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WM 2026: Hitze als heimlicher Gegner?

Lucas Digne aus Frankreich kippt sich vor dem WM-Spiel der Runde der letzten 32 gegen Schweden Wasser ins Gesicht.
Frankreichs Lucas Digne kippt sich vor dem WM-Sechzehntelfinale gegen Schweden Wasser ins Gesicht. Copyright  AP Photo/Adam Hunger
Copyright AP Photo/Adam Hunger
Von Marta Iraola Iribarren
Zuerst veröffentlicht am
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Bei der WM 2026 steigen die Temperaturen, die Hitze könnte die Leistung der Spieler bremsen. Laut neuer Analyse sind manche Teams deutlich stärker betroffen.

Die WM 2026 ist in die K.o.-Phase gestartet, in der noch 32 Länder um den Einzug in die nächste Runde spielen.

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Neben Spielern und Teams prägt ein Protagonist das Turnier eindeutig: die Hitze.

Schon vor dem Anpfiff in Kanada, Mexiko und den Vereinigten Staaten warnten Gesundheitsexperten und Profispieler, dass einige Partien unter gefährlichen Wetterbedingungen stattfinden würden.

Um die Folgen abzufedern, hat die FIFA in allen Spielen verpflichtende Trinkpausen eingeführt – unabhängig von der Temperatur.

Nun, da das Turnier in eine neue Runde geht, steigen die Temperaturen wie vorhergesagt stark an. In den Vereinigten Staaten wird ab dem ersten Juli eine Hitzewelle erwartet, die große Teile des Landes treffen dürfte.

Eine Analyse (Quelle auf Englisch) von Climate Central, einer unabhängigen Gruppe von Klimaforschenden und Wissenschaftskommunikatoren, zeigt: Mehrere Partien fanden bereits bei leistungshemmender Hitze statt, weitere stehen noch bevor.

„Hitze ist ein versteckter Gegner, gegen den alle Spieler ebenfalls antreten“, sagte Tom Di Liberto, Medienchef von Climate Central, Euronews Health.

Hitze trifft zwar alle Teams, doch Ausmaß und Häufigkeit unterscheiden sich deutlich.

Mehrere Faktoren – Spielplan, Austragungsort und Stadionbedingungen – sorgen dafür, dass einige Nationalmannschaften stärker exponiert sind als andere.

Welche Teams trifft die Hitze am stärksten?

Am stärksten wäre der Weg Argentiniens ins Finale von Extremtemperaturen geprägt. Sollten die Südamerikaner die letzte Turnierphase erreichen, fände jede ihrer Partien unter Bedingungen statt, bei denen mit mehr als 50 Prozent Wahrscheinlichkeit die Hitze die Leistung beeinträchtigt.

Portugal, Spanien und Brasilien folgen mit einer durchschnittlichen Wahrscheinlichkeit von über 66 Prozent, dass ihre Spiele von Hitze beeinflusst werden.

In der derzeit laufenden Runde der letzten 32 gilt die Partie Elfenbeinküste gegen Norwegen am Dienstag, 30. Juni, als bislang heißestes Spiel. Danach folgen Argentinien gegen Kap Verde am vierten Juli und England gegen die DR Kongo am ersten Juli.

Kaum betroffen sind dagegen Schweiz–Algerien, Belgien–Senegal und Mexiko–Ecuador.

„Die Voraussetzungen für die Teams sind alles andere als gleich. Ich bin sehr gespannt zu beobachten, ob sich das in der Runde der letzten sechzehn, im Viertelfinale und im Halbfinale bemerkbar macht“, sagte Di Liberto.

Er fügte hinzu, dass Hitzestress mit fortschreitendem Turnierverlauf eine Schlüsselrolle spielen könnte. „Wenn die Unterschiede so klein sind, kann so etwas den Ausschlag geben“, betonte Di Liberto.

Wie beeinflusst Hitze die Leistung?

Frühere Forschung zur Wirkung hoher Temperaturen auf den Spitzenfußball hat eine Obergrenze von 28 °C definiert.

Oberhalb dieser Marke stellten Forschende fest, dass Hitzestress die Leistung mindert und Spieler verlangsamt.

„Spieler reagieren auf die erhöhte physiologische Belastung mit vorsichtigerem Spiel. Sie setzen stärker auf defensive Aktionen und verbessern so ihre Passquote“, erklärte Dr. Oliver Gibson, Dozent für Trainingsphysiologie an der Brunel University London.

Er ergänzte, dass mit steigender Körpertemperatur das Risiko für hitzebedingte Erkrankungen wächst – ebenso die Belastung des Herz-Kreislauf-Systems sowie Müdigkeit, Antriebslosigkeit und Schwindel.

Südkoreas Oh Hyeon-gyu (18) während der Trinkpause im WM-Gruppenspiel der Gruppe A zwischen Südafrika und Südkorea.
Südkoreas Oh Hyeon-gyu (18) während der Trinkpause im WM-Gruppenspiel der Gruppe A zwischen Südafrika und Südkorea. AP Photo/Seth Wenig

Die Hitze kommt

Mit diesen Temperaturen hatte niemanden die Realität überrascht. Wer ein solches Turnier im Sommer in Kanada, Mexiko und den USA plant, muss mit Hitze rechnen.

Doch der Klimawandel beschleunigt den Anstieg der Durchschnittstemperaturen.

Dennoch verfügen nur drei der WM-Stadien über Klimatisierung, betonte Di Liberto – die Arenen in Houston, Dallas und Atlanta.

Die meisten Stadien bieten weder Kühlungssysteme noch ausreichend Schatten auf dem Spielfeld oder auf den Rängen.

Für Di Liberto ist es wichtig, schon jetzt Lösungen für künftige Sportereignisse unter ähnlichen Bedingungen zu entwickeln.

„Dieses Problem wird nicht verschwinden, es wird nur weiter auftreten“, sagte er.

Was bedeutet das für künftige Großereignisse?

Di Liberto sieht darin eine breitere Debatte, die über den Fußball hinausgehen sollte – mit Blick auf andere große Sportereignisse.

„Dies ist eine Gelegenheit, ein Thema in den Fokus zu rücken, von dem vielen gar nicht bewusst ist, wie stark es den Sport beeinflusst, den sie so sehr lieben“, sagte er.

In den kommenden Jahren rücken weitere Großereignisse das Thema Hitze in den Mittelpunkt: die Frauen-WM 2027 in Brasilien, die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles und die nächste Männer-WM 2030 in Marokko, Portugal und Spanien.

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