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Internationales Filmfestival von Taschkent: 9 sehenswerte Filme

Internationales Filmfestival von Taschkent: 9 sehenswerte Filme
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Von euronews

Das Filmfestival von Taschkent ist nach 24 Jahren Pause wieder zurück. Euronews hat 9 sehenswerte Filme aus den Vorführungen 2021 herausgesucht.

"In den 1960er und 1970er-Jahren hatte Usbekistan ein hohes Ansehen in der Kinowelt, sowohl im sowjetischen Raum als auch in der übrigen Welt", sagt Firdavs Abdukhalikov, Generaldirektor des Festivals und Generaldirektor der usbekischen Filmförderungsanstalt.

Doch leider habe "Usbekistan in den vergangenen 25 Jahren, bis 2017, eine Stagnation erlebt. Studios wurden geschlossen, Finanzierungen wurden gestrichen, Ausrüstung wurde versteigert, die gesamte Branche stand am Rande des Zusammenbruchs", fügt er hinzu.

Heute sieht die Sache anders aus. In jüngster Zeit gab es in Usbekistan mehrere Reformen, auch im Kulturbereich der Kultur. "Der große Anstoß und die Krönung all dieser Reformen war das Filmfestival", sagt Abdukhaliko.

Das zentralasiatische Land hofft, dass das Festival ein starker Impuls für die Entwicklung der nationalen Industrie sein wird. "Es verspricht, der kulturelle Durchbruch des Jahres zu werden sowie ein Zentrum für den Erfahrungsaustausch mit der internationalen Filmgemeinschaft, die Unterzeichnung neuer Verträge und die Entwicklung neuer Ideen."

Folgend die euronews-Auswahl 9 sehenswerter Filme der Ausgabe 2021 des Internationalen Filmfestivals von Taschkent, 65 Jahre nach seiner ersten Veranstaltung.

"Curfew", Regie: Amir Ramses, 2020

Land: Ägypten

Der Film mit einer hochkarätigen Besetzung spielt im Spätherbst 2013 nach der Ausgangssperre in Ägypten, wo Fatin nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen wird, weil sie ein schreckliches Verbrechen begangen hat. Sie verbringt die Nacht mit ihrer Tochter Layla, die sie auf der Suche nach unbeantworteten Fragen einem zweiten Prozess unterzieht.

"Curfew" wurde beim Cairo International Film Festival 2020 für den besten Film nominiert, Elham Shaheen gewann den Preis für die beste Schauspielerin.

"Photocopy", Regie: Tamer Ashry, 2017

Land: Ägypten

Der Film erzählt die Geschichte eines Rentners in Kairo, der seinem Leben einen neuen Sinn gibt. Die Produktion gibt einen Einblick in das Ägypten des 20. Jahrhunderts. Der Streifen zeigt, dass sich verlieben keine Altersgrenze kennt und man das Leben in vollen Zügen genießen sollte.

Der Film wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem als bester arabischer Spielfilm beim El Gouna Film Festival und als bester Film beim Geneva International Oriental Film Festival 2019.

"Where did Ramses go?", Regie: Amr Bayumi, 2019

Land: Ägypten.

Der Dokumentarfilm wurde bei der 21. Ausgabe des Internationalen Filmfestivals für Dokumentarfilme und Kurzfilme in Ismailia uraufgeführt und gewann den wichtigsten Preis des Festivals. Der Film begleitet die Verlegung der Statue von Ramses II. vom gleichnamigen Platz in Kairo in das Große Ägyptische Museum.

Der Regisseur verwendete Filmmaterial, das er selbst während des mehr als 12 Stunden dauernden Umzugs im Jahr 2006 in der ägyptischen Hauptstadt aufgenommen hat.

"Dreamabout Sohrab", Regie: Ali Ghavitan, 2020

Land: Iran

"Dreamabout Sohrab" zeichnet die Poesie von Sohrab Sepehri nach, der in den vergangenen fünf Jahrzehnten zu den einflussreichsten literarischen Persönlichkeiten des Irans gehörte.

Regisseur Ali Ghavitan reist nach Kashan, der Heimatstadt von Sohrab, und wohnt im Haus eines verrückten Mannes, um im Gegenzug bestimmte Informationen über die literarische Figur zu erhalten. Aufgrund seiner offensichtlichen Ähnlichkeit mit Sepehri spielt der Regisseur selbst die Rolle des Dichters und Malers.

"Martin Eden", Regie: Pietro Marcello, 2019

Land: Italien

Das Drama gewann 12 Preise und erhielt 52 Nominierungen auf der ganzen Welt, darunter als bester Film bei den Filmfestspielen in Venedig 2019. Der Hauptdarsteller, Luca Marinelli, gewann außerdem den Volpi Cup für den besten Schauspieler, den wichtigsten Preis, der bei den Filmfestspielen von Venedig an Schauspieler vergeben wird.

Der Film zeigt die Geschichte von Martin Eden, einem Mann, der leidenschaftlich versucht, Teil der italienischen Literaturelite zu werden, während er gleichzeitig darum kämpft, aus der Armut herauszukommen.

"Happy as Lazzaro", Regie: Alice Rohrwacher, 2018

Land: Italien

Das italienische Drama von Alice Rohrwacher (Buch und Regie) wurde für den Wettbewerb um die Goldene Palme bei den Filmfestspielen von Cannes 2018 ausgewählt. Diesen Preis gewann der Film nicht, man nahm dafür den Preis für das beste Drehbuch mit nach Hause.

In dem Streifen geht es um einen freundlichen italienischen Bauern, der von einer Adeligen ausgebeutet wird. Der Film erhält durch einen Hauch von Fantasie und Geheimnis eine unerwartete Wendung - eine originelle Inszenierung.

"The Road to Mother", Regie: Akan Sataev, 2016

Land: Kasachstan

Der Film spielt in der Zeit, als die Sowjets einer Region, in der Nomaden wohnen, Regeln für die kollektive Landwirtschaft und feste Siedlungen auferlegten. Die Geschichte entwickelt sich über Jahrzehnte des Krieges, in denen eine Mutter und ihr Sohn darum kämpfen, wieder vereint zu sein.

"The Road to Mother" wurde als kasachischer Beitrag für den besten fremdsprachigen Film bei der 90. Oscarverleihung ausgewählt.

"Horse Thieves", Regie: Yerlan Nurmukhambetov, 2019

Land: Kasachstan

In dieser kasachisch-japanischen Produktion folgt man einer Familie, die in den Ausläufern des Tian Shan lebt, dem großen Gebirgszug, der sich durch Zentralasien zieht. Das Drama nimmt seinen Lauf, als eine Bande von Pferdedieben die Herde stiehlt, die dem Dorf gehörte, und das Leben der Familie auf den Kopf stellt. Ein geheimnisvoller Fremder kommt ihnen zu Hilfe.

Der Film wurde auf dem Shanghai International Film Festival für den Audience Choice Award für den Film des Jahres 2020 nominiert.

"Oralman", Regie: Sabit Kurmanbekov, 2016

Land: Kasachstan

Unter der sowjetischen Herrschaft in den 1930er-Jahren verließen viele Einzelpersonen und Familien Kasachstan in die Nachbarstaaten. "Oralman" ist die offizielle Bezeichnung für ethnische Kasachen, die nach der Unabhängigkeit von der Sowjetherrschaft 1991 in ihr Heimatland zurückkehrten.

Der Film erzählt die Geschichte einer kasachischen Familie, die in ihre Heimat zurückkehrt und setzt sich mit den Themen und Konzepten von Identität und Heimat auseinander.