Personen, im Freien arbeitende Menschen und obdachlose Personen“, sagte Villanueva.

Kinder schwitzen pro Kilogramm Körpergewicht weniger und haben einen höheren Stoffwechsel. Sie überhitzen deshalb bei großer Hitze schneller.

Auch Menschen, die Medikamente einnehmen, haben ein höheres Risiko. Manche verschreibungspflichtigen und frei verkäuflichen Präparate können die Fähigkeit des Körpers beeinträchtigen, die Temperatur zu regulieren, zu schwitzen oder den Flüssigkeitshaushalt zu halten.

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