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US-Bunkerbrecher gegen Iran: Könnte Deutschlands "Taurus" das auch?

US-Präsident Donald Trump hält ein Modell eines B-2-Tarnbombers im Oval Office des Weißen Hauses in Washington, 16. März 2026
US-Präsident Donald Trump hält ein Modell eines B-2-Tarnbombers im Oval Office des Weißen Hauses in Washington, 16. März 2026 Copyright  AP Photo/Julia Demaree Nikhinson
Copyright AP Photo/Julia Demaree Nikhinson
Von Johanna Urbancik
Zuerst veröffentlicht am
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Die USA greifen iranische Raketenstellungen mit bunkerbrechenden Bomben an – doch welche Waffe genau im Einsatz ist, bleibt unklar. Wie nah kommt Deutschland mit dem Taurus eigentlich an solche Fähigkeiten heran?

Dem Zentralkommando der USA zufolge haben die amerikanischen Streitkräfte vor kurzem mehrere schwere bunkerbrechende Bomben gegen "befestigte iranische Raketenstellungen entlang der iranischen Küste in der Nähe der Straße von Hormus eingesetzt".

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Welche Bombe genau eingesetzt wurde haben die USA bislang nicht bestätigt. Jedoch ist die GBU-28 eine klassische US-amerikanische Bunkerbombe mit einem Gewicht von ungefähr 2.300 Kilogramm. Sie ist dafür ausgelegt, gehärtete unterirdische Ziele wie Raketenbunker oder gehärtete Betonanlagen zu durchschlagen, bevor sie detoniert.

Die Bombe soll laut einem Bericht der Air Force Times aus dem Jahr 2022 rund 288.000 US-Dollar (über 250.000 Euro) pro Stück kosten, ist aber dennoch weniger leistungsstark als die GBU-57A/B MOP, die 30.000-Pfund-Bomben (13.600 Kilogramm), die die USA im vergangenen Jahr gegen iranische Nuklearanlagen eingesetzt haben.

Im Einsatz für Angriffe dieser Art ist meistens die B-2 Spirit, ein strategischer Langstrecken-Tarnkappenbomber der US-Luftwaffe, der dafür ausgelegt ist, moderne Luftabwehrsysteme zu durchbrechen und hochrangige Ziele anzugreifen. Dank ihrer charakteristischen Nurflügelkonstruktion und ihrer Tarnkappentechnologie kann sie Radarsystemen entgehen und dabei sowohl konventionelle als auch nukleare Waffen transportieren.

ARCHIV – Auf diesem Foto vom südkoreanischen Verteidigungsministerium ist eine Taurus-Rakete zu sehen, 13. September 2017
ARCHIV – Auf diesem Foto vom südkoreanischen Verteidigungsministerium ist eine Taurus-Rakete zu sehen, 13. September 2017 South Korea Defense Ministry via AP, File

Besitzt Deutschland ein ähnliches System?

Mit dem Taurus-Lenkflugkörper hat Deutschland eine Waffe, die grundsätzlich bunkerbrechend ausgelegt ist, aber keine klassische bunkerbrechende Bombe ist. Der Taurus (Target Adaptive Unitary and Dispenser Robotic Ubiquity System) KEPD-350 (Kinetic Energy Penetrator and Destroyer) besitzt einen sogenannten Mephisto-Gefechtskopf, der speziell für gehärtete und verbunkerte Ziele entwickelt wurde, beispielsweise Bunkeranlagen oder Führungsgefechtsstände. Er ist somit der modernste Flugkörper der deutschen Luftwaffe.

Mit einer Reichweite von rund 500 Kilometern und einem Gewicht von etwa 1,4 Tonnen kann der Lenkflugkörper nur von entsprechend leistungsfähigen Kampfjets eingesetzt werden, darunter der Panavia Tornado oder der Eurofighter Typhoon. Dem Handelsblatt zufolge wurde der Taurus auch für die F/A-18 Hornet der spanischen Luftwaffe und die Saab JAS 39 Gripen der schwedischen Luftwaffe integriert.

Anders als freifallende Penetratorbomben (deutsch "Eindringungsbomben") dringt der Taurus-Marschflugkörper zunächst mit hoher Geschwindigkeit in das Ziel ein und detoniert erst verzögert im Inneren. Damit eignet er sich vor allem gegen unterirdische Anlagen, Bunker oder stark geschützte Infrastruktur – also genau für klassische Tiefschlagziele.

Er gilt damit als weniger "brutal" in der physischen Wirkung, aber deutlich flexibler einsetzbar – vor allem für präzise Schläge tief im gegnerischen Hinterland.

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