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'All American': Was wir über MAGAs Protest-Halbzeitshow beim Super Bowl wissen

Was über die rechtsgerichtete Protest-Show in der Super-Bowl-Halbzeit bekannt ist
Was hinter der rechten Protestshow in der Super-Bowl-Halbzeit steckt Copyright  AP Photo - X screenshot
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Von David Mouriquand
Zuerst veröffentlicht am
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MAGA plant eine eigene All-American-Halftime-Show aus Protest gegen die Musik-Acts des Super Bowl 2026 der NFL. Erwarten Sie keine Glanzleistung.

An diesem Wochenende steigt der Super Bowl LX der NFL. Hauptact der Halbzeitshow ist der aus Puerto Rico stammende Rapper Bad Bunny, mehrfacher Grammy-Preisträger. Das Finale gilt als meistgesehene TV-Sendung der USA und lockt jedes Jahr mehr als hundert Millionen Zuschauerinnen und Zuschauer vor die Bildschirme.

Der Auftritt in der Halbzeitpause gilt als einer der begehrtesten Jobs im Musikgeschäft. Die Show prägt seit Jahren die Popkultur – und spiegelt sie zugleich wider.

Im vergangenen Jahr brach der Auftritt von Kendrick Lamar alle Rekorde: 133,5 Millionen Menschen schalteten ein. Bad Bunny dürfte ähnliche Zahlen erreichen, wenn nicht mehr – allerdings kaum dank des MAGA-Lagers.

Rechtskonservative, vielfaltsscheue Medien laufen seit Monaten Sturm gegen die Wahl des Headliners. Viele nennen Bad Bunnys Musik „unamerikanisch“ und „woke“ und übersehen für ihren kaum kaschierten Rassismus bequem, dass der Sänger US-Staatsbürger ist – Puerto Rico gehört zu den Vereinigten Staaten.

Bemerkenswert: Als die kanadische Sängerin Shania Twain oder die britischen Rolling Stones die Halbzeitshow bestritten, beschwerte sich niemand...

Donald Trump bezeichnete Bad Bunny kürzlich als „furchtbare Wahl“ für den Super-Bowl-Auftritt. Einer seiner Berater legte nach und erklärte, dass ICE beim „schändlichen“ Konzert präsent sein werde.

Trotz der Kritik und lauter Klagen darüber, der größte Football-Abend der USA werde von einer „linken Verschwörung“ gekapert, ließ die NFL Bad Bunny nicht fallen. Im Gegenteil: Die Liga schien Trump erst recht trotzen zu wollen und nahm zusätzlich die Rockband Green Day ins Programm, bekennende Trump-Kritiker.

Für neuen Zorn im MAGA-Lager sorgte der puerto-ricanische Superstar, als er die Trump-Regierung und ICE bei der Entgegennahme des Hauptpreises bei den diesjährigen Grammys attackierte. „Bevor ich Gott danke, sage ich: ICE raus“, erklärte er und fügte hinzu: „Wir sind keine Barbaren, wir sind keine Tiere, wir sind keine Aliens. Wir sind Menschen und wir sind Amerikaner.“

Bad Bunny bei den Grammys 2026
Bad Bunny bei den Grammys 2026 AP Photo

Die Reaktion des MAGA-Lagers? Gegenprogramm.

Turning Point USA – die von Charlie Kirk gegründete konservative Gruppe, die inzwischen von seiner Witwe Erika Kirk geführt wird – organisiert eine alternative, konkurrierende Halbzeitshow mit dem Titel „All American Halftime Show“.

Sie solle „amerikanischen Glauben, Familie und Freiheit feiern“, teilte die Organisation mit.

Und wer bestreitet dieses angeblich hochkarätige, nun ja, nicht gerade überwältigende Line-up?

Trump-Anhänger Kid Rock steht als Headliner auf der Bühne, unterstützt von den Country-Sängerinnen und -Sängern Brantley Gilbert, Lee Brice und Gabby Barrett.

Kurz gesagt: eher ein „Who’s Who?“ im Sinne von „Wer sind die eigentlich?“.

„Wir gehen an diese Show heran wie David gegen Goliath“, erklärte Kid Rock in einer über Turning Point USA verbreiteten Mitteilung. „Mit der Profi-Football-Maschinerie und einem globalen Pop-Superstar zu konkurrieren, ist fast unmöglich... oder doch nicht?“

Der Sänger, der seit seinem eher bescheiden aufgenommenen, stark an Lynyrd Skynyrd angelehnten Hit ‚All Summer Long‘ aus dem Jahr 2008 keinen großen Erfolg mehr verbuchen konnte, legte nach: „Er sagt, er schmeiße eine Tanzparty, trage ein Kleid und singe auf Spanisch? Cool. Wir planen, großartige Songs für Leute zu spielen, die Amerika lieben.“

Viel Erfolg damit. Denn der von ihm beschworene Goliath stürzte Taylor Swift vom Thron und war 2025 der weltweit meistgestreamte Künstler auf Spotify. Zudem schrieb Bad Bunny am vergangenen Wochenende Geschichte, als er als erster spanischsprachiger Künstler den Grammy für das Album des Jahres gewann – mit ‚DeBÍ TiRAR MáS FOToS‘.

Kid Rock im Weißen Haus
Kid Rock im Weißen Haus AP Photo

Die All American Halftime Show ist für denselben Abend wie der Super Bowl 2026 geplant – Sonntag, der achte Februar –, der genaue Ort ist noch offen. Übertragen wird sie auf vier konservativen Sendern: DailyWire+, TBN, Charge! und Real America’s Voice. Außerdem soll sie über die Social-Media-Kanäle von Turning Point USA gestreamt werden.

Bad Bunny dürfte darüber kaum den Schlaf verlieren – zumal die angeblichen All-American-Werte, mit denen Turning Point USA hausieren geht, offenbar nicht für die anstößigen Texte von Kid Rock gelten.

So geraten im Vorfeld der Protestshow die Lyrics von Kid Rocks Song ‚Cool, Daddy Cool‘ erneut in die Kritik. Darin heißt es unter anderem: „Young ladies, young ladies / I like 'em underage / See, some say that's statutory / But I say it's mandatory.“

Vielleicht klingt genau so „American faith, family, and freedom“.

Der Super Bowl LX der NFL findet am Sonntag, dem achten Februar, statt. Die Sicherheitschefin der NFL, Cathy Lanier, erklärte bei einer Sicherheitsunterrichtung, dass trotz früherer Aussagen der Trump-Regierung keine ICE-Beamten zu den Bundesbehörden gehören werden, die im Levi’s Stadium in Santa Clara, Kalifornien, im Einsatz sind.

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