Madrid hat jetzt den Posten der spanischen Botschafterin in Israel, Ana Sálomon, offiziell gestrichen. Der Dauerstreit zwischen der Regierung von Pedro Sanchez und der israelischen Regierung von Benjamin Netanjahu hat einen neuen Tiefpunkt erreicht.
Spaniens Regierung hat beschlossen, den Posten der Botschafterin in Israel, Ana Sálomon, offiziell zu streichen. Damit lässt Madrid die Chefposition der spanischen Botschaft in Tel Aviv unbesetzt.
Dieser Schritt markiert einen neuen Tiefpunkt in der Beziehung zwischen Spanien und Israel, die sich seit dem Krieg gegen die Hamas im Gazastreifen und dem Streit um den Begriff "Völkermord" immer weiter verschlechtert hat.
"Auf Vorschlag des Außenministers und nach Beratung im Ministerrat in seiner Sitzung vom 10. März 2026 ordne ich hiermit die Entlassung von Frau Ana María Sálomon Pérez aus ihrem Amt als Botschafterin Spaniens im Staat Israel an und danke ihr für ihre geleisteten Dienste", heißt es in einem vom König Felipe VI. unterzeichneten Dekret, das im Amtsblatt veröffentlicht wurde.
Vor der Abberufung der spanischen Botschafterin hatte Israel eine ähnliche Maßnahme in seiner diplomatischen Vertretung in Madrid ergriffen.
Ana Sálomon war im September 2025 angesichts der sich verschlechternden Beziehungen zwischen den beiden Ländern zu Konsultationen abberufen worden und hatte sich seitdem in Spanien aufgehalten. Ihre Abberufung macht das Fehlen eines spanischen Botschafters oder einer Botschafterin in Israel offiziell.
Auge um Auge?
Nachdem Spanien den Staat Palästina offiziell anerkannt hatte, beschloss Israel im Mai 2024, seine damalige Botschafterin in Madrid, Rodica Radian-Gordon, zu Konsultationen abzuberufen.
Nach ihrer Abreise sollte ein Nachfolger ernannt werden, aber die ursprünglich ausgewählte Person trat zurück, um einen anderen diplomatischen Posten zu übernehmen. Und die Regierung von Benjamin Netanjahu versäumte es, einen neuen Botschafter zu ernennen.
Israel hat nun seit fast zwei Jahren keinen Botschafter mehr in Spanien. Die diplomatische Vertretung in Madrid wird derzeit von der Geschäftsträgerin Dana Erlich geleitet, wie die spanische Botschaft in Tel Aviv von einer Diplomatin auf demselben Level angeführt wird.
Der israelische Außenminister Gideon Saar hatte Pedro Sánchez zuvor als "antisemitisch" und als "Lügner" bezeichnet, nachdem der spanische Ministerpräsident sein Verständnis für die pro-palästinensischen Proteste zum Ausdruck gebracht hatte, die 2025 die Radrundfahrt Vuelta in Spanien gestört hatten.
Zuletzt kommentierte Spaniens Regierungschef die Militäroperation der USA und Israels gegen Iran mit den Worten "Nein zum Krieg", nachdem US-Präsident Donald Trump Spanien mit einer Handelsblockade gedroht hatte.